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Donnerstag, 29 Oktober 2020 07:05

Norwegen: Corona-Hilfe für Bahnunternehmen wird bis Juni 2021 verlängert

jbn
Foto Jernbanedirektoratet/Njål Svingheim.

Das norwegische Eisenbahn-Direktorat (Jernbanedirektoratet) hat die zusätzlichen Vereinbarungen über die staatliche Unterstützung der Personenverkehrsbetreiber auf der Schiene infolge von Covid-19 bis zum 30.06.2021 um acht Monate verlängert. Hintergrund ist ein erheblicher Verkehrsverlust infolge der Pandemie.

Covid-19 hat zu einer deutlich geringeren Nachfrage nach Zugreisen geführt. Es wird nicht erwartet, dass sich die Nachfrage normalisiert, bis ein Impfstoff für einen großen Teil der Bevölkerung verfügbar wird. Gleichzeitig ist es wichtig, dass die öffentlichen Verkehrsbetriebe der Bevölkerung einen guten und infektionsanfälligen guten Service bieten, insbesondere einen Pendlerservice für Mitarbeiter in sozialkritischen Funktionen. Dies ist der Hintergrund für die Zusatzvereinbarungen über die finanzielle Entschädigung der Bahnunternehmen, die am 12. März dieses Jahres zum ersten Mal abgeschlossen wurden und am 31. Oktober dieses Jahres auslaufen.

Das Ministerium für Verkehr und Kommunikation hat nun, vorbehaltlich der Prüfung durch das Storting, dem norwegischen Eisenbahn-Direktorium das Mandat erteilt, die Regelung mit zusätzlichen Vereinbarungen um weitere acht Monate bis zum 30. Juni 2021 zu verlängern, um einen nachhaltigen Zugverkehr auch in Zukunft zu gewährleisten. Das Ministerium fordert, dass die neuen Vereinbarungen an das gestiegene Wissen über die Pandemie und die verbesserte Bereitschaft angepasst werden. Der relativ niedrige Infektionsdruck auf nationaler Ebene ermöglicht eine allmähliche Normalisierung der Gesellschaft, jedoch mit gezielteren regionalen und lokalen Maßnahmen, wenn der Infektionsgrad dies erfordert.

Dies deutet darauf hin, dass es in stärkerem Maße angebracht ist, dass die Zugbetreiber wieder einen Teil des mit Kosten und Einnahmen verbundenen Risikos übernehmen.

Durch die neuen Zusatzvereinbarungen werden den Bahngesellschaften 85 Prozent ihrer finanziellen Verluste während der Vertragslaufzeit erstattet. Die Bahnunternehmen ihrerseits verpflichten sich, Maßnahmen zur Verringerung der finanziellen Verluste zu ergreifen, sowohl durch einen effizienteren Betrieb als auch durch Maßnahmen zur Steigerung der Verkehrseinnahmen. Wenn die Zugbetreiber in der Periode so effizient arbeiten können, dass sie in einzelnen Monaten einen Gewinn erzielen, werden sie 50 Prozent davon behalten. Das norwegische Eisenbahn-Direktorium wird die Konten der Zugunternehmen prüfen und im Rahmen der finanziellen Abgeltung eine Bewertung der kostensenkenden Maßnahmen vornehmen.

Es wird von einem gewöhnlichen Streckenangebot an die Kunden ausgegangen, unter der Annahme, dass der aktuelle Infektionsgrad während der Vertragslaufzeit gegeben ist. Eine Ausnahme bilden Zugabfahrten nach/von Schweden, die aufgrund von staatlich verordneten Reisebeschränkungen bis auf weiteres gestrichen wurden. Im Falle einer steigenden Infektion auf nationaler oder regionaler Ebene während der Vertragslaufzeit wird eine etwaige Herabstufung des Zugangebots fortlaufend bewertet.

Flytoget AS

Bis jetzt hat das norwegische Eisenbahn-Direktorat zusätzliche Vereinbarungen mit Flytoget AS getroffen, um einen Zugdienst vom/zum Flughafen Oslo zu gewährleisten, der die gesamten Öffnungszeiten des Flughafens abdeckt. Flytoget wird eine neue Zusatzvereinbarung bis zum 31. Dezember 2020 angeboten. Auf der Grundlage u.a. von Bewertungen durch Verkehrsexperten bietet das Mandat keine Gelegenheit, diese Vereinbarung 2021 zu verlängern.

Jernbanedirektoratet verfolgt die Situation aufmerksam und wird in Absprache mit dem Ministerium für Verkehr und Kommunikation die Zusatzvereinbarungen anhand der jeweils vorherrschenden Infektionssituation bewerten.

WKZ, Quelle Jernbanedirektoratet

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