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Montag, 20 November 2017 13:37

Österreich: Ybbsitz - die vertane Chance

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1899 wurde die 5,7 km lange Zweigstrecke der schmalspurigen Ybbstalbahn von Gstadt nach Ybbsitz eröffnet. Bald entwickelte sich im Nahbereich der Stadt Waidhofen a.d. Ybbs eine rege Kleinindustrie und dieser Streckenast wurde zur Lebensader der Region für Pendler und Schüler.

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Dies führte dazu, dass zu Beginn des 21. Jahrhunderts sogar die Umspurung der Schmalspurbahn und deren Elektrifizierung genauer untersucht wurde. Doch es kam - dem Willen der lokalen Meinungsbildner entsprechend -  ganz anders. Die Schmalpurbahn nach Ybbsitz mußte weg - koste es was es wolle.

Ab 2008 verkehrte an Stelle des Taktfahrplans nur mehr ein Alibizugpaar und 2009 wurde der Betrieb nach Hochwasserschäden (eher banaler Art) gänzlich eingestellt. 2010 wurde die Ybbstalbahn von der NÖVOG übernommen und noch immer glaubte man,  den mittlerweile in einem geschlossenen Siedlungsraum liegenden und für den Nahverkehr durchaus bedeutsamen Streckenast nach Ybbsitz reaktivieren zu können.

Auch Pläne für eine museale Nutzung ab dem Standort Ybbsitz wurden gewälzt - aber alles vergebens. Die lokale Politik und damit auch die potentiellen Nutzerinnen und Nutzer wollten nichts von der Eisenbahn und deren Potential für Verkehr, Wirtschaft und Tourismus wissen. Die Abtragung der Strecke Gstadt - Ybbsitz begann im Sommer 2017 und geht im November 2017 ihrer Vollendung entgegen.

Schade, in Zeiten des Klimawandels und der Protokolle von Paris eine echte vertane Chance, ja wenn nicht sogar ein Skandal.

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Letzte Änderung am Montag, 20 November 2017 14:11

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