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Donnerstag, 05 November 2020 08:00

Spanien: EU wählt von CAF geführtes Konsortium für die Entwicklung eines Wasserstoffzuges

renfe
Foto Zarateman/CC0.

Das gemeinsame Unternehmen "Fuel Cells and Hydrogen Joint Undertaking" (FCH JU) der Europäischen Kommission hat das Projekt FCH2RAIL ausgewählt, um Verhandlungen über eine EU-Finanzhilfevereinbarung im Wert von 10 Mio. EUR aufzunehmen. FCH2RAIL würde technisch von CAF geleitet werden und von der europäischen Finanzierung im Rahmen des H2020-Programms profitieren, um an der Entwicklung eines mit Wasserstoff betriebenen Schienenfahrzeugprototypen zu arbeiten.

Die Projektphasen werden sowohl den Entwurf als auch die Herstellung eines innovativen Prototyps sowie alle für die Validierung und Zulassung erforderlichen Tests umfassen. Das zugrunde liegende Ziel ist das Erreichen eines Null-Emissions-Produktes mit wettbewerbsfähiger Betriebsleistung im Vergleich zu heutigen dieselmotorgetriebenen Zügen, das sowohl für neu konstruierte Züge als auch für Modernisierungen anwendbar ist.

Ein wesentlicher Teil des Projekts ist die Beteiligung der europäischen Komitees für Bahnstandardisierung, um die Ausarbeitung neuer Normen und die Aktualisierung bestehender Normen mit den erforderlichen Bedingungen für die Integration der Brennstoffzellentechnologie in die europäischen Bahnnetze voranzutreiben.

Das ausgewählte Konsortium, das sich aus den Firmen CAF, DLR, RENFE, TOYOTA MOTOREUROPE, ADIF, IP, CNH2 und FAIVELEY Stemmann Technik zusammensetzt, hat mit dem Prozess der vertraglichen Festlegung des Projektumfangs für jedes Konsortiumsmitglied begonnen, der bis Ende des Jahres abgeschlossen sein soll, bevor das Projekt im Januar 2021 anlaufen kann.

Nach dem Start wird das Projekt, an dem Unternehmen aus vier europäischen Ländern (Spanien, Belgien, Deutschland und Portugal) beteiligt sind, eine Laufzeit von ca. 4 Jahren haben und über ein Budget von mehr als 14 Mio. EUR verfügen, wobei ca. 70 % aus EU-Geldern gefördert werden.

Der Vorschlag umfasst die Entwicklung und Herstellung eines Prototyps, der auf einer dreiteiligen Einheit der Civia-Serie von RENFE basiert. Das neue Stromgeneratorsystem, das auf der Hybridisierung von Wasserstoff-Brennstoffzellensystemen und LTO-Batterien basiert, wird in Kombination mit dem bestehenden Traktionssystem des Fahrzeugs zu einem der ersten bimodalen Eisenbahndemonstrationsobjekten mit Wasserstoff-Brennstoffzellensystemen werden. Daher sieht dieses Fahrzeugkonzept die Fähigkeit vor, auf der elektrifizierten Infrastruktur im elektrischen Modus zu fahren und den Hybridmodus für den Betrieb auf fahrdrahtlosen Streckenabschnitten zu betreiben. Danach beginnt die Erprobungsphase auf der Strecke zur Optimierung der Hybridisierungslösung und des Bimodusbetriebs (Elektro-/Wasserstoffbetrieb) und schliesslich die Validierung in drei europäischen Ländern mit unterschiedlichem Qualifizierungs- und Zulassungsniveau (Spanien, Portugal und ein noch zu bestimmendes Drittland) sowie die Erforschung verschiedener Lösungen zur Nutzung der vom Wasserstoff-Brennstoffzellensystem erzeugten Wärme zur Verbesserung der Energieeffizienz.

Es sei darauf hingewiesen, dass diese Bemühungen trotz der derzeit laufenden Einführung traditioneller Programme zur Elektrifizierung der Gleise durch hohe Kostenbeschränkungen begrenzt sind und in jedem Fall Jahrzehnte bis zum Abschluss dauern werden. Gegenwärtig ist die Hälfte der Eisenbahnstrecken in der EU nicht elektrifiziert, wird aber mit Dieselzügen betrieben, die Luft- und Lärmbelästigung verursachen.

Infolgedessen haben viele öffentliche und private Verkehrsbehörden in der EU und darüber hinaus ein wachsendes Interesse an der Wasserstoff-Brennstoffzellentechnologie im Eisenbahnumfeld. Dieses Projekt untermauert das Engagement für die Entwicklung dieser innovativen Technologie im Bestreben, eine wettbewerbsfähige Alternative zu Dieselzügen im Rahmen der derzeitigen Dekarbonisierung zu werden.

WKZ, Quelle CAF

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