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Freitag, 06 November 2020 09:00

Schweden: Trafikverket überprüft ERTMS-Fahrplan

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Foto Trafikverket.

Die schwedische Verkehrsbehörde Trafikverket hat vor der weiteren Einführung von ERTMS in Schweden eine eingehende Analyse durchgeführt und eine Reihe kritischer Faktoren identifiziert, die angegangen werden müssen, weshalb nun eine Überprüfung des gesamten Einführungsplans durchgeführt wird.

Die Einführung von ERTMS in Schweden stellt sowohl für die schwedische Verkehrsbehörde als auch für Fahrzeugbesitzer und Systemlieferanten eine große Herausforderung dar. Die Arbeiten zur Einführung von ERTMS auf der Erzstrecke sind in vollem Gange und werden planmäßig abgeschlossen. Als nächstes steht die Einführung auf dem schwedischen Teil des Güterverkehrskorridors Scan-Med Öst an, der sich von Stockholm und Hallsberg über Katrineholm-Mjölby bis nach Malmö und in Richtung Dänemark erstreckt.

Es wurden mehrere Faktoren ermittelt

In der von der schwedischen Verkehrsbehörde durchgeführten Analyse wurden mehrere kritische Faktoren identifiziert, die vor der weiteren Einführung von ERTMS in Schweden ausgelöst werden müssen. Dabei geht es zum Teil um Erfahrungen aus der laufenden Einführung auf der Erzstrecke, die berücksichtigt werden müssen, wie z.B. die Anpassung von Vorschriften und die Wahl technischer Lösungen. Es geht auch um die Überprüfung der Methoden für die Produktion im Rahmen von Verträgen und Anschlüssen, da der Kapazitätsbedarf auf den Gleisen unter den derzeitigen Bedingungen im Verhältnis zu den auf dem stark befahrenen Eisenbahnnetz verfügbaren Kapazitäten zu groß wird. Ein weiterer wichtiger Faktor ist, dass die EU im Jahr 2022 einen neuen Rechtsrahmen vorlegen wird, der sich auf den Rollout auswirkt und berücksichtigt werden muss.

"Wir müssen uns in der schwedischen Verkehrsbehörde und im Dialog mit den Akteuren der Branche zusammenfinden, um die Strategie zu entwickeln und zu verbessern und einen ganzheitlichen Ansatz vor der weiteren Einführung von ERTMS in Schweden zu verfolgen. Damit wir erfolgreich sein können, müssen die richtigen Voraussetzungen gegeben sein und wir müssen die jetzt identifizierten Bedürfnisse erfüllen. Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass es nicht realistisch ist, im Jahr 2023 einen Anschluss an Scan-Med Öst zu haben, aber wir gehen davon aus, dass dies frühestens 2025 oder 2026 geschehen wird", sagt Patrik Assarsjö, Leiter der Untersuchung im Geschäftsbereich Planung.

Herausforderungen gibt es auch in der Bahnindustrie mit der Einführung von ERTMS, wo sich unter anderem mehrere Fahrzeughalter im Zusammenhang mit der Umrüstung bestehender Fahrzeuge und dem Kauf neuer Fahrzeuge in Gerichtsverfahren befinden, nachdem sie gegen Beschaffungen Einspruch eingelegt haben. Dies führt zu einer Verschiebung des Fahrplans, was bedeutet, dass es einige Zeit dauern kann, bis die Fahrzeuge für den Einsatz im Verkehr ausgerüstet sind. Ein Dialog zwischen der schwedischen Verkehrsbehörde und Akteuren aus der Industrie ist im Gange, bei dem der Prozess verfolgt wird und Gespräche über die Überprüfung geführt werden.

Trafikverket hat damit begonnen, sich mit den in der Analyse identifizierten Faktoren auseinanderzusetzen, und erwartet, dass sie in den nächsten Monaten einen überarbeiteten Einführungsplan für Scan-Med Ost und West und das übrige Eisenbahnnetz in Schweden vorlegen wird.

"Der überarbeitete Plan wird ein wichtiger Teil und eine Grundlage für die Arbeit am bevorstehenden nationalen Verkehrsplan sein. Unser Ehrgeiz ist es, bis zum Jahr 2030 weiterhin in der Lage zu sein, Scan-Med einzuführen, was die EU als Anforderung an uns stellt. Aber es ist eine große Herausforderung, und im Moment sieht es so aus, als bräuchten wir nach 2030 noch ein paar Jahre, bis wir mit der Einführung vollständig fertig sind", sagt Patrik Assarsjö.

Bengt Dahlberg, WKZ, Quelle Trafikverket

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Letzte Änderung am Freitag, 06 November 2020 07:27

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