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Dienstag, 10 November 2020 08:00

Tschechien: Eisenbahnknoten Ostrava wird modernisiert und umgebaut

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Fotos Správy železnic.

In der vergangenen Woche hat die Zentralkommission des Verkehrsministeriums die Modernisierung eines der wichtigsten Eisenbahnknotenpunkte in der Tschechischen Republik, nämlich in Ostrava, genehmigt. Nun folgt die Ausarbeitung der Dokumentation für den Planfeststellungsbeschluss durch das Planungsbüro Moravia Consult Olomouc.

Die Bauarbeiten selbst könnten im Falle einer problemlosen Vorbereitung im Jahre 2025 beginnen, die Gesamtkosten werden auf 25 Mrd. CZK (940 Mio. EUR) geschätzt.

Die Modernisierung soll den unbefriedigenden technischen Zustand der bestehenden Eisenbahninfrastruktur beseitigen und ihre Kapazität erhöhen. "Es handelt sich um eines der größten Projekte, die wir zur Zeit vorbereiten. Nach seiner Fertigstellung werden nicht nur die Zuverlässigkeit und Sicherheit des Schienenverkehrs, sondern auch der Komfort und die Qualität der Dienstleistungen für die Fahrgäste erheblich steigen. Die Modernisierung des größten Rangierbahnhofs des Landes wird die Schlüsselrolle dieses Eisenbahnknotens im Güterverkehr stärken", sagt Jiří Svoboda, Generaldirektor der Eisenbahnverwaltung Správy železnic.

Das Projekt umfasst die Rekonstruktion des gesamten Bahnhofs Ostrava (Personenbahnhof Ostrava hl. n., rechter und linker Bahnhof, Ostrava báňské nádraží, Ostrava střed), des Bahnhofs Ostrava-Svinov und der angrenzenden Streckenabschnitte. Im Rahmen des Baus werden die Transportgleise, der Großteil der Umschlaggleise und die Weichen des Rangierbahnhofs rekonstruiert und neue Verkehrsverbindungen gebaut. Die Arbeiten werden auch die Installation einer neuen Kommunikations- und Sicherheitseinrichtung oder eines neuen Informations- und Orientierungssystems für die Fahrgäste umfassen. Berücksichtigt wird auch der geplante Übergang zu einem einzigen 25kV-Wechselstrom-Traktionssystem, alle neuen Ausrüstungen werden so ausgelegt, dass der spätere Umstieg kostengünstig erfolgen kann. Die Anforderungen an die intelligenten Verkehrssysteme ERTMS (Teil von GSM-R und ETCS) und die Fernsteuerung der Sicherheitsausrüstung werden ebenfalls behandelt.

Dank der Realisierung des Projekts wird die Streckengeschwindigkeit im Eisenbahnknotenpunkt Ostrava auf 120 km/h erhöht und ein weiteres - drittes Gleis nach Ostrava-Svinov eröffnet, das ein neuer Bestandteil des Verkehrsknotenpunktes Ostrava hl. n. sein wird. Der Bau umfasst auch die Rekonstruktion oder den Neubau von Brückenkonstruktionen zur Überwindung von Wasserläufen, Überschwemmungsgebieten, Straßen, Geh- und Radwegen und Zugängen für Fahrgäste. Zu den bedeutenden Brückenkonstruktionen gehören eine Stahlbrücke über das Flussbett der Oder mit einer Spannweite von 90 m, zwei parallele einspurige Stahlkonstruktionen über den Fluss Ostravice mit einer Spannweite von 63 m und diverse Brückenkonstruktion über Straßen.

Auf dem Bahnhof Ostrava-Svinov werden der Bahnsteig Nr. 1 umgebaut und drei Weichen in Richtung Přerov rekonstruiert, die Bahnabzweigungen nach Bohumín und Ostrava-Třebovice werden umfassend modernisiert. Im Rahmen des Bahnhofs wird eine komplette Rekonstruktion der Sicherheitseinrichtungen des Bahnhofs durchgeführt. Der Zwischenbahnhofsabschnitt Ostrava hl. n. - Ostrava-Svinov wird komplett zur Erhöhung der Streckengeschwindigkeit auf 120 km/h erneuert. Der Zwischenbahnhofsabschnitt wird neu um ein drittes Gleis mit der Erweiterung auf eine viergleisige Lösung im Bereich des Perimeters von Ostrava hl. n. ergänzt. Die Haltestelle Ostrava-Mariánské Hory wird gestrichen.

Das Projekt sieht die Rekonstruktion des linken und rechten Bahnhofs Ostrava hl. n. vor (Ostrava pravé und levé nádraží), damit Überholgleise in nützlicher Länge für 740 m lange künftige Güterzüge zur Verfügung stehen. Außerdem werden das Konzept und die Konfiguration der Sortiermöglichkeiten geändert. Die Zugbildungstätigkeit konzentriert sich jetzt vor allem auf den rechten Bahnhof. Im Hinblick auf die Schichtarbeit wird der linke Bahnhof als Hilfsbahnhof dienen, der in erster Linie für die lokale Arbeit, das Sortieren und Abstellen der Wagen bestimmt ist.

Der Personenbahnhof in der Station Ostrava hl. n. wird einer kompletten Rekonstruktion unterzogen, die die Erneuerung des Eisenbahnober- und Unterbaus einschließlich der Entwässerung, die Realisierung neuer Bahnsteige mit Überdachung und den Bau einer neuen, fünf Meter breiten Unterführung umfasst, die die bestehende Zugangsebene zum Bahnsteig durch Stege und Treppen ersetzt. An der Haltestelle Ostrava-Stodolní wird der Bahnsteig aufgrund der Abfertigung von Personenfernverkehrszügen auf eine Länge von 300 Metern verlängert. Auch die Haltestelle Ostrava střed wird eine bedeutendere Umgestaltung erfahren, hier werden neue überdachte Bahnsteige und eine Unterführung mit barrierefreiem Zugang gebaut. Eine Erweiterung auf das Areal der Haltestelle des öffentlichen Verkehrs am Einkaufszentrum Karolina U Lávky wird erwogen.

WKZ, Quelle Správy železnic

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