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Donnerstag, 12 November 2020 08:00

Schweden: Green Cargo testet die Digitale Automatische Kupplung unter Winterbedingungen

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Foto Green Cargo.

Die ausgerüsteten Wagen werden bald das Wartungsdepot in Eskilstuna verlassen und in Luleå ankommen. Dort wird Green Cargo verschiedene automatische Kupplungsoptionen unter schwedischen Winterbedingungen testen. Parallel dazu werden auch Tests in Österreich, Deutschland und der Schweiz durchgeführt.

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Die automatische Kupplung hat viele Vorteile für die Industrie, wenn es um sicherere Arbeitsbedingungen und eine gesteigerte Produktion geht, die ein größeres Volumen an Bahnfracht für eine nachhaltigere Logistik ermöglicht. Diese Rationalisierung ist ein wichtiger Teil des Übergangs von mehr Fracht von der Straße auf die Schiene.

Die automatische Kupplung für Züge wurde bereits in den 1900er Jahren entwickelt und wird in allen neuen Personenzügen eingesetzt. Bei Güterzügen werden Waggons jedoch immer noch manuell mit Schraubkupplungen gekuppelt und entkoppelt. Kapazität, Pünktlichkeit, Arbeitsumgebung, Effizienz und Rentabilität im Schienengüterverkehr können durch die digitale automatische Kupplung (DAC) und ergänzende digitale Lösungen erheblich verbessert werden.

Mehrere zeitintensive und gefährliche Aufgaben können mit DAC automatisiert werden, was auch eine sichere Datenkommunikation und Energieeffizienz ermöglicht. Sie öffnet Türen zu neuen, modernen Logistikkonzepten und einer Vielzahl digitaler Anwendungen.

"Die Einführung der automatischen Kupplung ist notwendig, um eine Kosteneffizienz zu erreichen, die dem gesamten Bahnsystem zugute kommt", erklärt Jan Bergstrand, Koordinator für das Shift2Rail-Frachtprogramm.

Von der europäischen Eisenbahn-F&I-Zusammenarbeit Shift2Rail wurde ein Standard für eine modulare, multifunktionale digitale automatische Kupplung entwickelt, die später aufgerüstet werden kann.

"Die Automatisierung ist sowohl für eine erhöhte Wettbewerbsfähigkeit als auch für eine Produktion, die einen effizienteren Güterverkehr mit längeren und schwereren Zügen ermöglicht, unerlässlich. Eine modulare Lösung, bei der die Kosten in Etappen aufgeteilt werden, vereinfacht die Implementierung. Wir freuen uns über die Möglichkeit, einen Beitrag zur Entwicklung einer sichereren Arbeitsumgebung und effizienterer Betriebsabläufe für die Branche in Europa leisten zu können, nicht zuletzt, wenn es um die Erreichung der Klimaziele geht", sagt Annette Bernström, Wagon Manager bei Green Cargo.

Wintertests in Schweden

Im Rahmen des FR8RAIL-Projekts, das Teil des Frachtprogramms in Shift2Rail ist, werden derzeit zwölf Waggons, die mit drei DAC-Typen ausgerüstet wurden, für Tests vorbereitet. Die Tests werden in Deutschland, Österreich, der Schweiz und hier in Schweden durchgeführt, wo der Schwerpunkt auf winterlichen Bedingungen liegt. Das Projekt hofft auf kaltes Wetter und viel Schnee und Wind in Luleå, wo die Tests durchgeführt werden sollen.

"Zusammen mit Green Cargo, mehreren europäischen Industrieunternehmen und der Wissenschaft werden wir verschiedene Automatisierungsgrade testen und deren Funktion, Wirkung, Systemkompatibilität, Kosten usw. bewerten", erklärt Anders Ekmark, Strategischer Planer und Projektleiter für FR8RAIL.

Die Demonstrationen werden mit verschiedenen Typen von DACs durchgeführt, die von vier Anbietern entwickelt wurden. Zu den Teilnehmern an den Wintertests gehören die schwedische Verkehrsbehörde Trafikverket, der Schienengüterverkehrsbetreiber Green Cargo, die CLOSER-Plattform im Wissenschaftspark Lindholmen und die vier Lieferanten hinter den DACs: CAF MiiRA, Dellner, Voith und Wabtec-Faiveley. Darüber hinaus liefert SSAB Gleise und Räumlichkeiten, und das schwedische nationale Forschungsinstitut RISE führt die Tests durch. Das Projekt wird im Rahmen der europäischen Eisenbahn-F&I-Zusammenarbeit Shift2Rail durchgeführt, die von Horizon2020, dem Rahmenprogramm für Forschung und Innovation der EU, finanziert wird.

Bengt Dahlberg, WKZ, Quelle Green Cargo

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