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Dienstag, 17 November 2020 12:54

Schweiz: Fragwürdige Eile zur Streichung von 49 Lokführerstellen in Arth-Goldau und Brig

Mit der Inbetriebnahme des Ceneri-Basistunnels im Dezember, und der Fertigstellung der Neat, stellen sich Fragen zur Zukunft des Depots Goldau. Das war zu erwarten und allen Stakeholdern bekannt. Doch der nun überstürzt erfolgte Schliessungsentscheid ist für die Gewerkschaft des Verkehrspersonals SEV fragwürdig.

Anfang Jahr hielt der damalige CEO von SBB Cargo, Nicolas Perrin, anlässlich eines Besuches in der Region noch fest, das Depot Goldau brauche es auch in Zukunft. Aufschnaufen war angesagt, Gerüchte über die Depot-Schliessung vom Tisch. Mitarbeitende, die vor wenigen Jahren von Erstfeld nach Goldau zu wechseln hatten, konnten beruhigt sein.

Wenige Monate später nun die Kehrtwende: Die CEO von SBB und SBB Cargo sind ausgewechselt und plötzlich, von der Division Infrastruktur diktiert, soll schon bald kein Halt in Goldau mehr möglich sein. «Das wirft Fragen auf. Offenbar hat man keine Geduld abzuwarten, wie sich die Verkehrsabwicklung im ordentlichen Betrieb der Neat-Optionen gestaltet», sagt Gewerkschaftssekretär Philipp Hadorn, der beim SEV für Cargo zuständig ist.

Als «Anhängsel» eines vom SEV verlangten Spitzengesprächs zu den ungehörigen Sparforderungen von SBB Cargo stellte die Cargo-Leitung am 9. November 2020 der SEV-Delegation auch noch das neue Vorgehen i.S. Depot Goldau vor. Umgehend verlangte der SEV die Einberufung eines Runden Tisches. «Dabei geht es uns darum abzuwägen, ob die getroffenen Massnahmen alternativlos und wirklich zielführend sind», erklärt Philipp Hadorn. Einen umfassenden Fragenkatalog hat der SEV bereits eingereicht, was offensichtlich zu Verzögerungen in der Koordination des Runden Tisches seitens SBB Cargo führte.

«Für den SEV ist klar: Das Güterverkehrsgeschäft darf nicht aufgrund von betrieblichen Bedürfnissen (Infrastruktur) zulasten von SBB Cargo und deren Mitarbeitenden beeinträchtigt werden», betont Hadorn. «Nicht ohne Grund hat der neue CEO der SBB noch vor wenigen Wochen einen Zwischenhalt in diesem Projekt angeordnet. Die Kehrtwende droht den grossen Vertrauensbonus von Vincent Ducrot infrage zu stellen. Mit dem Mut, mögliche Fehlentscheidungen zu korrigieren, kann ein Manager auch wieder Vertrauen schaffen. Dies wäre den bereits genügend von Unsicherheiten geplagten Cargo-Mitarbeitenden zu gönnen», sagt Philipp Hadorn. Fortsetzung folgt.

Pressemeldung SEV

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