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Mittwoch, 18 November 2020 07:05

Polen: Woiwodschaft Niederschlesien will Eisenbahnlinien renovieren oder in Fahrradwege umbauen

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Foto Martin Kubík.

Die Woiwodschaft Niederschlesien hat schon Ende August ihre Vorschläge zur Verwendung der Mittel aus dem von der Europäischen Union verabschiedeten Plan zur Wiederherstellung des Coronavirus vorgelegt. Die Region will unter anderem stark in die Eisenbahn, aber auch in Fahrräder investieren.

Im Rahmen des Nationalen Wiederaufbauplans stehen Polen etwa 23 Mrd. EUR für Zuschüsse und etwa 34,2 Mrd. EUR für Kredite zur Verfügung. Das Geld, das bis 2022 ausgegeben werden muss, stammt aus dem Wiederaufbauplan der EU.

Alle Woiwodschaften haben der Regierung ihre Vorschläge unterbreitet, darunter auch die Woiwodschaft Niederschlesien. Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass die Regionen Vorschläge für viele Milliarden Zloty eingereicht haben, wird wahrscheinlich nur ein Teil für die Umsetzung ausgewählt werden.

Ein großer Teil der von Niederschlesien eingereichten Vorschläge wird die Erneuerung des öffentlichen Verkehrs betreffen. Zunächst einmal die Renovierung der Eisenbahnlinien, über die die Woiwodschaftsbehörden schon seit langem sprechen. 

"Das Projekt sieht die Revitalisierung von ca. 300 km Eisenbahnlinien, die Elektrifizierung von weiteren 110 km sowie den Bau von Fahrradwegen in Anlehnung an ausgewählte stillgelegte Eisenbahnlinien vor, die zu den vom öffentlichen Verkehr der Woiwodschaft bedienten Eisenbahnlinien führen", sagt Michał Nowakowski, Sprecher des Marschalls der Woiwodschaft Niederschlesien.

Diese Linien müssen renoviert werden:

• Eisenbahnlinie Nr. 284 Legnica - Jerzmanice - Lwówek Śląski - 144 Mio. PLN
• Eisenbahnlinie 283 Jelenia Góra - Wleń - Lwówek Śląski - 96 Mio. PLN (die Brücke in Pilchowice ist ebenfalls Teil dieser Linie)
• Eisenbahnlinie 372 Bojanowo - Góra Śląska - 48 Mio. PLN
• Eisenbahnlinie 310 Kobierzyce - Piława Górna - 120 Mio. PLN
• Eisenbahnlinien Nr. 317 und 336 Lubomierz - Gryfów Śląski - Świeradów Zdrój - 69 Mio. PLN
• Eisenbahnlinien 318 und 327 West Bielawa - Srebrna Góra - Radków - 105 Mio. PLN
• Eisenbahnlinien 308 und 340 Jelenia Góra - Karpacz - 48 Mio. PLN
• Eisenbahnlinie Nr. 291 Wałbrzych Szczawienko - Szczawno-Zdrój -15 Mio. PLN
• Eisenbahnlinie Nr. 322 Kłodzko - Lądek - Zdrój - Stronie Śląskie - 72 Mio. PLN
• Eisenbahnlinie Jugowice - Walim - 15 Mio. PLN
• Eisenbahnlinien 316 und 303 Chojnów - Rokitki - Chocianów - 24 Mio. PLN
• Eisenbahnlinie Strzegom - Bolków - Marciszów - 105 Mio. PLN
• Eisenbahnlinie Nr. 312 Marciszów - Wojcieszów - Świerzawa - Jerzmanice-Zdrój - 111 Mio. PLN

Außerdem will die Woiwodschaft zusätzlich Geld aus dem nationalen lokalen Investitionsfonds aufbringen, um bei der Renovierung der Strecken Kobierzyce - Piława Górna, Gryfów Śląski und Bojanowo - Góra zu helfen.

Für 170 Mio. PLN will das Marschallamt folgende Eisenbahnlinien elektrifizieren:

• Wrocław - Trzebnica,
• Wrocław - Kobierzyce,
• Jerzmanice-Zdrój - Lwówek Śląski,
• Bojanowo - Góra Śląska,
• Karpacz - Jelenia Góra und
• Szklarska Poręba Górna - Szklarska Poręba Jakuszyce.

Die Vorschläge umfassten auch rollendes Material. Für 200 Mio. PLN will die Niederschlesische Eisenbahn Koleje Dolnośląskie acht elektrische Züge kaufen, und für 180 Mio. PLN zwölf "emissionsfreie Schienenfahrzeuge für den Nahverkehr", was höchstwahrscheinlich EMU mit Batterien bedeutet. Diese Züge sollen auf folgenden Strecken fahren:

• Wrocław - Kobierzyce - Bielawa - Nowa Ruda - Radków,
• Kłodzko - Lądek-Zdrój - Stronie Śląskie oder
• Lwówek Śląski - Jelenia Góra.

Die Niederschlesische Eisenbahn hat auch den Ausbau der technischen Einrichtungen für die Wartung und Instandhaltung des rollenden Materials in Legnica vorgesehen.

Die Woiwodschaftsbeamten planen aber andererseits auch die Umwandlung von 460 km ehemaliger Eisenbahnstrecken für 425 Mio. PLN in Fahrradwege. Auf diesen Fahrradstraßen sollen auch 40 kleine autonome Elektrofahrzeuge für 60 Mio. PLN verkehren. Diese Strecken sind dafür vorgesehen:

• Złotoryja - Chojnów,
• Oława - Domaniów - Boreczek,
• Krzelów - Góra,
• Ząbkowice Śląskie - Ciepłowody - Kondratowice,
• Lubin - Chocianów, Strzelin - Przeworno.

Die Pläne von Dolnego Ślaska sehen auch den Bau von Fahrradwegen zum nächsten Bahnhof in Gemeinden vor, in denen es keine zu Bahnhöfen führenden Fahrradwege gibt (50 km Strecken für 55 Mio. PLN), z.B. Zawonia - Trzebnica, Radwanice - Nielubien, Męcinka - Jawor, usw.

Nach den Vorstellungen der Woiwodschaft sollen in der Region auch 2.000 öffentliche niederschlesische Regionalfahrräder für 100 automatische öffentliche Fahrradverleihstellen gebaut werden. Hierfür sind 100 Mio. PLN für fünf Jahre vorgesehen.

Das Foto oben zeigt den ehemaligen Bahnhof Walim (Wüste Waltersdorf). Er war zur Belle-Époque-Zeit das Ziel der Touristen aus Breslau (Wroclaw) in das Eulengebirge.

Martin Kubík, WKZ, Quelle Gazeta Wyborcza

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