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Freitag, 04 Dezember 2020 14:23

Großbritannien: Budget für Bahninfrastruktur um 10% gekürzt

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Fotos Regierung, Rüdiger Lüders.

Die britische Regierung hat nach dem sog. "Spending Review" des Finanzministeriums offenbar 1 Mrd. GBP aus dem Haushalt für das Eisenbahnnetz gestrichen. Noch kurz zuvor hatte Finanzminister Sunak Rekordinvestitionen in die Infrastruktur im Rahmen der "Nivellierungsagenda" der Regierung versprochen.

Bisher war das Budget für die Infrastrukturmassnahmen von Network Rail im Fünfjahreszeitraum von 2019 bis 2024 auf 10,4 Mrd. GBP (11,5 Mrd. EUR) festgelegt worden. In dieser Woche erklärte der für die Eisenbahnen zuständige Staatssekretär Chris Heaton-Harris, dass sich das Budget nunmehr auf 9,4 Mrd. GBP belaufen werde.

Die britische Bahnindustrie hat daher die Befürchtung geäußert, dass das Budget insgesamt um bis zu 10 % gekürzt werden könnte, wenn die Regierung versucht, einen Teil der Mittel zurückzuhalten, die sie in diesem Jahr - vor allem wegen der Pandemie - nicht ausgeben konnte.

Darren Caplan, der Chef der Vereinigung der Bahnindustrie, erklärte dazu: "Verbesserungen im Schienenverkehr sind unerlässlich, um sicherzustellen, dass unser Schienennetz fit für die Zukunft ist, die Zuverlässigkeit, die Konnektivität und Kundenerlebnisse zu verbessern und zur Verringerung der CO2-Emissionen beizutragen. Wenn wir jetzt bei den Investitionen in die Bahn "den Fuß vom Gas" nehmen, hilft das nicht, wenn die Fahrgäste nach der Coronavirus-Pandemie wieder zurückkehren."

Bisher betragen die staatlichen Zuschüsse für die Aufrechterhaltung des Bahnbetriebs auf 3,5 Mrd. GBP, und das Verkehrsministerium hat erklärt, dass noch erhebliche Unterstützung erforderlich sein wird. Während des "Spending Review" erklärte der Finanzminister, weitere 2,1 Mrd. GBP bereitzustellen, um die Verluste privater Eisenbahngesellschaften während der Coronavirus-Pandemie auszugleichen.

Die Verkehrsgewerkschaft RMT forderte heute den umgehenden Verzicht auf die angekündigten Kürzungen für wichtige Investitionen im Schienenverkehr und warnte davor, dass dies Arbeitsplätze gefährden und die britische Wirtschaft behindern würde, gerade wenn investiert werden müsse, um einen Weg aus der Pandemie und der Klimakrise zu finden.

RMT-Generalsekretär Mick Cash betonte: "Diese massiven Kürzungen des Eisenbahninfrastrukturbudgets sind eine beschämende Anklage entgegen dem Verständnis der Regierung für die Bedeutung unseres Eisenbahnnetzes und stehen im Widerspruch zu ihrem erklärten Ziel, einen Weg aus der COVID-Krise zu erreichenen und zu investieren."

Die geplanten Kürzungen von 10% des Budgets für den Ausbau der Bahn und könnte geplante Arbeiten zur Elektrifizierung von Teilen des Schienennetzes gefährden und damit sowohl die Schaffung neuer qualifizierter Arbeitsplätze verhindern als auch die Versprechen zur Reduzierung des CO2-Emissionen gefährden.

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, BBC, Evening Express, RMT

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