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Mittwoch, 16 Dezember 2020 10:39

Norwegen: Green Cargo setzt als erstes die Eurodual-Lokomotive ein

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Fotos Green Cargo.

Diese Woche beginnt eine neue Ära für den norwegischen Güterverkehr. Green Cargo nimmt die ersten beiden Eurodual-Lokomotiven der nächsten Generation für den Güterverkehr in Norwegen in Betrieb. Die neuen Eurodual-Lokomotiven sind stärker, besser an die schwierige norwegische Topografie angepasst und helfen, Verspätungen im Schienennetz zu reduzieren.

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Mit der neuen Lokomotive kann ein Güterzug bis zu 30 Lkw ersetzen. Norwegen ist das erste Land in der nordischen Region, das die neue Lokomotive einsetzt.

Bengt Fors, CEO von Green Cargo Norge, präsentiert stolz die Neuigkeiten am Güterterminal in Alnabru in Oslo: "Unsere neue Lokomotive hat sechs Achsen im Vergleich zu vier bei den heutigen Lokomotiven, und das gibt einen besseren Halt auf den Schienen. Die Lokomotive hat auch einen viel stärkeren Motor, was die neue Lokomotive für das norwegische Schienennetz mit vielen und steilen Steigungen besser geeignet macht."

Green Cargo ist einer der ersten Akteure, die die neue Lokomotivgeneration in Europa einsetzen. Die Lokomotive in Alnabru ist die erste in der nordischen Region.

Die neuen Eurodual-Lokomotiven haben sowohl einen Elektro- als auch einen Dieselantrieb: "Mit zwei verschiedenen Antrieben kann die Lokomotive auf allen Strecken eingesetzt werden, unabhängig von der Elektrifizierung. Es ist möglich, während der Fahrt zwischen den beiden Antrieben zu wechseln. Das reduziert das Risiko, dass sie stecken bleibt und trägt zu einer besseren Pünktlichkeit im Zugverkehr bei. Die neue Lokomotive kann einen Zug mit bis zu 30 Güterwagen ziehen, im Vergleich zu 20 Güterwagen mit den heutigen Lokomotiven."

"Wenn bisher zwei vierachsige Lokomotiven benötigt wurden, um einen Güterzug zu ziehen, kann die Eurodual-Lokomotive den Zug allein ziehen. Die neue Lokomotive reduziert die Betriebskosten und bietet Platz für mehr Güterwagen", so Bengt Fors weiter.

Unmittelbare Auswirkung auf den Güterverkehr

Der Leiter des Güterverkehrs bei Bane NOR, Oskar Stenstrøm, ist positiv gestimmt, dass Green Cargo nun zwei moderne, speziell gebaute Lokomotiven einsetzt. "Als Infrastrukturbetreiber finden wir es sehr positiv, dass ein zentrales Güterverkehrsunternehmen in neue und moderne Lokomotiven investiert. Das hat einen unmittelbaren Effekt - sowohl auf die Kapazität des Güterverkehrs als auch auf die Effizienz. Das trägt dazu bei, die Wettbewerbsvorteile für den Güterverkehr auf der Schiene zu stärken."

In einem stark befahrenen Schienennetz erhöht die neue Lokomotive die Transportkapazität für Güter, ohne die Belastung des Schienennetzes zu erhöhen. "Mit Ausnahme von kurzen Anschlussgleisen, die die Zuglänge begrenzen, gibt es Beschränkungen für die Anzahl der Güterzüge und die Anzahl der Lokomotiven, die auf verschiedenen Strecken miteinander verbunden werden können. Es ist wichtig, Lösungen für längere Züge zu finden, sowohl durch den Bau von Kreuzungsgleisen, aber auch auf andere Weise. Diese Art von Lokomotiven kann auch das Risiko verringern, dass sie stecken bleiben und so zu einer besseren Pünktlichkeit im Zugverkehr beitragen", betont Oskar Stenstrøm.

Fakten über Eurodual-Lokomotiven

Eurodual ist die neueste Generation von sechsachsigen Lokomotiven, die von der Schweizer Firma Stadler speziell für den Güterverkehr entwickelt wurden. Eurodual verfügt sowohl über einen Elektro- als auch über einen Dieselantrieb. Die Antriebsleistung beträgt elektrisch 7 MW. Der 2,8-MW-Dieselmotor treibt einen Generator an, der Strom für den Elektroantrieb erzeugt, wenn die Lokomotive auf nicht-elektrifizierten Strecken fährt oder aus anderen Gründen keinen Strom hat.

Eurodual wird die vierachsigen Traxx-Lokomotiven mit einer Leistung von 5,6 MW ersetzen, die sowohl im Güter- als auch im Personenverkehr eingesetzt werden.

Green Cargo unternimmt derzeit 12 tägliche Hin- und Rückfahrten in Norwegen; Oslo - Bergen, Oslo - Trondheim und Oslo - Stavanger. Die neue Lokomotive wird auf der Strecke nach Bergen eingesetzt und soll später auch auf weiteren von Green Cargo betriebenen Abschnitten eingesetzt werden.

Bengt Dahlberg, WKZ, Quelle Green Cargo

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