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Mittwoch, 30 Dezember 2020 09:00

Belgien: Plan Boost - Zusätzliche75 Mio. EUR für Schienennetz und Zugänglichkeit

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Foto Infrabel.

Auf Initiative des Bundesministers für Mobilität, Georges Gilkinet, hat der belgische Ministerrat ein 100-Millionen-Euro-Paket "Plan Boost" für zusätzliche Investitionen in die Schiene im Jahr 2021 beschlossen. Drei Viertel dieser Mittel (75 Mio. EUR) gehen an den Infrastrukturbetreiber Infrabel und 25 Mio. EUR an die SNCB.

Um die Leistungsfähigkeit und den Umfang des Schienennetzes aufrechterhalten zu können, erhält Infrabel innerhalb des Boost-Plans im Jahr 2021 eine zusätzliche föderale Zuweisung von 75 Mio. EUR. Nach Rücksprache mit dem Bundesminister für Mobilität, Georges Gilkinet, hat der Verwaltungsrat von Infrabel die beiden Schwerpunkte dieser Zuweisung festgelegt: einerseits die Sicherung und Modernisierung des Netzes und andererseits die Verbesserung des Empfangs und der Zugänglichkeit.

Die zusätzlichen 75 Mio. EUR im Jahr 2021 werden wie folgt aufgeteilt: 27,6 Mio. EUR für Wallonien, 41,4 Mio. EUR für Flandern und 6 Mio. EUR für Brüssel. Sie stellen einen bedeutenden zusätzlichen Beitrag dar, der es Infrabel ermöglicht, im Jahr 2021 eine Investitionsquote von 894,2 Mio. EUR zu erreichen.

Neue, dringend benötigte Ressourcen

"Nach schwierigen Haushaltsjahren für die belgischen Eisenbahnen ist es mehr als notwendig, zu reinvestieren, wenn wir die im Regierungsabkommen festgelegten Ziele erreichen wollen: ein attraktiverer und zugänglicherer Zug für die Fahrgäste und mehr transportierte Güter. Das ist das Ziel des Boost-Plans, der über mehrere Jahre ausgerollt werden soll", freute sich Georges Gilkinet.

Diese Summe wird vollständig dafür verwendet, die Auswirkungen des alternden Netzes auf den Güter- und Personenverkehr zu begrenzen. In der Tat müssen viele Infrastrukturelemente, die ihre optimale Lebenserwartung erreicht haben, schrittweise erneuert werden, um negative Auswirkungen auf den Verkehr im ganzen Land zu vermeiden.

Ein starkes Signal für die Zukunft der Schiene

Für Infrabel-CEO Benoît Gilson, "ist diese Reinvestition auch ein sehr starkes Signal an die Bahnkunden und die Eisenbahner". Er dankte der Regierung und insbesondere Minister Georges Gilkinet "für ihre Unterstützung und ihr Entgegenkommen, das es uns ermöglicht, unseren Kunden ab 2021 einen echten Mehrwert zu bieten. »

Wallonien (27,6 Mio. EUR)

Vorrangig sollen zwei kurzfristig gefährdete Strecken erhalten werden, so
• der 60 km lange Abschnitt "Bomal - Marloie" (Linie 43) und
• eines der beiden Gleise zwischen Cuemes und Quévy (Linie 96).

Gleichzeitig werden mehrere "ART" (temporäre Zuggeschwindigkeitsbeschränkungen) aufgehoben werden können, z.B. auf dem Abschnitt "Braine-le-Comte - Soignies" (L96), zwischen Jambes und Lustin (L154), zwischen Jemeppe-sur-Sambre und Gembloux (L144) oder auf den Linien 166 & 165 (Abschnitte Paliseul - Bertrix und Bertrix - Florenville).

Die Mittel für den Fahrgastempfang werden so eingesetzt, dass die Ambitionen des "Masterplans Bahnhöfe" der SNCB durch die Erhöhung der Bahnsteige und die Erneuerung der Computersysteme zur Unterstützung der Fahrgastinformationen in den Bahnhöfen erfüllt werden.

Flandern (41,4 Mio. EUR)

Priorität hat die Modernisierung von drei Linien:
• Bruxelles - Ostende (L50A), die verkehrsreichste Strecke in Belgien
• Alost - Burst (L82)
• De Pinte - Ronse (L86). Auf dieser Strecke wird der Louise-Marie-Tunnel in den flämischen Ardennen modernisiert, so dass keine temporäre Geschwindigkeitsbegrenzung erforderlich ist.

Die Mittel für den Empfang der Fahrgäste werden so zugeteilt, dass sie den Ambitionen des "Masterplans Bahnhöfe" der SNCB entsprechen, indem die Bahnsteige erhöht und die Computersysteme zur Unterstützung der Bahnhofsbeschilderung erneuert werden.

Brüssel (6 Mio. EUR)

Vorrangig werden der Knoten Bruxelles-Midi und die Linie 28 behandelt:
• Erneuerung der Weichen im Knoten Bruxelles-Midi
• Erneuerung der Gleise und Metallbrücken auf der Linie 28 (Brüsseler Westring), einer wichtigen Achse für die Aufrechterhaltung der Verbindung zum "Audi Brussels"-Gelände

Investitionen für den Güterverkehr und die Verkehrsverlagerung

Schließlich ermöglichen diese zusätzlichen Mittel die Modernisierung der Schieneninfrastrukturen in den Häfen Antwerpen (einschließlich der Erneuerung von Rangieranlagen) und Gent. Auch in Industrieanschlüsse wird zum Nutzen von Kunden wie Nyrstar und Disteel investiert.

Diese Investitionen in die Infrastruktur, die speziell für den Schienengüterverkehr bestimmt sind, sind der Schlüssel zur Steigerung des Gütertransportvolumens auf der Schiene.

WKZ, Quelle Infrabel

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