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Montag, 04 Januar 2021 17:51

Österreich: Ausblick in ein spannendes Jahr 2021 in Oberösterreich

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Fotos GK.

Auch 2021 dreht sich das Rad des Fortschritts in der Infrastruktur immer schneller und es stehen wesentliche Meilensteine im Bereich der Verkehrsinfrastruktur in Oberösterreich an. „Nach einem komplexen und schwierigen Jahr 2020, mit seinen ganz eigenen Herausforderungen durch die Coronakrise, heißt es nun wieder mit Zuversicht in die Zukunft zu blicken.

Gerade der Bereich der Infrastruktur mit seiner regen Bautätigkeit ist dazu geeignet, positive Konjunktursignale auszusenden, und die wird die Wirtschaft dringend brauchen. Wir investieren nachhaltig und mit Hausverstand in den Wirtschaftsstandort Oberösterreich“, betont ein bewusst zuversichtlicher Landesrat für Infrastruktur Mag. Günther Steinkellner.

Knoten Haidach

Zur Attraktivierung der Bahnstrecke Stainach-Irdning – Schärding (Salzkammergutbahn) im Bereich des Bahnhofs Gmunden und des Bahnhofs Aurachkirchen, sowie zur Hebung der Verkehrssicherheit, ist die Niveaufreimachung von bestehenden Eisenbahnkreuzungen im Gemeindegebiet von Ohlsdorf und Pinsdorf geplant. Aus diesem Grund errichtet die ÖBB im Bereich der Ortschaft Fraunsdorf ein Überführungsobjekt. Um zusätzlich einen Teil des Durchzugsverkehrs aus dem Ortsgebiet von Pinsdorf auf die B145 Salzkammergutstraße zu verlagern, wird 2021 ein neuer Halbanschluss (Verbindung der L1302 Aurachtalstraße mit der B145) errichtet.

Der Knoten/Halbanschluss Haidach verbindet die B145 mittels Auf- und Abfahrtsrampen mit der L1302 und der Überführung Haidach. Der Knotenpunkt wird als Kreisverkehr ausgeführt. Im Zuge der Errichtung des Halbanschlusses werden auch die vorhandenen Bushaltestellen adaptiert und neu errichtet. Der Landesanteil beträgt für das Gesamtprojekt insgesamt ca. 1,8 Millionen Euro.

LILO Radweg

Im Endausbau soll der LILO Radweg von Alkoven über Straßham und Leonding nach Linz, weitgehend entlang der Linzer Lokalbahn, geführt werden. Mit der insgesamt rund 13,3 Kilometer langen Radverbindung entsteht eine zusätzliche Mobilitätsoption für die Menschen in der Region. Besonders für Pendlerinnen und Pendler bietet diese attraktive Route eine gute Alternative zum Auto, da der Linzer Hauptbahnhof in gut 25 Minuten von der Hitzinger Kreuzung erreichbar ist. Schwierig umzusetzen gilt der Bereich zwischen Hauptbahnhof Linz und der Waldeggstraße.

Da hier große Infrastrukturprojekte entstehen wie bspw. der 4-gleisige Ausbau der Westbahnstrecke seitens der ÖBB, oder der zukünftige Westring seitens der ASFINAG, wurde 2019 entlang der Waldeggstraße vorläufig ein Radwegprovisorium errichtet. Da dieser Abschnitt im Zuge des ÖBB Projekts des 4-gleisigen Westbahnausbaus ausgeführt wird, soll bis zu dieser Umsetzung eine provisorische Radwegverbindung bis zum Bahnhof Leonding errichtet werden.

Somit ist dann eine provisorische Radwegverbindung von der Waldeggstraße in Linz bis zum Bahnhof Leonding vorhanden. Das Provisorium soll in den ersten Monaten des neuen Jahres umgesetzt werden. Die notwendige Detailplanung für den nächsten Abschnitt wird in zwei Bauabschnitten durchgeführt (Bahnhof Leonding bis Firma Ebner und Firma Ebner bis Hitzinger Kreuzung), wobei die Detailplanung für den 1. Bauabschnitt derzeit mit Hochdruck vorangetrieben wird.

Radweg Haager Lies

Mit 12. Dezember 2009 wurde der Personenverkehr auf der Bahnstrecke „Haager Lies“ eingestellt. Da sich die ehemalige Bahntrasse auf Grund der geringen Steigung optimal als Geh- und Radweg eignet, wurde von den sechs Anrainergemeinden der Entschluss gefasst, einen überregionalen Radweg zu errichten. Der erste Bauabschnitt in Gaspoltshofen ist bereits in Fertigstellung. Die weiteren Abschnitte folgen im heurigen Jahr. Ende 2021 werden die Radfahrer dann auf den gesamten 22 Kilometern in die Pedale treten können. Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf ca. 6,3 Millionen Euro, wobei auch Bundes- bzw. EU-Mittel „abgeholt“ wurden.

Das Stadtbahnprojekt

Für das wichtigste ÖV-Projekt in Oberösterreich – die Durchbindung der Mühlkreisbahn als Stadtbahn zum Linzer Hauptbahnhof sowieso die Verwirklichung der Stadtbahn über die JKU nach Gallneukirchen und Pregarten – soll möglichst rasch im neuen Jahr die Unterschrift des Bundes unter das Memorandum Of Understanding (Absichtserklärung) erreicht werden. Nachdem im vergangenen Jahr die wichtige grundsätzliche Einigung zwischen Stadt und Land hinsichtlich des Projektes erzielt wurde, die Stadt dies mit einem Grundsatzbeschluss im Gemeinderat bekräftigt und das Land die notwendigen Finanzmittel für den Landesanteil durch seinen Oberösterreich-Plan bereitgestellt hat, gilt es nun, den Bund endlich ins Boot zu bekommen. Ein entsprechender MOU ist de facto fertig.

„Ich bin überzeugt, dass man sich der Bedeutung dieses Projektes für den Oberösterreichischen Zentralraum und seiner Unverzichtbarkeit in Verkehrs-, als auch Klimafragen in Wien bewusst ist. Eine baldige Einigung ist notwendig, damit die restlichen politischen und finanziellen Beschlüsse zügig gefasst werden und wir endlich die Umsetzungsphase gelangen“, so ein zuversichtlicher Landesrat Steinkellner. Ein Projekt dieser Größe ist nur mit einer tatkräftigen Mitfinanzierung des Bundes realisierbar. Es gilt jetzt in die Ausführungs- und Einreichplanungen einzusteigen und dafür bedarf es einer grundlegenden finanziellen Sicherheit. Sobald diese Voraussetzungen gegeben sind, können die Planungen ausgeschrieben werden. Dies erfolgt in zwei Phasen, zuerst innerstädtisch, dann wenige Monate später der überregionale Ast. Diese Planungen werden u.a. das aktuell reservierte Trassenband reduzieren und präzisieren, sowie die Zeitpläne und Investitionen konkretisieren.

Parallel arbeiten Expert/innen an der Erstellung einer Betriebssimulation von Obus und Stadtbahn, wie auch an einer Klärung der Frage, ob eine oberirdische Führung der Stadtbahn auf Urfahraner Seite auf einem Teilstück zwischen Mühlkreisbahnhof und Gasthof Lindbauer verkehrlich möglich oder nur unterirdisch sinnvoll umsetzbar ist. Technisch ist beides möglich und umsetzbar. Diese Abklärungen verhindern aber keineswegs die Unterzeichnung des MOU, da die entsprechenden Formulierungen entsprechend flexibel gestaltet sind. Weitere technische Detailfragen lassen sich nur in den vertieften Planungen endgültig klären.
„Dieses gewaltige Verkehrsprojekt wird zahlreichen Menschen eine leistungsfähige Mobilitätsalternative bieten. Sobald mit dem Bund unser letzter Projektpartner an Bord ist, kann das Projekt endlich anrollen“, betont Landesrat Steinkellner.

Laufende Umsetzung OÖ-Paket

Nach jahrelangen Vorbesprechungen mit den ÖBB konnte das Land Oberösterreich im Juli 2019 das bis dato größte Schienen-Investitionspaket in der oö. Geschichte präsentieren. So wurde ein Investitionspaket von über 600 Mio. Euro (Preisbasis 2018 – voraus valorisiert bis 2030 = 725 Mio. Euro) unterzeichnet. Mit der Infrastrukturoffensive Oberösterreich wird eine umfassende und nachhaltige Lösung für die OÖ Regionalbahnen umgesetzt. Die Kernpunkte dieser Infrastrukturoffensive sind:

• Erhalt und Attraktivierung aller Nebenbahnstrecken
• Elektrifizierung von Bahnstrecken
• Moderne Bahnhöfe und Haltestellen in Oberösterreich
• Weitere Erhöhung der Sicherheit bei Eisenbahnkreuzungen

Im Rahmen diesen Planes kommt es im Jahr 2021 unter anderem an folgenden Stationen und Bahnhöfen zu Umsetzungsarbeiten: Linz Hbf, Wels Hbf, Schlüsselberg, Steyregg, Lungitz, Summerau, Obertraun-Koppenbrüllerhöhle, Obertraun-Dachsteinhöhlen, Pinsdorf, Munderfing, Mattighofen und Mauerkirchen.

Die an allen Standorten jeweils unterschiedlichen Maßnahmenbündel reichen hierbei von der Errichtung dynamisch-optisch-akustischer Informationssysteme, moderner Anzeigen oder taktiler Leitsystem, über die Errichtung von Randbahnsteigen oder Mittelbahnsteigen, die Errichtung von Unterständen hin zu den unterschiedlichsten technischen Begleitmaßnahmen.

Corona Begleitmaßnahmen im ÖV

Einerseits ist man darum bemüht, den öffentlichen Verkehr in möglichst vollem Umfang aufrecht zu erhalten, andererseits gibt es Fahrgäste, die den ÖV nicht mehr täglich nützen (können oder wollen).
Aufgrund von Lockdown, Homeoffice, Homeschooling und auch der Angst, sich im öffentlichen Leben anzustecken, hat der ÖV massive Einbrüche zu verzeichnen gehabt und es mussten flexibel Maßnahmen zur Anpassung an die jeweilige Situation getroffen werden (an die jeweiligen Lockdowns etc.). Das wiederum hat Einnahmenausfälle in Millionenhöhe zur Folge, die es zu kompensieren gilt.

Weiters kommen Zusatzausgaben auf die öffentliche Hand zu, etwa was die verstärkte Reinigung der Fahrzeuge, aber auch coronabedingte Zusatzausgaben betrifft.

So werden Verkehrsunternehmen finanziell unterstützt und motiviert, in deren Busse einen sogenannten „Spuckschutz“ einzubauen, der die Fahrer vor der Ansteckung mit Covid-19, aber auch vor physischen Angriffen schützen soll. Derzeit werden gerade die Förderrichtlinien finalisiert. In den künftigen Ausschreibungen ist ein Spuckschutz in den Bussen fix verankert.

Auf volle Schülerbusse hat man bereits zu Schulbeginn im Herbst 2020 reagiert und extra Verstärkerbusse eingeführt. Die Situation wird laufend evaluiert, die Zusatzbusse werden laufend angepasst. Den genauen Stand der Verstärkerbusse kann man der Website des OÖVV tagesaktuell entnehmen. Diese Maßnahmen werden uns voraussichtlich auch 2021 weiter begleiten.

Pressemeldung Land OÖ, gekürzt

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Letzte Änderung am Montag, 04 Januar 2021 18:01

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