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Sonntag, 10 Januar 2021 15:00

Tschechien: Machbarkeitsstudie für die Neubaustrecke von Prag nach Dresden genehmigt

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Foto České dráhy.

Die Zentralkommission des tschechischen Verkehrsministeriums hat am 08.01.2021 die Machbarkeitsstudie für die neue Eisenbahnverbindung Prag - Dresden genehmigt. Auf der Grundlage dieses Konzeptpapiers wird nun die Vorbereitung der zukünftigen Hochgeschwindigkeitsstrecke erfolgen.

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Grafik Správa železnic.

Die Studie belegte die Machbarkeit der Strecke, deren erster Abschnitt von Prag nach Litoměřice rein für den Personenverkehr mit einer Höchstgeschwindigkeit von bis zu 320 km/h genutzt werden soll. Der Abschnitt über das böhmische Mittelgebirge (České středohoří) und weiter nach Deutschland soll auch von Güterzügen befahren werden, wodurch der Verkehr im engen Elbtal entlastet werden soll. Im Tunnel unter dem Böhmischen Mittelgebirge werden daher Personenzüge mit Geschwindigkeiten von bis zu 250 km/h und im Erzgebirgstunnel (Krušnohorský tunel) mit 200 km/h verkehren. Neben den Personenzügen wird auch mit dem Betrieb von bis zu 150 Güterzügen pro Tag gerechnet.

Die neue Bahnstrecke Prag-Dresden ist Teil des TEN-T-Netzes und wird die Tschechische Republik an das westeuropäische Hochgeschwindigkeitsnetz anschließen. Ihr Bau wird die Reisezeiten nicht nur im internationalen Verkehr deutlich verkürzen. Internationale Schnellzüge werden in 25 Minuten von Prag im Zentrum von Ústí nad Labem und in weiteren 26 Minuten von Ústí nad Labem in Dresden sein. Die nationalen Schnellzüge werden dank der Hochgeschwindigkeitsstrecke auf ihrem Weg aus Prag in nur 19 Minuten am neuen Terminal am Stadtrand von Roudnice nad Labem halten und in 32 Minuten in Lovosice oder Litoměřice ankommen.

Bedeutende Bauwerke der neuen Strecke werden die Terminals am Stadtrand von Roudnice nad Labem und im Zentrum von Ústí nad Labem sein, für die Gestaltung und das Aussehen der bahnhofskomplexe werden Architektur- und Städtebauwettbewerbe ausgeschrieben. Weitere wichtige Elemente werden der Mittelgebirgstunnel (Středohorský tunel) mit einer Länge von etwa 18 Kilometern und der Erzgebirgstunnel (Krušnohorský tunel) mit einer Länge von mindestens 26 km (davon 11,7 Kilometer auf tschechischem Gebiet) sein.

Ihre Vorbereitung des Neubaues erfolgt in Zusammenarbeit mit dem deutschen Betreiber der Eisenbahninfrastruktur - der DB Netz AG. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit wurde bereits ein Auftragnehmer für das Projektmanagement ausgewählt, und die Angebote zur Bearbeitung der Dokumentation für die Planfeststellungsbeschlüsse werden derzeit ausgewertet.

WKZ, Martin Kubík, Quelle Správa železnic

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Letzte Änderung am Sonntag, 10 Januar 2021 19:16

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