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Mittwoch, 13 Januar 2021 08:00

Großbritannien: Ein fertiger Güterstrecken-Betontunnel wird unter der East Coast Main Line eingeschoben

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Fotos Network Rail Air Operations, Network Rail.

In Werrington bei Peterborough entsteht derzeit ein 11.000 t schweres Kreuzungsbauwerk aus Beton, mehr Masse als zum Beispiel der Eiffelturm. Es handelt sich um eine Bahnunterführung im Rahmen des 1,2 Mrd. GBP (1,5 Mrd. EUR) umfassenden "East Coast Upgrade", wobei hier die Eisenbahnstrecke von Peterborough nach Sleaford und Lincoln zukünftig ohne niveaugleiche Kreuzung aus der "East Coast Mainline" (ECML) von London nach York heraus- bzw. eingefädelt werden soll.

Werrington, north of Peterborough Photo credit, Network Rail Air Operations
Foto Network Rail Air Operations.

In den vergangenen neun Monaten wurde die Betonkonstruktion neben der ECML gebaut, während die Züge zwischen London und Edinburgh vorbeifuhren. Die fertige Betonkonstruktion ist nun bereit, unter der vorinstallierten Führungsstruktur eingeschoben zu werden, nachdem die drei darüber liegenden Gleise vorübergehend entfernt wurden. Eine herkömmliche Methode zum Bau eines Tunnels auf dem kritischen Streckenabschnitt hätte bedeutet, die Strecke für etwa einen Monat komplett zu sperren. Das vorgefertigte Bauwerk wird jedoch in nur neun Tagen installiert - und dies bedeutet, dass gleichzeitig ein reduzierter Betrieb auf der ECML möglich sein wird.

Der neue Tunnel ist ein 155 m langer, gebogener Betonkasten, der in mühevoller Kleinarbeit mit 150 cm pro Stunde vorwärts geschoben wird. Es ist das erste Mal, dass diese Bautechnik in dieser Form in Großbritannien eingesetzt wird.

nwr 4Inside the concrete structure at Werrington
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Fotos Network Rail.

Der für die Eisenbahnen zuständige Staatssekretär im britischen Verkehrsministerium, Chris Heaton Harris, erklärte dazu: "Dies ist eine erstaunliche Leistung, die den Ruf unseres Landes für bahnbrechende Ingenieurskunst und die Bereitstellung wichtiger Verbesserungen für Reisende unterstreicht. Indem wir jetzt ein Projekt dieser Größenordnung in Angriff nehmen, nutzen wir die Zeit, in der unsere Bahnen weniger stark ausgelastet sind, um eine wichtige neue Infrastruktur zu schaffen, die unsere Bahnen verbessern wird, damit die Fahrgäste sicher zurückkehren können."

Durch den Bau des Tunnels können langsamere Güterzüge von der Schnellfahrstrecke abgeleitet werden, was den Verkehr beschleunigt und die Zuverlässigkeit erhöht, während gleichzeitig der Wartungsaufwand auf diesem Streckenabschnitt reduziert wird.

Trotzdem ist für neun Tage (von Samstag, 16. bis Sonntag, 24. Januar) nur ein eingeschränkter Verkehr auf der East Coast Main Line möglich. Fahrgäste, die nach/von Schottland reisen, müssen dann möglicherweise in Newcastle umsteigen oder einen Teil ihrer Reise mit Bussen zurücklegen.

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, Quellen Network Rail, Peterborough Telegraph

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