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Mittwoch, 13 Januar 2021 12:40

Schweiz: Initiative Bodensee-S-Bahn fordert Ausbau des Bahnnetzes in der Nordostschweiz

Die Grenz- und Randregionen der Nordostschweiz, am Bodensee und beidseits des Rheins haben ein grosses Potential für mehr Eisenbahnverkehr insbesondere im Städtedreieck St. Gallen – Winterthur – Konstanz. Dieses lässt sich auf der bestehenden Infrastruktur mit längeren, einspurigen Strecken nur zu einem kleinen Teil erschliessen. Für einen Fahrplan mit mehr Schnellzügen und S-Bahnen fordert die „Initiative Bodensee-S-Bahn“ einen schrittweisen, weitergehenden Ausbau der Nordostschweizer Bahninfrastruktur.

Die Schweizer Bundesbehörden überarbeiten zurzeit den Programmteil und den Teil Schieneninfrastruktur (SIS) des „Sachplanes Verkehr“. Diese wurden zur Anhörung veröffentlicht und für beide hat die „Initiative Bodensee-S-Bahn“ eine ausführliche Stellungnahme erarbeitet. Die Medienmitteilung für die Schieneninfrastruktur mit Schwerpunkt im Thurgau wurde schon am 26.11.2020 veröffentlicht. Diese wird jetzt für den Programmteil mit teilweise gleichen Anträgen für die ganze Nordostschweiz ergänzt.

In die Nordostschweiz mit einem Bevölkerungsanteil von 11 % haben die Bundesbehörden für die Schieneninfrastruktur seit 1990 nur 3% von 40 Milliarden Franken bewilligt und ein so kleiner Anteil ist auch für die nächsten Jahrzehnte vorgesehen. Diese unverständliche Benachteiligung einer so grossen Randregion mit bald einer Million Einwohnern und guten Entwicklungschancen ist in den nächsten Jahrzehnten zu kompensieren.

Mit den neuen Doppelstock-S-Bahn-Zügen lassen sich heute in der Spitzenstunde auf einer Fahrspur 40‘000 Sitzplätze anbieten. Für die gleiche Verkehrsleistung braucht es für den Autoverkehr mit mittlerer Sitzplatzbelegung mindestens zehn Fahrspuren.

Bahn und Bus werden innerhalb und zwischen den Agglomerationen der Nordostschweiz nur dann eine stärker genutzte Alternative, wenn S-Bahnen und Schnellzüge häufiger und schneller verkehren als heute. Die Agglomeration Kreuzlingen/Konstanz ist erheblich schlechter an das Schweizer Eisenbahnnetz angeschlossen als die etwa gleich grossen Agglomerationen St. Gallen und Winterthur. Um diesen Rückstand zu beheben, sind folgende Ausbauten der Schieneninfrastruktur notwendig:

1. Die „Ostschweizer Spange“ Chur – Sargans – Rorschach – Arbon – Romanshorn – Kreuzlingen/Konstanz – Schaffhausen ist möglichst durchgehend auf Doppelspur auszubauen, damit auf diesen Strecken Schnellzüge verkehren können.

2. Eine doppelspurige Neubaustrecke von Mettendorf/Felben entlang der A 7 und mit einem Tunnel nach Tägerwilen/Kreuzlingen halbiert die Fahrzeit der Schnellzüge von Frauenfeld nach Kreuzlingen von 31 auf 12 – 15 Minuten.
Mit dieser Neubaustrecke kann der Kanton Thurgau in das internationale Bahnnetz eingebunden werden, nämlich für direkte IC-Züge Zürich – Flughafen – Winterthur – Frauenfeld – Kreuzlingen – Romanshorn – Rorschach – St. Margrethen und nach Bregenz - Lindau – München.

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3. Die überlastete Doppelspurstrecke St. Gallen – Winterthur soll grosszügig ausgebaut werden.

4. Die Strecke St. Gallen – Romanshorn soll mit weiteren Doppelspurabschnitten erweitert werden. Damit kann ein attraktiver S-Bahn-Takt im Dreieck St. Gallen – Romanshorn – Rorschach errichtet werden. Ausserdem lässt sich der Schnellzug-Stundentakt St. Gallen – Konstanz verdichten und Richtung Singen – Schaffhausen – Basel verlängern. Dieser Ausbau und derjenige der „Ostschweizer Spange“ entlasten den Knoten Zürich – den grössten Engpass im Schweizer Eisenbahnnetz.

5. Die Bahnstrecken Konstanz – Weinfelden – Wil – Wattwil – Uznach – Rapperswil/Glarus sind auszubauen, damit auf dieser Nord-Süd-Achse Eilzüge verkehren können.

6. Die Bahnlinie Singen – Etzwilen ist wieder in Betrieb zu nehmen für eine zusätzliche Verbindung des deutschen mit dem Schweizer Bahnnetz und für attraktive, neue Angebote des Nah- und Fernverkehrs.

7. Es sind die obigen und die weiteren Bahnausbauprojekte in der Nordostschweiz mit ausreichendem Potential zu identifizieren. Die Kantone erarbeiten dafür Machbarkeitsstudien und der Bund übernimmt diese zur Weiterplanung in seine Projektliste für die Bahninfrastruktur.

Pressemeldung Initiative Bodensee-S-Bahn“ (IBSB) 

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Letzte Änderung am Mittwoch, 13 Januar 2021 22:57

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