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Mittwoch, 29 November 2017 07:20

Belgien: Vier Untersuchungen zum tödlichen Eisenbahnunglück in Morlanwelz

Bei einem Eisenbahnunglück in Belgien auf der Strecke Charleroi-La Louvière sind am Montag zwei Personen getötet und sieben verletzt worden. Nach dem Zusammenstoß mit einem Personenwagen am Montagmorgen sollte der dabei beschädigte Triebzug abgeschleppt werden. Dabei löste sich der beschädigte Zug vom abschleppenden Fahrzeug und rollte rund 14 km in Richtung Mons die bergabwärts führende Strecke weiter. Der führerlose Zug hat dabei Arbeiter von Infrabel erfasst, die bei Morlanwelz Reparaturarbeiten an den Gleisen durchgeführt hatten.

Der Unfall hatte zwei Todesopfer und zwei Schwerverletzte zur Folge. Der Konvoi setzte dann seine Fahrt abermals fort und wurde erst durch die Kollision mit einem Personenzug in Bracquegnies bei La Louvière aufgehalten, was fünf weitere leichte oder mittlere Verletzungen zur Folge hatte.

Vier Untersuchungen wurden zum tödlichen Eisenbahnunglück in Morlanwelz eingeleitet: von der Unfalluntersuchungsstelle OE, dem Infrastrukturverwalter Infrabel, der belgischen Bahn SNCB und der Arbeitsaufsichtsbehörde Auditorat du travail. "Die Untersuchungselemente werden nicht geteilt, was bedeutet, dass dieselben Personen während der verschiedenen Untersuchungen mehrmals befragt werden", sagte Charles-Eric Clesse, Auditor der Arbeitsaufsichtsbehörde Hainaut am Dienstag gegenüber der Zeitung 7 sur 7.

Die Untersuchungen werden mehrere Wochen dauern. Die drei Wagen, die sich losgerissen haben, wurden beschlagnahmt und in die Werkstatt von Charleroi geschleppt, um sie dort zu untersuchen. Es ist noch nicht klar, ob der Unfall eine technische oder menschliche Ursache hat.

Die beim Föderalen Öffentlichen Dienst für Mobilität und Transport (service public fédéral Mobilité et Transports, SPF) angesiedelte Unfalluntersuchungsstelle (L'organisme d'enquête sur les accidents et incidents ferroviaires, OE) hat inzwischen angekündigt, ihre eigene Untersuchung zu den Umständen des Zugunglücks aufgenommen zu haben. Die Untersuchung ist getrennt von den Ermittlungen der Justiz und der Bahn selbst.

Die Gewerkschaften haben inzwischen darauf hingewiesen, dass die Eisenbahnen in den letzten Jahren Kosteneinsparungsmaßnahmen durchlaufen haben, die die Arbeitsbelastung der in immer kleinerer Anzahl eingesetzen Agenten ständig erhöht haben. Sie fordern, dass der Sicherheit Vorrang vor der Produktivitätssteigerung eingeräumt wird.

WKZ, Quelle 7sur7

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