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Mittwoch, 29 November 2017 17:56

Italien: Denkmalschutz für Werkhallen am Bahnhofsareal Bozen

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Fotos LPA.

Über einen direkten Denkmalschutz für zwei Bauparzellen auf dem Bozen Bahnhofsareal will die Landesregierung wertvolle Zeugnisse der Bahnhofsarchitektur der Zwischenkriegszeit schützen und erhalten.

Es handelt sich um zwei Bauparzellen, die Bauparzelle 1051 und die Bauparzelle 1052, welche unter Denkmalschutz gestellt werden sollen. Die Landesregierung hat heute (28. November) einem entsprechenden Vorschlag von Denkmalpflege-Landesrat Florian Mussner zugestimmt, auf dessen Grundlage nun der Schutz im Grundbuchsamt Bozen eingetragen werden kann. "Wir haben heute beschlossen, diese beiden Gebäude als wichtige Zeugnisse der Bahnhofsarchitektur der Zwischenkriegszeit und als Beispiele der Technikgeschichte des Landes unter Denkmalschutz zu stellen", erklärte Landesrat Florian Mussner.

Auf der Bauparzelle 1051 befindet sich eine ehemalige Werkstatt für Oberleitungen. Es handelt sich dabei um eine große Halle mit Sheddach. Die Fassade weist eine monumentale Pilastergliederung auf. Das Gebäude wurde in der Erweiterungsphase des Bahnhofsgeländes in der Zeit zwischen 1927 und 1936 als Werkstatt erbaut. "Die großen erdgeschossigen Tore mit den darüber liegenden flach gewölbten Fensteröffnungen mit metallgerahmten Scheiben sind an die Gliederung des Sheddachs angepasst und ergeben eine Reihung vertikaler Elemente", heißt es in der Baubeschreibung, "die Giebelfelder des Sheddachs sind mit aufgesetztem, abgetrepptem Glattputz versehen. Der Innenraum ist durch eine monumentale Stützenkonstruktion charakterisiert. Der sich daraus ergebende mehrschiffige, großzügige Raum besticht durch eine optimale Lichtführung." Die Halle galt seinerzeit aus technischer Sicht als innovativ, besonders auch wegen des Sheddachs und symbolisiert die Modernisierung des Bahnhofes in der Zwischenkriegszeit, die wiederum Voraussetzung für die Industrialisierung Südtirols und speziell der Stadt Bozen war.

Die zweite Bauparzelle, die Nr. 1052, umfasst ein eingeschossiges Gebäude mit hohem Kamin aus Ziegelsteinen, das ebenfalls in den Jahren zwischen 1927 und 1936 im Zuge des Bahnhofsumbaus durch Angiolo Mazzoni verwirklicht wurde und in dem Heizungsanlage und verschiedene Werkstätten untergebracht waren.

Besitzer der beiden unter Schutz gestellten Bauparzellen ist Trenitalia AG. Trenitalia beziehungsweise der Schienennetzbetreiber RFI hatten die Überprüfung des kulturellen Interesses der Bahnhofsliegenschaft mit insgesamt sechs Gebäuden beantragt. Der nun von der Landesregierung beschlossene Schutz ist ab sofort wirksam. Der Beschluss wird in der Folge im Amtsblatt der Region veröffentlicht.

Pressemeldung Autonome Provinz Bozen-Südtirol

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