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Donnerstag, 30 November 2017 11:04

Dänemark/Schweden: Streit um Übernahme des Öresundverkehrs durch Skånetrafiken

Derzeit laufen Verhandlungen zur Weiterführung des Öresundverkehrs. Die derzeitige schwedisch-dänische Vereinbarung läuft im Dezember 2019 aus. Wie die schwedische Zeitung Sydsvenskan berichtet, will Skånetrafiken die Verantwortung für den Öresundverkehr übernehmen. Die Dänen bremsen die Vereinbarung, da die dänische Bahngesellschaft DSB eine ganz andere Lösung bevorzugt, bei der Öresundståg mit einem Shuttle Malmö - Kopenhagen fährt.

Auf der schwedischen Seite ist die Vereinbarung abgeschlossen. Am Montag (28.11.17) stimmte der Ausschuss für öffentlichen Verkehr der Region Skåne dem Abkommen zu, was bedeutet, dass Skånetrafiken ab 2019 für den Schienenverkehr bis nach Kopenhagen zuständig sein wird. Die endgültige Entscheidung wird im Regionalrat getroffen.

Aus dem dänischen Verkehrsministerium verlautet nur, dass der Vorschlag diesen Sommer den politischen Parteien vorgelegt wurde. Ein Datum der Entscheidung sei noch offen. "Die Behandlung am Montag in Skåne ist daher nur ein Schritt in Richtung einer möglichen Überstellung", heißt es in der schriftlichen Stellungnahme der Presseabteilung des Ministeriums.

Die Zuggesellschaft DSB ist derzeit für den Verkehr auf der dänischen Seite verantwortlich und fürchtet, den Einfluss auf die neue Verkehrsvereinbarung zu verlieren. Aufgrund eingefahrener Verspätungen der Züge auf den langen Strecken aus Richtung Göteborg, Småland und Blekinge schlägt der DSB-Direktor für Zugmaterial und Strategie, Jürgen Müller, vor, das Öresundståg nur einen Shuttle Kopenhagen H- Malmö / Lund betreibt. "Auf diese Weise können Sie Verzögerungen am besten einschränken und verhindern, dass diese sich ausbreiten", sagt Jürgen Müller.

Aber vom Verkehrsministerium heißt es, dass der Vorschlag der DSB bereits mit Skånetrafiken diskutiert wurde und nicht als nicht relevant angesehen wird: "Er wurde eindeutig von der schwedischen Seite zurückgewiesen, weil Bahnreisende aus ganz Südschweden auf dem Weg nach Kopenhagen oder Kastrup in Malmö umsteigen müssten. Um dies zu vermeiden, wurden große Investitionen in den City Tunnel getätigt."

Linus Eriksson, Verkehrsleiter bei Skånetrafiken, sieht wiederum keinen Grund, sich zu dem DSB-Vorschlag zu äußern, da das Problem "eine Frage zwischen DSB und dem dänischen Staat, dem die Eisenbahngesellschaft gehört", sei.

Damit Skånetrafiken den Verkehr nach Kopenhagen H/Østerport übernehmen kann, muss die neue Vereinbarung bis Anfang nächsten Jahres abgeschlossen sein. Man hofft auf eine dänische Entscheidung im ersten Vierteljahr 2018.

Bengt Dahlberg, WKZ, Quelle Sydsvenskan

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