english

Dienstag, 09 Februar 2021 10:00

Spanien: Adif AV führt Gleisvormessfahrten auf dem neuen Hochgeschwindigkeitsabschnitt Pedralba de la Pradería - Ourense durch

aduf2
Foto ADIF AV.

Adif Alta Velocidad hat am 05.02.2021 die erste geometrische Gleisvormessung auf dem Abschnitt Pedralba de la Pradería - Ourense der Hochgeschwindigkeitsstrecke (LAV) Madrid - Galicia  durchgeführt. Damit ist die komplette Bahntrasse auf der neuen Strecke, die eine Gesamtlänge von 119 km hat, überprüft worden.

Der Gleisvormesszug kam in Pedralba de la Pradería auf der in Betrieb befindlichen Hochgeschwindigkeitsstrecke (Zamora - Pedralba) an und fuhr direkt auf den zu testenden Abschnitt Pedralba de la Pradería - Taboadela - Ourense. Die Gleisvormessung wurden auf beiden Gleisen entlang ihrer gesamten Strecke durchgeführt.

Die Gleisgeometrie-Vormessung prüft die Eignung der verschiedenen Parameter des Gleises: Nivellierung, Ausrichtung, Breiten, Überhöhungen und Verwerfungen. Diese Prüfungen sind der Schritt vor der Fahrt weiterer Züge auf der Strecke für die folgenden Testphasen.

Die geometrische Gleisvormessung des Abschnitts Pedralba de la Pradería - Ourense wird mit einem Laser-Gleisvormesszug EM-SAT von Plasser durchgeführt. Dieses Schienenfahrzeug ermöglicht die kontinuierliche geometrische Gleisvormessung der gesamten Strecke, als Ergänzung zu den in der vorangegangenen Arbeitsphase verwendeten Verifikationssystemen mittels manueller Elemente und klassischer Topografie.

Die durch das kontinuierliche Ablesen des Gleisvormessungsfahrzeugs gewonnenen Ergebnisse werden anschließend einer Analyse, Überprüfung und ggf. Korrektur unterzogen. Nach der ersten Vormessung führt das Fahrzeug noch einmal millimetergenaue Kontrollen durch, bis die Spurqualität ausreichend ist.

Fortschritt der Testphase

Neben dieser geometrischen Gleisvormessung werden vor der kommerziellen Inbetriebnahme der Strecke weitere Tests durchgeführt. Davon laufen bereits die Belastungstests mit Zügen auf den Bauwerken sowie die Aktivierung der Signal- und Kommunikationsanlagen und deren Betriebstests, auch ohne Zugverkehr.

Sobald die aktuelle geometrische Gleisvormessung validiert ist, wird die dynamische Gleis- und Fahrleitungsmessung bei höheren Geschwindigkeiten fortgesetzt, wobei der Laborzug von Adif zum Einsatz kommt.

Die nächste Phase umfasst Tests mit Zügen des europäischen Eisenbahnverkehrsleitsystems ERTMS Level 2 und schließlich Zuverlässigkeitsfahrten und Schulungen der Zugführer, in diesem Fall durch den Bahnbetreiber.

Diese Maßnahme trägt zur Erreichung des Ziels für nachhaltige Entwicklung (Objetivo de Desarrollo Sostenible, ODS) Nummer 9 bei, das unter anderem die Entwicklung zuverlässiger, nachhaltiger und hochwertiger Infrastrukturen vorsieht.

Abschnitt Pedralba de la Pradería - Taboadela

Dieser neu gebaute Abschnitt ist der Einstieg der Hochgeschwindigkeitsbahn in Galicien und durchquert die Provinz Ourense von der Grenze zu Zamora im Südosten mit einer Strecke, die nördlich der Autobahn A-52 bis zur Provinzhauptstadt verläuft. Es ist der orografisch und geotechnisch komplexeste Abschnitt der gesamten Strecke, der durch einen Tunnel zum Endziel, dem Bahnhof Ourense-Empalme, geführt wird.

Dieser Bahnhof ist dazu bestimmt, ein strategischer Knotenpunkt für Hochgeschwindigkeitszüge zu sein, da er nicht nur Ausgangs- und Zielpunkt der Strecke nach Santiago ist, sondern auch derjenigen, die nach Lugo einerseits und Pontevedra und Vigo andererseits führen, zwei grundlegende Voraussetzungen zur Erweiterung des Hochgeschwindigkeitsverkehrs in Galicien.

Merkmale

Es handelt sich um eine 103,9 km lange Strecke, die zu drei Vierteln auf zwei unabhängigen, parallelen Bahntrassen gebaut wurde, einer für jedes Gleis. Aufgrund der zerklüfteten Orographie des Geländes wird die Strecke von Tunneln und großen Viadukten dominiert. In diesem Sinne wurden 31 Tunnel mit einer Gesamtlänge von mehr als 126 km gebaut, der längste ist der Tunnel O Corno (8,57 km). Außerdem wurden 32 neue Viadukte mit einer Gesamtlänge von 10,2 km gebaut, wobei das längste das Requejo-Viadukt für Doppelgleis mit einer Länge von 1,72 km ist.

Die Strecke beinhaltet eine 2 km lange Nebenstrecke, um den neuen Hochgeschwindigkeits-Bahnsteig und die konventionelle Strecke in der Umgebung von Taboadela zu verbinden. In diesem Bahnhof befindet sich der Spurwechsler, der die Durchgängigkeit für Fernzüge von Ourense zu den übrigen galicischen Städten in konventioneller Spurweite ermöglichen wird.

Abschnitt Taboadela - Ourense

Dieser 15,4 km lange, eingleisige Abschnitt der konventionellen Strecke Zamora - Ourense wurde ausgebaut, um den Halt von Hochgeschwindigkeitszügen in der Hauptstadt Ourense zu ermöglichen, während die äußere Umgehungsstrecke der Stadt geplant und gebaut wird.

Wichtigste Anpassungsmaßnahmen des Abschnitts Taboadela - Ourense:
- Elektrifizierung der Strecke.
- Installation einer dritten Schiene, um das Gleis für Normalspur (1.435 mm) und konventionelle Spurweite (1.668 mm) einzurichten.
- Anpassung der Sicherheits- und Kommunikationseinrichtungen der Sektion.
- Konditionierung des Viadukts über den Miño-Fluss (422 Meter lang).
- Konditionierung von 4 Tunneln: Áspera-Tunnel (153,90 Meter lang), Corruxeiras-Tunnel (125,40 Meter lang), La Marquesa-Tunnel (248 Meter lang) und San Francisco-Tunnel (911,8 Meter).

Europäische Mittel

Das LAV Madrid-Galicia wird vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) über die P.O. Galicia 2007-2013, die P.O. Kohäsionsfonds-ERDF 2007-2013 und die überregionale P.O. 2014-2020 Spaniens, Thematisches Ziel 7: Nachhaltiger Verkehr, kofinanziert.

WKZ, Michael Laudahn, Quelle Adif Alta Velocidad

Zurück

Nachrichten-Filter