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Freitag, 01 Dezember 2017 10:41

Großbritannien: East Coast Partnership führt zu Debatte im Parlament

Die britsche Oppositionspartei Labour hat den Verkehrsminister Chris Grayling beschuldigt, das Parlament über die vorzeitige Beendigung des East Coast Rail Franchise in die Irre geführt zu haben, nachdem sich herausstellte, dass der Betreiber, Stagecoach, dem Finanzministerium in den letzten vier Jahren seines Vertrags mehr als 2 Mrd. GBP hätte zahlen müssen.

Von den Ankündigungen ist eine Reihe von Franchiseunternehmen betroffen, an denen derzeit Stagecoach beteiligt ist. Darunter fällt die Ankündigung zur Einführung des "East Coast Partnership" - ein Joint Venture zwischen öffentlichem und privatem Sektor, das ab 2020 von einem einzigen Management betrieben werden soll. Die Regierung diskutiert derzeit mit Stagecoachs 90%igem Joint Venture mit der Virgin Group, das das bestehende East Coast Franchise unter dem Markennamen Virgin Trains East Coast (VTEK) betreibt, eine neue vertragliche Vereinbarung, um den Übergang zum Partnerschaftsmodell in den nächsten zwei Jahren zu ermöglichen.

Die oppositionelle Labour-Partei wirft Grayling nun vor, das Stagecoach durch diese vorzeitige Vertragsänderung nur eine Bindung über 232 Mio. GBP eingehen und verhältnismäßig kleine Prämien bis 2019 zahlen müsste, anstatt den Hauptteil über 3,3 Mrd. GBP zu zahlen, die für die achtjährige Konzession versprochen wurden.

Obwohl Grayling bestritt, dass er Stagecoach hilft, ist der Aktienkurs des Unternehmens seit der Veröffentlichung des Plans um 15% gestiegen, wie der Guardian und weitere britische Medien berichten.

Der Schatten-Verkehrsminister Andy McDonald kommentierte: "Es ist völlig klar, dass Sie trotz Ihrer gegenteiligen Behauptungen tatsächlich Stagecoach/Virgin gerettet haben, und ich möchte Sie dringend bitten, zu bestätigen, dass die Position so ist, wie ich sie beschreibe."

VTEC, ein Joint Venture, an dem Stagecoach zu 90% und Sir Richard Branson's Virgin Group zu 10% beteiligt sind, hat den Service seit der Reprivatisierung im Jahr 2015 nach sechs Jahren in öffentlicher Hand betrieben.

Der ehemalige Verkehrsminister Andrew Adonis sagte, dass das Rettungspaket das Franchisesystem der Bahn untergraben und es den Verkehrsbetreibern ermöglichen würde, "wild zu bieten, wohl wissend, dass sie nicht für eine volle Amtszeit an irgendeine Verpflichtung gebunden sind".

WKZ, Quelle The Guardian

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