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Montag, 15 Februar 2021 07:00

Italien: Prof. Enrico Giovannini zum neuen Verkehrsminister ernannt

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Fotos Palazzo del Quirinale, Ministero delle Infrastrutture e dei Trasporti.

Der italienische Wirtschaftswissenschaftler und Statistiker Prof. Enrico Giovannini übernahm am 13.02.2021 das Amt des Ministers für Infrastruktur und Verkehr in der neuen Regierung unter Ministerpräsident Mario Draghi. Enrico Giovannini folgt auf Paola De Micheli, die in der Regierung Giuseppe Conte Verkehrsministerin war.

Enrico Giovannini, 64, Minister für Infrastruktur und Verkehr, wurde nun mit der komplizierten Aufgabe betraut, die fast 32 Mrd. EUR zu verwalten, die der Aufschwung für die Infrastruktur vorsieht, wobei die Notwendigkeit der Modernisierung des Landes berücksichtigt und mit dem großen Kampf der nachhaltigen Entwicklung in Einklang gebracht werden muss. Es ist kein Zufall, dass mehr als 18 dieser Milliarden der grünen Mobilität gewidmet sind.

Nach seinem Abschluss in Wirtschaftswissenschaften an der Universität La Sapienza in Rom begann Giovannini sofort beim Amt für Statistik (Istat) zu arbeiten, wo er Positionen als Direktor der Wirtschaftsstatistik von 1997 bis 2000 und als Präsident von 2009 bis 2013 übernahm. Dazwischen hat er viel internationale Erfahrung gesammelt, beginnend mit seiner Rolle als Leiter der Statistikabteilung der OECD, der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung mit Sitz in Paris, wo er das Globale Projekt zur "Messung des Fortschritts von Gesellschaften" ins Leben rief, aus dem die weltweite Bewegung "beyond the GDP" hervorging.

Als Arbeitsminister in der Regierung Letta von April 2013 bis Februar 2014 hat er das Projekt "Jugendgarantie" entworfen, um die unter 29-Jährigen, die am Rande der Gesellschaft stehen, in Arbeit zu bringen. Zuletzt war er Professor für Wirtschaftsstatistik an der Tor Vergata in Rom und Mitbegründer der 2016 ins Leben gerufenen Sustainable Development Alliance, in der sich 270 Unternehmen, Institutionen und zivilgesellschaftliche Netzwerke zusammengeschlossen haben, um die Themen der Agenda 2030 und der nachhaltigen Entwicklung zu fördern.

Die Wiederbelebung der Infrastruktur ist für ihn "eines der Dilemma, mit denen ein Land konfrontiert sein muss", sagte er in einem aktuellen Interview, in dem er betonte, dass "dank neuer Technologien Infrastruktur mit geringen Auswirkungen auf die Umwelt" entwickelt werden und "so viel Arbeit geschaffen" werden könne.

Ein Physiker als Umweltminister

Der parteilose Physiker Roberto Cingolani übernimmt das neugeschaffene Ministerium für den ökologischen Umbau, für das sich vor allem die Fünf-Sterne-Bewegung eingesetzt hatte. Das Forschungsgebiet von Cingolani berührt Physik, Halbleiterspektroskopie, Nanotechnologie und Quanteneffekte in niedrigdimensionalen Strukturen, Materialwissenschaften und Robotik. Roberto Cingolani ist Patentinhaber von über 100 Patenten sowie Autor oder Coautor von etwa 1100 Publikationen

WKZ, GK, Quelle Ministero delle Infrastrutture e dei Trasporti, La Reppubblica, Ansa

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