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Dienstag, 23 Februar 2021 10:22

Österreich: Erstes Tragwerk einer neuen Bahnunterführung in Pottschach eingehoben

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Fotos ÖBB/Fritscher.

Im März des Vorjahres haben die Hauptarbeiten für die neue Bahnunterführung L4132/Putzmannsdorfer Straße im Gemeindegebiet von Ternitz an der Südstrecke begonnen, die nach der Fertigstellung die Eisenbahnkreuzung bei der Haltestelle Pottschach ersetzen wird. Die Kosten für die Unterführung belaufen sich auf 12,1 Millionen Euro und nach zwei Jahren Bauzeit soll die Verkehrsfreigabe im Juni 2022 erfolgen.

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Am vergangenen Wochenende wurde ein erster Meilenstein geschafft: Ein 500 Tonnen schwerer Autokran hat das erste der beiden Stahltragwerke eingehoben. Das 20 Meter lange Stahltragwerk der Eisenbahnbrücke hat selbst ein Gewicht von rund 70 Tonnen und wurde in unseren eigenen ÖBB-Werken in St. Pölten und in Fürnitz gefertigt. Ein Einhub einer Brücke ist Präzisionsarbeit und erfolgt wie auch in diesem Fall meist nachts, um den Bahnverkehr aufgrund des geringeren Zugsaufkommens möglichst wenig zu beeinträchtigen. Außerdem können Teile von solcher Größe wegen der erforderlichen Straßensperren – durch die Breite des Tragwerks braucht der Schwertransport zwei Fahrspuren – nur in der Nacht an- oder abtransportiert werden.

Mehr Sicherheit auf Schiene und Straße

Nach der Errichtung der neuen Unterführung wird die Eisenbahnkreuzung an der Putzmannsdorfer Straße der Geschichte angehören. Dadurch wird auch das Risiko eines Unfalls zwischen Bahn und StraßenverkehrsteilnehmerInnen gebannt. Zusätzlich zu diesem großen Sicherheitsgewinn wird die neue Unterführung auch den Verkehrsfluss für die AutofahrerInnen erleichtern.

Neue Unterführung durch geänderten Verlauf der L4132

Der Standort der Unterführung ist im Vergleich zur Eisenbahnkreuzung etwas Richtung Wiener Neustadt versetzt. Dies erfordert auch das Anlegen eines neuen Verlaufs der zusammentreffenden Straßenzüge. Aufgrund des hohen Grundwasserspiegels, wird die Unterführung als Weiße Wanne ausgeführt (wasserdicht). Weiters umfassen die Baumaßnahmen die Herstellung und das Einheben zweier Eisenbahnbrücken, die über die tieferliegende Straße führen. Diese Stahltragwerke werden vom ÖBB Brückenwerk gefertigt. Des Weiteren wird eine Straßenbrücke über den Stuppacher Werksbach errichtet. Erforderlich ist auch der Bau der neuen Fahrbahn der L4132 und die Errichtung der Entwässerungseinrichtung inkl. Versickerungsbecken. Die Unterführung wird des Weiteren mit einem beleuchteten zur Straßenfahrbahn parallel geführten Geh- und Radweg inkl. zugehörigem Beton- und Rahmentragwerk unter den Gleisen ausgestattet. Die geänderte Lage der Unterführung im Vergleich zur ursprünglichen Eisenbahnkreuzung erfordert die Neugestaltung der Kreuzung L4132/L4151/A. Weninger Straße vor der NMS, der Zufahrt zur Firma Lekkerland aus dem Wannenbauwerk und die Umgestaltung des Knotens L4132/Webereistraße/Park&Ride Pottschach. Abschließend wird die bestehende Lücke in der Lärmschutzwand im Bereich des abzutragenden Bahnübergangs geschlossen.

Technische Daten 

Stützweite: ca. 17 m
Lichte Weite: 16,2 m
Lichtehöhe: 4,7 m
Fahrbahnbreite L4132 im Wannenbereich: zw. 3,25 m u. 3,8 m zuzüglich 0,5 m Randstreifen plus 0,5 m Schrammbord und einem separat geführten 3 m breiten Geh-und Radweg
Fahrbahnbreite L4132 Freilandbereich: Fahrstreifen 3,25 m zuzügl. 1,25 m Bankett plus 0,5 Rand- u. Sicherheitsstreifen und einem 3 m Geh- und Radweg

Beeinträchtigungen während Bauarbeiten

Die Arbeiten werden bis Juni 2022 dauern. Für die Bahn-KundInnen sind über die gesamte Baudauer immer wieder Beeinträchtigungen im Personennahverkehr zwischen Neunkirchen und Payerbach-Reichenau (vorwiegend in den Nachtstunden Ausfall von einzelnen Zügen) sowie geringfügig längere Fahrtzeiten zu erwarten – dies auch deshalb, weil parallel am Bahnhof Ternitz Modernisierungsarbeiten laufen.

Kosten und Finanzierung

Das Projekt wird von den ÖBB in Zusammenarbeit mit dem Land Niederösterreich und der Stadtgemeinde Ternitz umgesetzt. Investiert werden 12,1 Millionen Euro, von denen die ÖBB 66 Prozent tragen, das Land Niederösterreich übernimmt 19 Prozent der Kosten, die Stadtgemeinde Ternitz 8 Prozent und die Firma Lekkerland (Werkszufahrt) 7 Prozent.

Pressemeldung ÖBB

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