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Donnerstag, 25 Februar 2021 09:00

Spanien: Es fährt kein Zug zum Hafen A Coruña

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Fotos Hafen A Coruña.

Nach fast einem Jahrzehnt Betrieb und 1 Mrd. EUR Investitionen hat der Außenhafen von A Coruña, den die Zentralregierung und die Regierung Galicien nach der durch den Öltanker Prestige an der spanischen Nordwestküste im Jahr 2002 verursachten Ölkatastrophe aufbauen wollten, um den Umschlag von Öl aus dem Zentrum von A Coruña zu verlagern, noch immer keinen Bahnanschluss und steckt in finanziellen Nöten.

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Das Dock, das in Punta Langosteira (Arteixo), 10 km von der Stadt entfernt, gebaut wurde, ist nicht ausgelastet, hat die Verkehrsprognosen nicht erfüllt und es fehlt ein Bahnanschluss, um die Raffinerie Repsol zu bedienen. Das Projekt sollte "einer der wichtigsten Wirtschaftsmotoren an der europäischen Atlantikküste" werden, wie es der galicische Präsident Alberto Núñez Feijóo vorausgesagt hatte, aber es verursachte den Ruin der Hafenbehörde von A Coruña, die eine Verschuldung von 300 Mio. EUR mit sich schleppt, das Zehnfache ihres Umsatzes.

Die Arbeiten, die 2004 für 429 Mio. EUR an ein von Dragados, Sato, Copasa und Drace gebildetes Joint Venture vergeben wurden, bildeten "keine voll funktionsfähige Einheit", so dass in der Folge neue Infrastrukturen gefördert werden mussten, wie ein vernichtender Prüfbericht des Rechnungshofs feststellte. Mit Kostenüberschreitungen und nachträglichen Ergänzungen beläuft sich die Rechnung auf rund 1 Mrd. EUR.

Zu dieser finanziellen Erstickung gesellt sich, dass niemand für die die lang angekündigte Eisenbahnanbindung von Punta Langosteira mit Kosten von 140 Mio. EUR aufkommen will. "Ohne Zug ist der Außenhafen kein Hafen, sondern eine Hafenpromenade", zitiert El País den ehemaligen Vizepräsidenten der der Xunta, Alberto Núñez Feijoo.

Um die Eisenbahnverbindung doch noch zu bauen, trafen sich am 23,02,2021 der Generalsekretär des Bereichs Infrastructures vom Ministerium für Verkehr, Mobilität und städtische Agenda (Mitma), Sergio Vázquez Torrón, die Präsidentin des Eisenbahn-Infrastrukturverwalters ADIF, Isabel Pardo de Vera, und der Präsidenten der Hafenverwaltung Puertos del Estado, Francisco Toledo, mit den verschiedenen regionalen Regierungs- und Hafenvertretern.

In der Sitzung wurde die Absicht geäußert, eine Umstrukturierung der Schulden der Hafenbehörde durchzuführen, mit einem Moratorium bis 2035, wodurch das Zahlungsszenario entlastet und an das Hafenvermögen gekoppelt werden soll. Für den Eisenbahnzugang will das Ministerium die Verlängerung der Umweltverträglichkeitserklärung (UVE) beantragen, um deren Gültigkeit bis Juni 2023 zu gewährleisten. Ebenso sollen die Möglichkeiten zur Finanzierung dieses Zugangs durch europäische Fonds analysiert werden.

Der Hafen von A Coruña schloss im Januar immerhin mit einem Anstieg des Verkehrsaufkommens um 12%. Dies war der erste positive Saldo seit acht Monaten.

WKZ, Quelle Mitma, El País, Puerto A Coruña

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