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Donnerstag, 25 Februar 2021 11:12

Österreich: ÖH Uni Graz warnt vor Schnellschüssen in der Mobilitätsfrage

Die Studierendenvertretung begrüßt die Diskussion rund um den Ausbau des öffentlichen Verkehrs in Graz, mahnt aber ein, alle eingebrachten Konzepte angemessen zu evaluieren und Studierenden-Mobilität mit zu bedenken.

Letzten Donnerstag präsentierte die Stadtregierung Pläne zum Bau einer U-Bahn in Graz. Die ÖH Uni Graz (Österreichische Hochschülerinnen- und Hochschülerschaft) sieht auf mehreren Ebenen des öffentlichen Verkehrs starken Verbesserungsbedarf und begrüßt daher grundsätzlich den breiten gesellschaftlichen Diskurs rund um das Thema. “Dass Mobilität wieder mehr in den Fokus rückt, ist absolut wichtig. Der Ausbau des öffentlichen Verkehrs ist unabdingbar, sollte jedoch ausreichend evaluiert und nicht überstürzt werden“, so Viktoria Wimmer, Vorsitzende der ÖH Uni Graz.

Stärkere Einbindung von Studierenden

Die Stadt Graz zählt knapp 60.000 Studierende. Ein großer Teil davon ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs. „Gerade für uns Studierende sind die Öffis essentiell. Wir wollen schnell, günstig und möglichst umweltschonend von A nach B kommen. Und das 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche“, sagt Immanuel Azodanloo, 2. Vorsitz-Stellvertreter und ergänzt: „Welche Verkehrsmittel dafür die geeignetsten sind, sollen Expert*innen entscheiden - allerdings unter deutlich stärkerer Einbindung der Studierenden.”

Fahrradinfrastruktur auch nicht vergessen

Während die Stadt 2019 einen 100 Millionen Euro Topf für den Radverkehr präsentiert hat, wurden angekündigte Pläne zur konkreten Verwendung der Mittel nach wie vor nicht veröffentlicht. Jan Stering, 1. Vorsitz-Stellvertreter dazu: „Eine gute Fahrradinfrastruktur ist mindestens genauso wichtig wie eine vernünftige Öffi-Anbindung. Projekte wie Fahrrad-Highways dürfen deswegen nicht in Vergessenheit geraten!“.

Straßenbahn zur Uni?

Auch der schon 2019 von der Stadtregierung vorgelegte Plan „Tram-Netzausbau 2023+“, der u.a. eine direkte Anbindung des Straßenbahnnetzes an die Karl-Franzens-Universität vorsieht, ist bis heute nicht konkretisiert worden. Wimmer kritisiert den ausbleibenden Fortschritt und ergänzt: „Die Umsetzung der Uni-Bim würde der vermehrten Nutzung von Kraftfahrzeugen entgegenwirken und wäre ein erster wichtiger Schritt, um die Verkehrssituation rund um die Uni nachhaltig zu beruhigen.“

Politik ist gefordert

Der Zentralraum Graz wächst stetig und mit ihm auch die Anzahl der Studierenden. Die ÖH Uni Graz fordert die Grazer Stadtregierung dazu auf, die vielen vorliegenden Konzepte in enger Zusammenarbeit mit Expert*innen zu evaluieren und unter Einbindung der Studierenden jene Verkehrslösungen umzusetzen, die ein ökologisch-nachhaltiges und sozial gerechtes Mobilitätssystem für künftige Generationen schaffen.

Pressemeldung ÖH Universität Graz

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