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Sonntag, 28 Februar 2021 10:00

Griechenland: Pileobahn und Tiefbau in Volos

Die 600-mm-spurige Pileonbahn in Ostthessalien lässt sich in drei Abschnitte aufteilen: Die Stadtstrecke vom Bahnhof bis Anavros, die die Stadt von West nach Ost durchquert, dann die Uferstrecke von Anavros bis Ano Lechonia und schließlich die Bergstrecke von Ano Lechonia bis Milies. Auf letzterem Abschnitt besteht seit über 20 Jahren ein Museumsbahnverkehr, der ein ganz wesentlicher Faktor für den Tourismus der Region ist.

Im westlichen Teil der Uferstrecke wurde zwischen Anavros und Agria im Zuge der Olympiade 2004 mit Sommerwagen ein Museumsbahnbetrieb etabliert, dieser bestand aber nur wenige Jahre, weil er offensichtlcih Teilen der Gemeinde Agria ein Dorn im Auge war. Der aufwändig restaurierte Bahnhof Agria ist inzwischen zum open-air Kino umfunktioniert worden.

Nach der Einstellung des regulären Verkehrs 1971 gab es einige wenige Versuche auf der Stadtstrecke einen (Museums-) Verkehr zu etablieren, es gab aber keine dauerhafte Lösung. Mit einigen Adaptierungen würde sich dieser Abschnitt, der eigentlich vierspurig (Normalspur, thessalische Meterspur und 600 mm) ausgebaut ist, sehr gut für eine Straßenbahn o.ä. eignen, in Volos herrscht eine großes Verkehrschaos mit Dauerstau und diese Verbindung ist die Hauptverkehrsachse.

Die Strecke ist nicht eingestellt, nur ohne Betrieb. Merkwürdiges gab es bereits 2019 zu berichten, als die Stadt Volos auf den Geschmack von Kreisverkehren gekommen ist und damit die Zufahrt der Pileonbahn zum Bahnhof sowie die Zufahrt zum Hafen unterbrochen hat.

Jetzt gibt es in Anavros Bauarbeiten, die Ähnliches befürchten lassen. Im Gegensatz zu 2019 haben nach mehreren regionalen Berichten dieses Mal der Streckeneigentümer (GaiaOSE) sowie das Denkmalamt interveniert und einen Baustopp erreicht bis geklärt ist, dass die Pileonbahnstrecke nicht beeinträchtigt wird.

Prof. Dr. Johannes Schenkel

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