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Dienstag, 02 März 2021 08:00

Großbritannien: Preise für Bahntickets ab 1. März um 2,6% teurer

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Fotos Rüdiger Lüders.

Alle Jahre wieder erhöht das britische Verkehrsministerium die staatlich festgesetzten Preise für Bahnreisen in England und Wales, in diesem Jahr etwas später als sonst. Zum ersten Mal seit acht Jahren liegt die Preissteigerung jedoch mit 2,6 % um ein Prozent über der britischen Inflationsrate, obwohl Verbraucherverbände und Gewerkschaften Zurückhaltung angemahnt hatten.

Die Regierung erklärte dazu, dass der zusätzliche Anstieg von 1 % über der Inflationsrate durch die außerordentlichen öffentlichen Ausgaben bedingt sei, um den Bahnverkehr während der Pandemie zu stützen, als die Einnahmen aufgrund von Reisebeschränkungen fast völlig wegbrachen. Derzeit liegt die Auslastung der Züge noch immer bei weniger als 20 % der Werte vor der Pandemie.

Die Labour-Partei machte die Regierung dafür verantwortlich, dass die Konservativen seit 2010 die Fahrpreise überproportional erhöht hätten. Die Kosten für Bahnreisen seien in dieser Zeit durchschnittlich um das Zweieinhalbfache der Lohn- und Gehaltssteigerungen angehoben worden. Der Preis einer Jahreskarte für die Züge zwischen London und Birmingham ist seit 2010 z.B. von 3.467,- auf über 11.000,- GBP gestiegen.

Der Verkehrsexperte der Opposition, Jim McMahon, sagte: "Die aktuelle Fahrpreiserhöhung wird die Bahn für viele unerschwinglich machen und die Menschen davon abhalten, wieder in die Züge einzusteigen, wenn die Lockdown-Beschränkungen in den kommenden Monaten nachlassen."

Ein Sprecher des Verkehrsministeriums antwortete darauf, die Regierung werde zu gegebener Zeit weitere Pläne vorstellen, um billigere und flexiblere Tickets für Pendler anzubieten.

Untersuchungen der Verkehrsgewerkschaft RMT zeigen zudem, dass die Gewinne der privaten Zugbetreiber und Bahnunternehmen im letzten Jahr 15 % der Einnahmen betrugen, welche die Fahrgäste im gleichen Zeitraum für Fahrpreise bezahlt haben. Die RMT fordert daher ein Ende dieser "schamlosen Geschäftemacherei", damit alle Einnahmen in die Verbesserung des Schienennetzes für die Fahrgäste reinvestiert werden können und ein fairer Deal für die Eisenbahner gewährleistet wird.

Der Generalsekretär von RMT, Mick Cash, erklärte: "Das Schienennetz spielt eine zentrale Rolle in einer grünen Erholung von Covid-19. Es ist höchste Zeit, dass die Regierung die Farce der
Privatisierung ein für alle Mal beendet und in die Schaffung eines zuverlässigen, erschwinglichen, großzügigen Schienennetzes in öffentlichem Besitz investiert, das seine Mitarbeiter und die wichtige Rolle, die sie spielen, wertschätzt."

In Schottland, wo die Bahnfahrpreise von der Regierung in Edinburgh festgelegt werden, beträgt die diesjährige Preissteigerung nur 1,6 % entsprechend der Inflationsrate.

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, Quellen The Guardian, RMT

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