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Dienstag, 05 Dezember 2017 07:15

Schweiz: Unfallursache Basel SBB vorerst unklar

Die Reparaturarbeiten in Basel SBB konnten wie geplant durchgeführt werden. Seit Samstag, 2. Dezember, 13.00 Uhr, verkehren die Züge von und nach Bahnhof Basel SBB wieder ohne Einschränkungen. Die beiden unbeschädigten Teilkompositionen des ICE konnten bereits nach Basel Badischer Bahnhof überführt, die zwei verbliebenen, beschädigten Waggons weggestellt werden. Damit war der unbeschränkte Zugang zur Schadenstelle frei.

Die unabhängige Schweizerische Unfalluntersuchungsstelle (Sust) hat die letzten Spuren am Oberbau gesichert und gab die Schadenstelle endgültig frei. Die Reparaturarbeiten waren umfangreich, insgesamt mussten die SBB-Mitarbeiter unter anderem zahlreiche Weichenzungenteile und Herzstücke auswechseln. Eine Weiche wurde komplett ersetzt.

Drei Wagen des ICE 75 der Deutschen Bahn einschließlich Speisewagen waren am Mittwochabend, 16.59 Uhr, aus noch ungeklärten Gründen bei der Einfahrt ins Gleis 5 in Basel SBB aus den Schienen gesprungen, als der Triebwagen gerade den Bahnsteig erreicht hatte. Einer dieser Wagen streifte einen Signalmast und liess diesen auf eine Fahrleitung kippen, was im ganzen Gleisfeld des Bahnhofs einen flächendeckenden Kurzschluss auslöste. Der Unfallzug konnte geordnet evakuiert werden. Die rund 500 Reisenden verliessen den Zug über die vorderen Wagen am Perron. Es kamen keine Personen zu Schaden. Es entstand ein Sachschaden in Millionenhöhe.

Christoph Kupper von der Unfalluntersuchungsstelle Sust sagte am Montag gegenüber der Presse, man habe noch keine Unfallursache. Aussergewöhnlich sei, dass die mittleren Waggons entgleisten und nicht die Zugspitze zuerst. Ob eine Fehlfunktion der Wagen, der Weiche oder der Infrastruktur vorlag, bleibe indes noch abzuklären. Vorstellbar wäre, dass für hohe Tempi sehr steif gebaute Züge wie der ICE in engen Radien vor Bahnhöfen suboptimal fahren. Ein Teil der betroffenen Gleisanlage, die mit 40 km/h befahren werden darf, ist erst letzten September ersetzt worden.

Die Ursache zu ermitteln werde nun wohl eine "ziemliche Knüblibüez", wird Kupper von der Basler Zeitung zitiert. Daher gehe er davon aus, dass wie bei der Entgleisung eines italienischen Zuges in Luzern vom März die Abklärungen "langwierig" werden dürften. Auf Resultate könne man vielleicht bis Mitte 2018 hoffen. Die Sust werde ihren Schlussbericht wie immer online publizieren.

WKZ, Frans A. Rosky, Quelle SBB, Basler Zeitung

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Letzte Änderung am Dienstag, 05 Dezember 2017 07:30

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