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Dienstag, 16 März 2021 15:07

Europäische Union: Verkehrsabgeordnete billigen Vereinbarung über Fahrgastrechte im Bahnverkehr

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Eine vorläufige Vereinbarung zum besseren Schutz und zur Unterstützung von Bahnreisenden im Falle von Verspätungen, Zugausfällen oder Diskriminierung wurde am Dienstag (16.03.2021) im Ausschuss für Verkehr und Fremdenverkehr angenommen.

Die Regeln, auf die sich die Unterhändler der deutschen Ratspräsidentschaft und des Parlaments unter der Leitung des EP-Berichterstatters Bogusław Liberadzki (S&D, PL) im vergangenen Oktober informell geeinigt hatten, aktualisieren die Gesetzgebung zu den Rechten von Bahnreisenden. Es soll eine Umleitung garantieren und den Fahrgästen bei Verspätungen und Zugausfällen helfen, den Zugang und die Hilfe für Menschen mit eingeschränkter Mobilität verbessern und mehr Stellplätze für Fahrräder schaffen.

Bei Verspätungen von mehr als 100 Minuten sind die Bahnbetreiber nach den neuen Regeln verpflichtet, die Fahrgäste auf jede erdenkliche Weise umzuleiten und den Reisenden bei der Suche nach den besten Alternativen zu helfen, wie es auch bei Fluggesellschaften der Fall ist. Falls die Umstände es erfordern, müssen Mahlzeiten und Erfrischungen bereitgestellt werden, und die Kosten für die Unterkunft werden erstattet.

Reisende mit eingeschränkter Mobilität werden eine kürzere Voranmeldepflicht haben, die sie dazu auffordert, den Betreiber 24 Stunden im Voraus über ihre Reisepläne zu informieren (nach den derzeitigen Regeln müssen sie den Betreiber 48 Stunden im Voraus informieren).

Im Bestreben, eine nachhaltigere Mobilität und komfortable Alternativen zu bieten, müssen alle Züge mit speziellen Abstellplätzen und Trägern für Fahrräder ausgestattet werden.

Weitere Details zu den Ergebnissen der Verhandlungen zwischen EP und Rat finden Sie hier.

Nächste Schritte

Die Einigung über die neuen Regeln wurde am Dienstag vom Ausschuss für Verkehr und Fremdenverkehr mit 36 zu 6 Stimmen und 4 Enthaltungen angenommen. Er muss nun vom Plenum genehmigt werden, das im April zusammentreten soll.

Hintergrund

Die Europäische Kommission hat den Vorschlag zur Modernisierung der seit 2009 geltenden europäischen Fahrgastrechte im Schienenverkehr im September 2017 vorgelegt.

WKZ, Quelle Pressemeldung Transport and Tourism Committee

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