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Donnerstag, 07 Dezember 2017 07:25

Großbtitannien: Der Guardian kommentiert den "Fehler einer Bahn-Privatisierung aus ideologischen Gründen"

Zwanzig Jahre nach Abschluss der Bahnprivatisierung müssen die Fahrgäste in Großbritannien mit verspäteten, teuren und häufig überfüllten Zügen Vorlieb nehmen. In einer Bestandsaufnahme spricht der britische Guardian vom "Fehler einer Bahn-Privatisierung aus ideologischen Gründen".

Eine Nachricht von gestern, dass die Bahnreisenden von den größten Fahrpreiserhöhungen seit fünf Jahren im nächsten Monat betroffen sein werden, in Verbindung mit der Nachricht letzter Woche, dass der Staat ein Joint Venture unter der Führung von Stagecoach mit Sir Richard Branson's Virgin Group retten muss, sieht die Zeitung als Bestätigung dafür, dass "die Privatunternehmen die Vorteile nutzen, während die Passagiere die Kosten tragen". Der Grund für die "offensichtliche Unfähigkeit, die Eisenbahnen in Ordnung zu bringen", liege darin, dass die konservative Partei die Privatisierung der British Rail vor zwei Jahrzehnten aus "weitgehend ideologischen Gründen" durchgesetzt habe.

Laut Guardian gibt es daher "gute Gründe, mehr Eisenbahnverkehrsunternehmen wieder in die Hände des Staates zu geben". Viele Bahnlinien in Großbritannien werden von staatlich geförderten europäischen Eisenbahnunternehmen betrieben. "Warum also nicht in Großbritannien?" fragt die Zeitung. Die Pläne der Verkehrsministeriums, die Eisenbahnverkehrsunternehmen und das staatliche Eisenbahnnetz zusammenzubringen, seien schon "die stillschweigende Erkenntnis, dass die Trennung der Verwaltung der Züge von den Gleisen in den 90er Jahren falsch war". Das "Dogma der freien Märkte" wurde durch von den Steuerzahlern finanzierte Rettungsaktionen erschüttert.

WKZ, Quelle Guardian

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Letzte Änderung am Donnerstag, 07 Dezember 2017 08:03

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