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Donnerstag, 07 Dezember 2017 08:59

Österreich: Erstmals mehr Geld für den öffentlichen Verkehr in Oberösterreich

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Das Infrastrukturbudget des Landes Oberösterreich konnte im Vergleich zum Vorjahr auf relativ konstantem Niveau gehalten werden. Für das wichtige, kommende Infrastrukturjahr wurden budgetäre Umschichtungen vorgenommen. „Das ist auch ein Paradigmenwechsel – erstmals gibt es mehr Geld für den öffentlichen Verkehr“, betont LR Mag. Steinkellner.

Budget 2018

"Der eingeschlagene Weg der Nulldefizitpolitik bedeutet ein hohes Maß an Verantwortung. Dieses Verantwortungsbewusstsein tragen wir gegenüber nachfolgenden und kommenden Generationen, denen wir ein leistungsfähiges und schuldenfreies Oberösterreich hinterlassen wollen", so Landesrat für Infrastruktur Mag. Günther Steinkellner. "Ziel ist es eine zukunftsfähige, richtungsweisende und solide Haushaltspolitik anzustreben. Das bedeutet konkret keine neuen Schulden anzuhäufen, um somit auch gleichzeitig wichtige Infrastrukturgroßprojekte absichern zu können", unterstreicht Steinkellner.

Das Infrastrukturbudget des Landes Oberösterreich konnte im Vergleich zum Vorjahr 2017 auf relativ konstantem Niveau gehalten werden. Für das wichtige, kommende Infrastrukturjahr 2018 wurden budgetäre Umschichtungen vorgenommen. "Wir sind gefordert mit hoher fachlicher Effizienz und Sparsamkeit die zur Verfügung stehenden Mittel einzusetzen, um die Weichen für unser Land richtig stellen zu können. Im Fokus steht dabei die kontinuierliche Verbesserung der öffentlichen Verkehrsinfrastruktur", so Landesrat Steinkellner.

Paradigmenwechsel – Erstmals mehr Budget für den ÖV-Bereich

Im Öffentlichen Verkehr sind im Jahr 2018 Budgetmittel in der Höhe von insgesamt 154,07 Mio. Euro vorgesehen. Dies entspricht einer Erhöhung um rund 25 Mio. Euro bzw. (+ 20%) gegenüber dem Jahr 2017. Davon fließen über 90 Mio. Euro in die Absicherung des Fahrplanangebots im Rahmen der Leistungsbestellungen für Bahn,- Bus- und regionale Straßenbahnverkehrsdienste bei regionalen Mobilitätsanbietern.

Attraktivierungsmaßnahmen

Weitere 6,0 Mio. werden im Jahr 2018 für die Schaffung weiterer Investitionsmaßnahmen der Gemeinden, der Privatbahnen, der Schiene OÖ, des OÖVV und sonstiger Unternehmen (z.B. Busterminals, Witterungsschutz an Haltestellen, Infrastrukturertüchtigung) sowie der Gewährleistung eines sicheren Betriebs von Bushaltestellen (rund 1,0 Mio. Euro) aufgewendet.

RVK Innviertel

Das Innviertel ist als einziges oberösterreichisches Viertel noch ohne regionales Verkehrskonzept ausgestattet. Mit dem Auslaufen der regionalen Kraftfahrlinienkonzessionen wird ein neues, regionales Verkehrskonzept die Bezirke Ried, Braunau und Schärding effizient vernetzen. Ab Dezember 2018 sind hierzu zusätzliche Mittel für die Finanzierung des Regionalen Verkehrskonzeptes 'Innviertel' im Ausmaß von rund 4,6 Mio. Euro vom Oö. Landtag genehmigt und eingeplant. Von zentraler Bedeutung ist dabei die Errichtung einer Nahverkehrsdrehscheibe am Bahnhof Ried im Innkreis. Dieser wird zu einem wichtigen Verknüpfungspunkt zwischen Bahn und Bus als 'Spinne Ried' modifiziert. Alle vorgesehenen zwölf Regionalbuslinien werden den zukünftigen Vollknoten bedienen und sind konsequent auf die Zuganschlüsse abgestimmt. Aufgrund dieses Umstandes werden am Bahnhof Ried zehn Bussteige für den Regionalverkehr, ein Steig für den Stadtverkehr (Citybus) und ein Steig für internationale Linien errichtet. Für den Busterminal Ried sind rund 4,5 Mio. Euro vorgesehen. Darüber hinaus erfolgt der Umbau des Bahnhofs Braunau. Auch diese Infrastrukturmaßnahme ist wichtiger Bestandteil des Innviertler Verkehrskonzepts. Im Zuge des Umbaus werden zwei Eisenbahnkreuzungen aufgelassen, eine Eisenbahnkreuzung modernisiert, eine Park-and-Ride-Anlage, Überdachungen als auch ein Busterminal am Bahnhofsvorplatz errichtet.

Attraktivierungsmaßnahmen Weitere 6,0 Mio. werden im Jahr 2018 für die Schaffung weiterer Investitionsmaßnahmen der Gemeinden, der Privatbahnen, der Schiene OÖ, des OÖVV und sonstiger Unternehmen (z.B. Busterminals, Witterungsschutz an Haltestellen, Infrastrukturertüchtigung) sowie der Gewährleistung eines sicheren Betriebs von Bushaltestellen (rund 1,0 Mio. Euro) aufgewendet.

S-Bahn-System

Mit den bereitgestellten Mitteln wird auch das S-Bahn-System langfristig abgesichert. Dieses wird bereits sehr gut von den Bürgerinnen und Bürgern angenommen. Seit 11. Dezember 2016 bewegt die S-Bahn Pendler/innen, Schüler/innen, Freizeitreisende und viele weitere Personengruppen im oberösterreichischen Zentralraum. Die ersten Zwischenbilanzen zeigen überaus positive Entwicklungstendenzen. So verzeichnete man von Jänner bis August 2017 ein Fahrgastplus von sieben Prozent auf allen Linien. Dies entspricht einem Zuwachs von über 400.000 Reisenden. "Mit dem S-Bahn-System wollen wir eine attraktive und effiziente öffentliche Regionalverkehrsvariante für jede/n Bürger/in im Zentralraum schaffen. Wer das Konzept noch nicht ausprobiert hat, erhält am Samstag, den 16. Dezember die Möglichkeit dazu. Hier kann die S-Bahn auf allen Linien kostenlos genutzt und ausprobiert werden", betont Landesrat Steinkellner.

Zu(g)kunft auf Schiene

Für die Sicherstellung attraktiver Fahrpreise im Rahmen der Zeitkarten des OÖVV oder bspw. dem Jugendticket "Netz" werden rund 23,7 Mio. Euro im Jahr 2018 aufgewandt. Mit rund 1 Mio. Euro werden Mobilitätsprojekte (z.B. Stadtbusse, Anrufsammeltaxis, Schichtbusse, kleinräumige Taxilösungen) in oö. Gemeinden im Rahmen von Förderungen unterstützt. Der insgesamt größte Anteil am Budget des öffentlichen Verkehrs wird daher auch in Zukunft für die laufende Aufrechterhaltung von Verkehrsdiensten benötigt.

Für die Herstellung einer leistungsfähigen und sicheren Verkehrsinfrastruktur für den öffentlichen Personennahverkehr sind im Jahr 2018 rund 34,5 Mio. Euro vorgesehen, was einer deutlichen Steigerung gegenüber den Vorjahren entspricht. Grund für diese Steigerung sind reservierte Mittel für den Beginn der Planungen zur Regionalbahn Linz – Gallneukirchen – Pregarten sowie für die Verlängerung der Straßenbahnlinie 4 in den Raum Ansfelden. Ebenfalls fix verplante Mittel sind für den Neubau der Donaubrücke am Standort der ehemaligen Eisenbahnbrücke in Linz (7,Schienenachse und somit für die Entwicklung des ÖV im Zentralraum eine wichtige und tragende Rolle.

Die Stadt Linz ermöglicht als Bauherr eine technische Durchbindung der Mühlkreisbahn auf der neuen Donauquerung. Hierdurch wird die Bahn aus dem Mühlkreis künftig als neue S-Bahn-Linie S6 in den Linzer Hauptbahnhof eingebunden. Zahlreiche Pendler/innen aus den Bezirken Urfahr Umgebung und Rohrbach haben dann die Möglichkeit, einfach und unkompliziert Ziele in der Stadt ansteuern. Darüber hinaus bietet sich eine attraktive Umsteigesituation am Linzer Hauptbahnhof. Hier wird die Mühlkreisbahn künftig direkt am Bahnsteig 1 einfahren. "Die Neue Donaubrücke stellt eines der wichtigsten Infrastrukturprojekte im Großraum Linz dar und hat sowohl für den Individual- als auch für den öffentlichen Verkehr eine essentielle Bedeutung. Wichtige Verkehrswege, wie die Durchbindung der Mühlkreisbahn sowie der Verlauf der zweiten Linzer Schienenachse werden damit erschlossen", so Steinkellner. Mit dem zu erwartenden Fahrgastpotential auf der neuen Linzer Schienenachse und der zusätzlichen, neuen attraktiven Anbindungen der Mühlkreisbahn werden mehr als 22 Millionen Fahrgäste pro Jahr von der Straße auf die Schiene umgelagert.

Darüber hinaus entfallen rund 8,4 Mio. Euro im Jahr 2018 auf die Finanzierung der Verkehrsinfrastruktur für bereits fertiggestellte Nahverkehrsprojekte (Straßenbahn Traun, Straßenbahn Harter Plateau, RegioTram Gmunden-Vorchdorf, Pöstlingbergbahn). Rund 4,75 Mio. Euro werden für die Aufrechterhaltung der Infrastruktur der oberösterreichischen Privatbahnen investiert.

Pressemeldung Land Oberösterreich

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