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Donnerstag, 08 April 2021 09:00

Portugal: CP kündigt Vertrag mit Lufthansa-Gruppe und wünscht weniger Barbetrieb

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Fotos Rüdiger Lüders.

Der portugiesische Bahnbetreiber Comboios de Portugal (CP) hat zum 31.03.2021 seinen Vertrag über die Konzession der Bars von Zügen der Klassen Alfa und Intercidades mit der Lufthansa Service Holding AG (LSG) gekündigt.

Der Dienst soll noch bis Ende Juli durch den derzeitigen Konzessionsinhaber sichergestellt werden, wobei CP bereits eine Ausschreibung für eine neue Konzession vorbereitet, die am 01.08.2021 beginnen soll, berichtete die Zeitung Público.

Die Kündigung wurde vier Monate im Voraus ausgesprochen, gemäß einer Klausel, die es erlaubt, den Vertrag ohne Grund zu unterbrechen. Für den defizitären Betrieb der Bars im Intercity- und Alfa-Pendular-Dienst zahlt CP zwischen 110.000 und 120.000 EUR pro Monat an den Konzessionär. Die Pandemie führte dazu, dass CP Änderungen im Service verlangte, die von der LSG nicht begrüßt wurden. LSG ist der weltweit größte Catering-Anbieter und gehört zum Lufthansa-Konzern, der 2019 einen Anteil an seiner Tochtergesellschaft an den Schweizer Multi Gategroup Holding verkauft hat.

Der Konzessionär ist nach derzeitigem Vertrag verpflichtet, in jedem Intercity einen und im Alfa Pendular drei Mitarbeiter zu beschäftigen, da in diesen Zügen ein persönlicher Service bis zum Sitzplatz in der Komfortklasse besteht. CP bat LSG, zwei Mitarbeiter in Intercidades (statt einem) und zwei in Alfas (statt drei) einzusetzen, was der Konzessionsinhaber jedoch ablehnte. Nach der Schließung der Bars infolge der Corona-Maßnahmen wurden 122 Mitarbeiter der LSG entlassen.

Die Idee ist nun, eine Vereinbarung zu beenden, deren Regeln aufgrund der Pandemie geändert wurden, und am 1. August eine neue Konzession zu beginnen, die eine geringere finanzielle Belastung für CP bedeutet und einen weniger anspruchsvollen Service an Bord der Alfa Pendular beinhaltet.

Für die Zukunft erwägt CP die Installation von Automaten in einigen Regional- und Fernverkehrszügen, und zwar in spanischen ARCO-Wagen, die das Unternehmen kürzlich aus Spanien gekauft hat.

WKZ, Quelle Público

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