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Freitag, 09 April 2021 08:00

Belgien: Hafen Antwerpen, Railport und Infrabel unterzeichnen Kooperationsvereinbarung zur Verdoppelung des Bahnanteils im Hafenverkehr

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Fotos Infrabel.

Ende 2019 unterzeichneten die Geschäftsführer des Hafens Antwerpen, Railport (als Vertreter der im Hafen aktiven Unternehmen) und Infrabel eine Kooperationsvereinbarung. Das Ziel, das auch der Schienengüterverkehr verfolgt, ist die Verdoppelung des Anteils der auf der Schiene transportierten Güter bis 2030 von 7 auf 15 %.

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Um erfolgreich zu sein, muss die Bahn eine attraktive Alternative werden. Das bedeutet, Unternehmen dazu zu bringen, sie zu nutzen. Einer der Vorteile ist, dass die Bahn viel sicherer und umweltfreundlicher ist als jede andere Alternative. Es ist auch ein sehr konkurrenzfähiges Transportmittel für lange Strecken. Ein letztes Argument soll weitere Unternehmen überzeugen: Der Bahnverkehr im Hafen wird ab sofort noch effizienter und schneller.

Nach der Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung entwickelten Experten der drei Partner eine gemeinsame Bahnvision, die Ende März vorgestellt wurde. Die Vision basiert auf 7 Säulen, die zur Verwirklichung dieser Vision beitragen sollen:

• Säule 1 - Optimales Management der Verkehrsströme im Hafen entlang der gesamten Logistikkette

• Säule 2 - Effiziente Abstellpolitik zur effektiven Nutzung der verfügbaren Bahnkapazität

• Säule 3 - Neutraler Betrieb des Rangierbahnhofs Antwerpen Nord + Mengenkonsolidierung

• Säule 4 - Gezielte Investitionen in verschiedene Hafenbereiche mit dem höchsten Wachstumspotenzial

• Säule 5 - Effiziente Nutzung der Schieneninfrastruktur

• Säule 6 - Separater Rahmen für hafenspezifische Eisenbahnregulierung und -politik

• Säule 7 - Gemeinsame digitale Plattform für den gegenseitigen Austausch von Informationen unter Einhaltung der Wettbewerbsregeln

Die gemeinsame Vision von Antwerpener Hafen, Railport und Infrabel gibt daher die Richtung vor, in die sich die drei Einheiten bewegen wollen. Seine Umsetzung ist ein laufendes Projekt, das bei Bedarf in konstruktiver Abstimmung mit allen Beteiligten angepasst und verändert werden kann. Es ist wichtig, dass sich die Partner auf die Prioritäten einigen, die sie anstreben, um diese Verdoppelung des Anteils der auf der Schiene transportierten Güter zu erreichen.

Zusammenfassung von Stellwerken und Installation einer Hafenlogistikabteilung

Diese 7 Säulen beinhalten Projekte für den kurz-, mittel- und langfristigen Bereich. Es wurde eine Reihe wichtiger Dinge erreicht, die dem Güterverkehr im Hafen von Antwerpen bereits zugute kommen. Am 28. März wurde das letzte Stellwerk vom Zentralstellwerk in Antwerpen-Nord übernommen, was ein Plus für die Sicherheit und die Regelung des Güterzugverkehrs ist.

Am 15. März wurde außerdem eine spezielle Hafenlogistikabteilung eingerichtet. Sie bringt verschiedene Spezialisten zusammen, die ihr Wissen über die Eisenbahnen im Hafen bündeln. Jede Person, jeder Kunde, der eine Frage zum Thema Bahn hat, kann sich an sie wenden, um eine schnelle Antwort zu erhalten. Dann wird eine pragmatische Lösung gesucht. Und nicht zuletzt ist das Personal von Infrabel geschult, den Kunden im Hafen in Echtzeit Trassen (Schienenkapazität) anzubieten. Das ist ein erheblicher Vorteil für den Hafen, in dem Unternehmen reaktionsschnell sein müssen und wo jede Sekunde zählt.

Die Bahnvision des Antwerpener Hafens als Sprungbrett für eine nationale Politik

Mit ihrer gemeinsamen Bahnvision haben der Hafen Antwerpen, Railport und Infrabel einen entscheidenden Schritt zur Aufwertung des Schienengüterverkehrs im Hafen getan. Aber das ist noch nicht das Ende der Geschichte. Der Hafen von Antwerpen ist eine enorme logistische Drehscheibe und einer der wichtigsten Motoren der belgischen Wirtschaft. Der Güterverkehr zum und vom Hafen macht rund 50 % des Schienengüterverkehrs in unserem Land aus. Was hier gut funktioniert, kann auch an anderen Stellen angewendet werden. Der heute vorgestellte Plan könnte daher ein Sprungbrett für eine Vision für ganz Belgien sein. Denn auch an anderen Logistikknoten und Industriestandorten im Land ist eine Verkehrsverlagerung notwendig.

Im "Europäischen Jahr der Schiene" wird ein umfassender Plan entwickelt, um den Anteil des Schienengüterverkehrs in ganz Belgien zu verdoppeln. Eine breite Gruppe von Unternehmen und Interessenvertretern innerhalb und außerhalb des Sektors steht in enger Abstimmung miteinander. Zu dieser Gruppe gehören das Gremium, das die belgischen Eisenbahnunternehmen vertritt, das Belgian Rail Freight Forum (BRFF), der Hafen von Antwerpen und Infrabel. Die Spezialisten arbeiten an einem integrierten Vorschlag, um diese Verkehrsverlagerung landesweit zu erreichen.

Georges Gilkinet, stellvertretender Premierminister und Minister für Mobilität: "Der Schienengüterverkehr ist eine Zukunftslösung für unsere Wirtschaft, unsere Gesundheit und unsere Umwelt. Es handelt sich um eine sicherere und weniger umweltschädliche Transportform, dank der wir die Anzahl der Lkw auf unseren Straßen reduzieren können. Daher begrüße und unterstütze ich die vom Hafen Antwerpen, Infrabel und Railport gestartete Initiative voll und ganz. Lösungen können nur gefunden werden, wenn man miteinander redet und kooperiert. Das Ziel der Bundesregierung, den Güterverkehr auf der Schiene bis zum Jahr 2030 zu verdoppeln, ist auf einem guten Weg - auch hier in Antwerpen. Als Mobilitätsminister erarbeite ich gemeinsam mit den Bahnen einen Nationalen Aktionsplan Güterverkehr, um die natürlichen Vorteile zu festigen und die Wettbewerbsfähigkeit des Schienengüterverkehrs zu stärken. Die Projekte, die jetzt in Antwerpen auf dem Tisch liegen, werden zweifelsohne andere Häfen und andere industrielle Aktivitäten inspirieren."

Annick De Ridder, die für den Hafen zuständige Beigeordnete: "Eine effiziente und nachhaltige Bahnpolitik bringt unseren Hafen auf den Weg in die Zukunft. Die Verkehrsverlagerung ist von unschätzbarem Wert für die zukünftige Prosperität des Hafens und wird unser nachhaltiges Wachstum garantieren. Heute sind wir alle auf dem gleichen Weg. Die Tatsache, dass alle Ebenen zur Zusammenarbeit aufrufen, um diese Bahnvision zum Erfolg zu führen, ist wirklich ein wesentlicher Schritt."

Jacques Vandermeiren, CEO des Hafens von Antwerpen: "Der Hafen von Antwerpen ist der erste Hafen der Welt, der Mensch, Klima und Wirtschaft in Einklang bringt. Eine Verkehrsverlagerung ist für nachhaltiges Wachstum extrem wichtig. Die Bahnvision des Hafens Antwerpen, Railport und Infrabel stellt einen großen, konkreten und breit unterstützten Schritt zur Verdoppelung des Anteils des Bahnverkehrs zum und vom Hafen dar."

Benoit Gilson, CEO von Infrabel: "Innerhalb von zehn Jahren wollen wir den Anteil der über den Antwerpener Hafen per Bahn transportierten Güter verdoppeln. Dies ist eine Herausforderung, die Infrabel gerne annimmt. Ich freue mich sehr über diese gemeinsame Vision für die Eisenbahn, weil sie uns alle an einen Strang zieht. Die Verkehrsverlagerung auf die Schiene ist gut für Mensch, Umwelt und Gesellschaft. Der Güterverkehr auf der Schiene muss eine nationale Priorität werden. Um dieses großartige Ziel zu erreichen, arbeiten wir mit allen unseren Stakeholdern, unseren Kunden und auch deren Kunden, zusammen. Gemeinsam werden wir erfolgreich sein! "

WKZ, Quelle Infrabel

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Letzte Änderung am Donnerstag, 08 April 2021 19:13

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