english

Donnerstag, 27 Juli 2017 12:23

Österreich: ÖBB beginnen mit der Detailplanung des letzten Abschnitts der Koralmbahn zwischen Graz und Weitendorf

kob

2019 starten die Bauarbeiten am Lückenschluss der Koralmbahn zwischen Graz und Weitendorf. Derzeit entsteht die Detailplanung für den letzten Rohbauabschnitt der neuen Hochleistungsstrecke.

Die 130 Kilometer lange Koralmbahn ist ein zentraler Abschnitt der neuen Südstrecke. Gemeinsam mit dem Semmering Basistunnel werden die Reisezeiten zwischen Wien und Klagenfurt auf bis zu 2:40 verkürzt. Zwischen Graz und Klagenfurt sind die schnellsten Züge künftig nur mehr 45 Minuten unterwegs. Auch der Güterverkehr wird von der neuen Südstrecke profitieren, denn es wird in der Zukunft eine reine „Flachbahn“ zur Verfügung stehen und die Erreichbarkeit der Terminals in Graz-Werndorf und Villach Süd sowie die Häfen entlang der oberen Adria nachhaltig verbessert.

Es ist der letzte große Bauabschnitt der Koralmbahn, der von der ÖBB-Infrastruktur in Angriff genommen wird: Zwischen Feldkirchen und Weitendorf entsteht ab 2019 eine Neubaustrecke inklusive Unterflurtrasse. Zusätzlich werden die Bahnhöfe Graz Don Bosco, Puntigam und Feldkirchen-Seiersberg ausgebaut sowie der Abschnitt zwischen Graz und Feldkirchen viergleisig ausgebaut. Mit den Adaptierungen werden ein besserer Zugang zur Koralmbahn im Nahverkehr ermöglicht und gleichzeitig die S-Bahn aufgewertet.

Unter der Straße hinweg

Insgesamt 12 Brücken, eine 3,2 Kilometer lange Unterflurtrasse und eine Gesamtlänge von 19 Kilometern umfasst das letzte Puzzlestück der Koralmbahn. Aufgrund des dicht besiedelten Gebietes tauchen Züge künftig südlich der A2 Querung in die Unterflurtrasse ab, fahren unter der Bundesstraße B67 vorbei am Flughafen und kommen im Bereich Zettling wieder an die Oberfläche. Die weitere Streckenführung verläuft im Sinne einer Verkehrswegebündelung entlang der Autobahn A9. Auf diese Weise wird ein Höchstmaß an Umwelt- und Lärmschutz erreicht.

Informationsveranstaltung und Infobox

Derzeit stehen vor allem vorbereitende Maßnahmen am Programm, wie etwa die Analyse des Grundwassers, die Erkundung von Kriegsrelikten und letzte Grundeinlösen. Paralell dazu startet die Ausschreibungsplanung. Der Beginn der ersten Bauarbeiten ist 2019 vorgesehen. Noch im Herbst dieses Jahres sind außerdem erste Informationsveranstaltungen für die betroffenen AnrainerInnen geplant. Für Interessierte wird zudem eine eigene Infobox für diesen Bauabschnitt errichtet.

Eckpunkte des Bauprojektes

• rd. 19 km Länge
• rd. 3,2 km Unterflurtrasse
• rd. 2,4 km Tunnel-Zulaufstrecke
• 12 Brücken
• 120 bis 250 km/h mögliche Höchstgeschwindigkeit
• Ein neuer Güterbahnhof
• Drei Bahnhofsausbauten
• Baustart: 2019

Direkter Zugang für Güter

Neben dem Personenverkehr profitiert besonders auch der Güterverkehr von dem neuen Abschnitt. Mit dem Güterbahnhof Wundschuh wird das Terminal Graz Süd direkt an die Koralmbahn angebunden. Für den Güterverkehr bedeutet das nicht nur eine logistische Verbesserung, sondern auch einen besseren Zugang zum Baltisch-Adriatischen Korridor und damit zu den großen Häfen der Adria und des Baltikums.

Koralmbahn

Die Koralmbahn zählt zu den bedeutendsten Verkehrsinfrastrukturprojekten in Europa. Sie ist Teil der neuen Südstrecke und damit wichtiger Bestandteil des Baltisch-Adriatischen Korridors. Ihr Herzstück ist der 33 Kilometer lange Koralmtunnel. Darüber hinaus entstehen an der neuen Hochleistungsstrecke 12 neue Bahnhöfe und Haltestellen, über 100 Brücken sowie zahlreiche weitere Tunnelbauten.

Pressemeldung ÖBB

 

Zurück

Nachrichten-Filter