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Donnerstag, 15 April 2021 12:53

Österreich: UVP-Einreichung für viergleisigen Ausbau der Weststrecke im Osten von Linz

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Foto ÖBB/Robert Deopito.

Seit 2017 ist die Weststrecke von Wien bis Linz Kleinmünchen vollständig viergleisig ausgebaut. Lediglich rund vier Kilometer zwischen Linz Kleinmünchen und Linz Signalbrücke auf Höhe der Lastenstraße werden betrieblich noch zweigleisig geführt. Mit dem Projekt Linz Verschiebebahnhof (Vbf.) West – Linz Signalbrücke soll dieser Abschnitt ebenfalls auf vier Gleise ausgebaut werden.

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Grafik ÖBB/haiderklausner.

Reisende profitieren in Zukunft von einem dichteren S-Bahn-System Linz-St.Valentin-Amstetten, noch pünktlicheren Zügen und einem verbesserten Fernverkehrsangebot. Die Einreichung des Vorhabens zur Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) beim Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK) findet im April statt. Investiert werden laut aktuellem Rahmenplan insgesamt 338,1 Mio. Euro (exklusive Nahverkehrsknoten Linz Franckviertel).

Viergleisiger Ausbau notwendig für mehr Züge

Aktuell geht die viergleisige Weststrecke aus Wien kommend in Linz Kleinmünchen in eine zweigleisige Strecke über. Dieser letzte, noch nicht durchgehend ausgebaute Abschnitt zwischen Linz Kleinmünchen und Linz Signalbrücke stellt, vor allem aufgrund der unmittelbaren Nähe zum Linzer Hauptbahnhof, einen Kapazitätsengpass dar. Nah- und Fernverkehrszüge teilen sich dort die lediglich zwei Gleise, die für die Weststrecke vorgesehen sind und verlieren durch Vorranggeben und Queren oft wertvolle Zeit. Bereits ohne die prognostizierte Zunahme der Verkehre auf der Weststrecke, ist diese bereits jetzt die am meisten befahrene: Rund 30 % aller Züge in Österreich verkehren auf dieser Strecke, die nur rund 10 % des Schienennetzes ausmacht. Um die Betriebsabläufe zukünftig zu optimieren, ist ein viergleisiger Ausbau notwendig. Damit stehen künftig zwei Gleise nur für den Fernverkehr und zwei Gleise nur für den Nahverkehr zur Verfügung. Züge erreichen beziehungsweise verlassen künftig ohne aufwendiges Einfädeln die Bahnsteige im Hauptbahnhof Linz beziehungsweise die Verschiebebahnhöfe.

Umweltverträglichkeit wird umfassend geprüft

Umweltverträglichkeitsprüfungen (UVP) sind ein wesentlicher Bestandteil in der Beurteilung eines Bauvorhabens. Damit werden die Auswirkungen des Vorhabens auf die Umwelt vor der Verwirklichung von unabhängigen Sachverständigen genau geprüft. Nach dem Vorsorgeprinzip werden dabei die Auswirkungen ganzheitlich und umfassend betrachtet. Die ÖBB reichen die Planungen zum viergleisigen Ausbau Linz Verschiebebahnhof (Vbf.) West – Linz Signalbrücke im April 2021 zur Durchführung einer Umweltverträglichkeitsprüfung und eines teilkonzentrierten eisenbahnrechtlichen Genehmigungsverfahrens beim BMK ein. Das Verfahren ist die erste Genehmigungsstufe, anschließend folgen weitere Verfahren durch das Land Oberösterreich.

Fahrgäste und Umwelt profitieren von Kapazitätssteigerung

In der Bauzeit von 2024 bis 2030 sollen bei laufendem Betrieb die Gleisanlagen dieses Abschnitts inklusive Unterbau, Oberleitungen, Gleisen und Weichen rundum erneuert werden. Die Trassenlage bleibt dabei nahezu unverändert. Mit den Projektpartnern Stadt Linz und Land Oberösterreich soll im Rahmen des Projekts mit der Haltestelle Linz Franckviertel zudem ein neuer Nahverkehrsknoten entstehen, der den Umstieg zwischen Zügen der West- und Summerauerstrecke sowie dem Linzer Öffi-Verkehr ermöglicht. Das notwendige Planungsübereinkommen für diesen Nahverkehrsknoten wurde vor Kurzem beschlossen.

Durch den Wegfall von Kreuzungskonflikten können die Kapazitäten auf der Weststrecke nachhaltig gesteigert und das Angebot im Nah-, Fern- und Güterverkehr ausgeweitet werden. Kundinnen und Kunden profitieren zukünftig von der Qualitätssteigerung eines dichteren Zugangebots. Weil dann auch noch mehr Güter umweltfreundlich über die Schiene transportiert werden können, bedeutet der Ausbau ein zusätzliches Plus für Natur und Klima.

Ausbau der Weststrecke in drei Jahrzehnten

Seit die Weststrecke 1989 zur Hochleistungsstrecke erklärt wurde, investieren die ÖBB kontinuierlich in die Infrastruktur von Bahnhöfen und Gleisanlagen und bauen die Strecke Schritt für Schritt viergleisig aus. Insbesondere die Inbetriebnahme der 60 Kilometer langen Neubaustrecke zwischen Wien und St. Pölten im Dezember 2012 markiert eine neue Zeitrechnung im Ost-West-Verkehr. Mittlerweile ist die Strecke Wien – Linz bis auf einen kleinen Abschnitt im Linzer Osten vollständig viergleisig, was in einer fast 20-minutigen Reduktion der Fahrzeit zwischen Wien und Linz resultiert.

Pressemeldung ÖBB

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