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Dienstag, 20 April 2021 08:00

Norwegen/Schweden: Testfahrten zur Erhöhung der Achslast auf der Malmbanan und Ofotbanen

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Fotos Peter Pohlmann.

Trafikverket führt derzeit zusammen mit LKAB und Bane Nor Tests auf der Malmbanan und der Ofotbanen durch, um in Zukunft schwerere Transporte auf der Schiene zu ermöglichen. Zu diesem Zweck wird die Tonnage der Erzwagen von 30 auf 31 t Achslast erhöht.

"Ziel der Tests ist es, zu sehen, auf welchen Streckenabschnitten Maßnahmen ergriffen werden müssen, um das Gewicht der auf der Strecke verkehrenden Waggons in Zukunft weiter erhöhen zu können und so ein effizienteres und umweltfreundlicheres Transportsystem zu erreichen. Wir wollen einfach testen, wie sich ein höheres Achsgewicht z.B. auf den Verschleiß der Schienen und Weichen auswirkt. Die Tests beginnen jetzt, und wir werden die Ergebnisse laufend auswerten", sagt Staffan Ökvist, Leiter der Instandhaltung bei der schwedischen Transportverwaltung in der Region Nord.

Der Testabschnitt ist der Teil der Malmbanan-Strecke, der zwischen Kiruna und Narvik und auf der norwegischen Seite der Ofotbanen verläuft. Auch auf dem südlichen Abschnitt zwischen Malmberget und Luleå sind Tests im Gange.

Es gibt eine starke Nachfrage aus der Geschäftswelt nach mehr Kapazität entlang der Malmbanan. Durch die Verstärkung der Strecke können mehr Güter transportiert werden, ohne die Anzahl der Züge zu erhöhen. Die Tests sind zukunftsweisend und das Ziel ist es, in Zukunft Züge mit einer Achslast von 32,5 Tonnen auf der gesamten Malmbanan fahren zu können.

Im Jahr 2020 transportierte LKAB mehr als 34 Mio. Tonnen auf der Malmbanan, hauptsächlich Eisenerz von den Minen in Malmfälten zu den Häfen und Kunden in Luleå und Narvik. Das Bergbauunternehmen möchte nun die Produktion noch weiter steigern, und bei solch großen Volumina werden selbst ein paar Prozent Kapazitätserhöhung bedeutsam.

"Durch die Erhöhung der maximalen Achslast können wir die Züge theoretisch um vier Prozent mehr belasten. Langfristig wird die Achslast so erhöht, dass wir zehn Prozent mehr laden können, ohne mehr Züge zu fahren. Außerdem planen wir für eine noch größere Produktion, die eine Doppelspur erfordert. Für uns bilden die Malmbanan und die norwegische Ofotbanen ein zusammen hängendes System", sagt Jan Lundgren, Logistikleiter bei LKAB und Geschäftsführer von LKAB Malmtrafik.

LKAB hat den Übergang zur kohlenstofffreien Produktion begonnen. Mit Hilfe von Wasserstoff wird der Sauerstoff aus dem Eisenerz bereits in den Minen reduziert, was bedeutet, dass das per Zug zu transportierende Eisenerz ein höheres Gewicht pro Volumeneinheit hat. "Mit einer erhöhten Achslast können wir die Vorteile der erhöhten Dichte in den Transporten nutzen und mehr Tonnen pro Wagen fahren", sagt Jan Lundgren.

Auch der norwegische Infrastrukturverwalter Bane Nor steht den durchzuführenden Tests positiv gegenüber. "Mit dem Bedarf an erhöhtem Erztransport ist es wichtig, die Kapazität der bestehenden Infrastruktur optimal nutzen zu können. Die Erhöhung der maximalen Achslast auf 31 t ist ein neuer Schritt in dieser Entwicklung. Diese Erhöhung wird uns auch nützliche Erfahrungen liefern, um den Bedarf an weiteren Maßnahmen zur Erhöhung der Achslast auf 32,5 t in der Zukunft zu bewerten", sagt Thor Brækkan, Area Director bei Bane NOR.

Fakten:

• Der Erzzug der LKAB besteht aus 68 Waggons pro Garnitur.
• Jeder Waggon wiegt leer etwas mehr als 20 t.
• Die Beladung liegt derzeit bei etwa 100 t pro Waggon.
• Die Waggons haben vier Radachsen, so dass eine Erhöhung von 30 auf 31 Tonnen Achslast eine theoretische Erhöhung von 4 t mehr Ladung pro Waggon ergibt. Das sind 272 t mehr pro Zug oder 2,7 voll beladene Waggons mehr pro Transport.

Bengt Dahlberg, WKZ, Quelle LKAB

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Letzte Änderung am Dienstag, 20 April 2021 08:57

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