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Donnerstag, 22 April 2021 10:00

Italien: Whistleblower führen zu Untersuchungen gegen FS-Chef Gianfranco Battisti

Während sich seine Amtszeit im nächsten Monat dem Ende zuneigt, befindet sich FS-Chef Gianfranco Battisti mitten in einer Untersuchung der römischen Staatsanwaltschaft zu Verträgen zwischen der italienischen Bahngesellschaft Ferrovie dello Stato Italiane S.p.A. und dem Versicherer Generali.

So enthüllt ein Artikel in der Financial Times, dass die Behörden diese Verträge untersuchen, nachdem Bedenken über eine Versicherungsprämie von 1,59 Mio. EUR an den Geschäftsführer und Generaldirektor der Bahngesellschaft durch Generali aufkamen. 2019 stellten zwei anonyme Briefe an FSI, Generali und die italienische Regierung die Höhe und Rechtmäßigkeit dieser Zahlung in Frage. Dies führte zu einer internen Überprüfung, woraufhin leitende FSI-Führungskräfte Whistleblower-Beschwerden bei den Justizbehörden einreichten.

Gianfranco Battisti soll im März 2014, als er Chef der Hochgeschwindigkeitszugabteilung von FS Italiane war, einen Antrag auf Krankenversicherungsprämie gestellt haben, und die Summe wurde acht Monate später von Generali gezahlt. Battisti wurde dann von der damaligen Regierung im Jahr 2018 an die Spitze des Unternehmens gesetzt.

Generali ist seit zwei Jahrzehnten ein Nutznießer von Versicherungsverträgen mit FS Italiane und hat laut FSI-Dokumenten zwischen 2007 und 2019 mehr als 812 Mio. EUR von FSI erhalten. In einem Dokument von FSI vom 21. Januar 2020, das die Financial Times einsehen konnte, äußerte der italienische Rechnungshof Bedenken wegen unzureichender Transparenz bei den Versicherungsverträgen des Unternehmens und den damit verbundenen Kosten. Die Richter des Rechnungshofs verlangten insbesondere eine Erklärung, warum FSI seine Versicherungsverträge zwischen 2006 und 2013 ohne öffentliche Ausschreibungen an Generali vergeben hat.

Die an Battisti gezahlte Versicherungsprämie in Höhe von 1,59 Mio. EUR war doppelt so hoch wie die zweitgrößte Zahlung, die jemals von Generali an einen FSI-Mitarbeiter geleistet wurde, wie aus den internen Aufzeichnungen von FSI aus den Jahren 1998 bis 2018 hervorgeht. Interne Aufzeichnungen zeigen auch, dass Battisti im Jahr 2014 keinen einzigen Tag Krankheitsurlaub genommen hat, obwohl er eine Krankenversicherung beansprucht hatte. Die Zahlung von 1,59 Mio. EUR entspräche damit fast fünf Jahresgehältern.

Battistis Amtszeit als Vorstandschef läuft bei der nächsten Hauptversammlung im Mai aus. Die Regierung Draghi muss nun entscheiden, ob sie das Mandat um weitere drei Jahre verlängert oder neu besetzt.

WKZ, Quelle Finanza, Financial Times

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