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Freitag, 07 Mai 2021 09:00

Niederlande: Windschutzscheiben erlauben hohe Geschwindigkeiten auf der Dritten Moerdijk-Brücke

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Fotos Pro Rail.

Am 4. und 5. Mai herrschte ein starker Wind. Nach dem Sturm Evert am 11. März war dies der nächste Test für die neuen Windschutzscheiben an der Dritten Moerdijk-Brücke (Derde Moerdijkbrug). Diese Scheiben sorgten dafür, dass die Züge trotz des starken Windes ihre Fahrt auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke (HSL) von Rotterdam bis zur belgischen Grenze öfter fortsetzen konnten. Dies zeigte eine Analyse, die nach dem Sturm durchgeführt wurde.

Die Dritte Moerdijk-Brücke (auch Brug Hollandsch Diep genannt) ist ein windanfälliger Punkt auf der HSL. Dies liegt zum Teil an der großen Höhe, Länge und Lage der Brücke über offenem Wasser. In der alten Situation - ohne Windschutz - mussten die Züge aus Sicherheitsgründen bei Windstärke 5 oder 6 abbremsen oder sogar anhalten. Mit den Windschutzvorrichtungen können Züge selbst bei Windstärke 7 bis 8 (Orkanstärke) auf der HSL fahren.

Eine Analyse des Sturms Evert zeigt, dass die Windschutzscheiben zu weniger Unannehmlichkeiten führen. Während dieses Sturms konnten die Züge ihre Fahrt länger fortsetzen als in der alten Situation. Ohne die Windschutzscheiben hätten die Züge auf der HSL zwischen Rotterdam und der belgischen Grenze insgesamt fünf Stunden nicht fahren können. In der Realität war dies dank der Windschutzscheiben auf eineinhalb Stunden begrenzt.

Ist der Wind stärker als Stärke 7 bis 8 oder treten starke Windböen auf, müssen die Züge auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke langsamer fahren. Dies liegt an anderen windanfälligen Punkten auf der Strecke. An diesen Stellen wird es gefährlich, mit normaler Geschwindigkeit weiterzufahren.

Im November letzten Jahres wurde bei einer großen Stilllegungsmaßnahme an der Dritten Moerdijk-Brücke hart gearbeitet, um die Windschutzscheiben zu installieren. Es wurden mehr als 1500 Paneele über eine Strecke von 2895 m installiert.

Nachdem die Windschutzscheiben installiert waren, musste die Windwarnanlage an die neue Situation angepasst werden. Dieses System sendet im Falle von starkem Wind ein Signal an die Zugsicherung. Die Fahrdienstleiter informieren die Fahrer darüber und geben an, ob die Züge langsamer oder gar nicht fahren sollen.

Die Windschutzscheiben sollen die Unannehmlichkeiten für die Fahrgäste um mindestens die Hälfte reduzieren. Zwischen 2014 und 2019 gab es auf dem südlichen Abschnitt des HSL zwischen 23 und 58 Tage mit Windstörung. Das Ausmaß der Windbeeinträchtigung hängt von der Windstärke und der Richtung ab, in die der Wind bläst.

WKZ, Quelle ProRail

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