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Mittwoch, 12 Mai 2021 18:05

Dänemark: Stadler klagt gegen Großauftrag für Alstom

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Fotos DSB.

Der Zughersteller Stadler hat beschlossen, gegen die am 12. April dieses Jahres bekannt gegebene Vergabe des Auftrags "Fremtidens tog" (Zug der Zukunft) an Alstom durch die DSB Einspruch einzulegen.

Stadler hat die Beschwerde mit der Begründung eingereicht, dass Stadler grundsätzlich nicht glaubt, dass das Angebot von Alstom bedingungsgemäß ist, d.h. dass das Angebot alle Anforderungen der DSB erfüllt.

Bei Ausschreibungen dieser Größenordnung ist es nicht ungewöhnlich, dass sich der Verlierer beschwert - dies ist bei ähnlichen Ausschreibungen in ganz Europa zu beobachten, bei denen viele der gleichen Anbieter mitbieten:

"Bei einer Ausschreibung dieser Größenordnung ist es nicht unüblich, dass die unterlegene Partei die Entscheidung beanstandet. So sind uns z. B. zwei aktuelle Fälle in Österreich und der Schweiz bekannt, in denen Alstom Einspruch gegen Vergaben an Stadler eingelegt hat. Ich möchte betonen, dass sich DSB bei der Bewertung der Angebote für das Angebot entschieden hat, das in der angebotenen Lösung den technischen Anforderungen entsprach und auch aus wirtschaftlicher Sicht am attraktivsten war. Mit anderen Worten, es ist das Angebot, bei dem die DSB die meiste Qualität für das Geld bekommen hat", sagt Jürgen Müller, Leiter Strategie und Zugmaterial, DSB, und fährt fort:

"Wir hätten den Auftrag aufgrund der Ausschreibung nicht anders vergeben können. Wir haben einen professionellen und transparenten Ausschreibungsprozess durchgeführt und das ist auch das Feedback, das wir vom Markt erhalten haben. Ich hoffe daher, dass wir die Angelegenheit so schnell wie möglich klären können, damit wir mit der Beschaffung fortfahren können."

Die Berufung von Stadler wird vor dem Beschwerdeausschuss für Beschaffungen (Klagenævnet for udbud) verhandelt. Die DSB erwartet, dass dieser innerhalb von 30 Tagen entscheidet, ob der Rekurs aufschiebende Wirkung für die Beschaffung des Zuges der Zukunft haben soll.

Fakten

• Die Lieferung von voraussichtlich 150 Triebzügen und deren Wartung für bis zu 40 Jahre ist die größte Investition in der Geschichte der DSB
• Die Gesamtinvestition wird auf 20 Mrd. DKK (2,7 Mrd. EUR) geschätzt
• Am 12. April dieses Jahres erhielt Alstom nach einem gründlichen EU-Ausschreibungsverfahren den Zuschlag
• Geplant ist, dass Züge auf der elektrischen Coradia-Stream-Plattform von Alstom das Rückgrat des dänischen Bahnverkehrs bilden und die IC3- und IC4-Züge ersetzen.

Bengt Dahlberg, WKZ, Quelle DSB

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