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Freitag, 28 Mai 2021 09:00

Spanien: Renfe erteilt Talgo den Zuschlag für bis zu 40 AVE-Triebköpfe - Umbau von Trenhotel- in AVE-Züge

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Fotos Talgo, Renfe.

Der Verwaltungsrat von Renfe hat am 25.05.2021 die Vergabe eines Auftrags für den Kauf von bis zu 40 Triebköpfen für Hochgeschwindigkeitszüge mit variabler Spurweite und 330 km/h kommerzieller Geschwindigkeit im Gesamtwert von 281,5 Mio. EUR an die Firma Talgo genehmigt. Diese Triebköpfe werden Renfe in die Lage versetzen, Ave-Züge mit Talgo-Trenhotel-Kompositionen zu bilden, die in die neue Baureihe 107 von Renfe umgewandelt werden.

Der Vertrag setzt sich aus zwei Losen zusammen. Das erste Los über 26 Triebköpfe für 195,5 Mio. EUR ist der letzte Schritt bei der Umwandlung von 13 konventionellen Zügen in Hochgeschwindigkeitszüge. Damit setzt der Betreiber einen ersten, im Februar 2018 erteilten Auftrag zur Aufrüstung von Zügen mit herkömmlicher und gezogener Technik (damals noch ohne Lokomotive) zu Hochgeschwindigkeitszügen mit höchster Ausstattung fort. Die 26 beauftragten Triebköpfe werden in Ein-Paar-Formationen für jeden Zug eingesetzt, die an den beiden Enden der Reisezugwagen-Formationen platziert werden. So entstehen einheitliche Kompositionen, die von den übrigen Hochgeschwindigkeitszügen von Talgo nicht zu unterscheiden sein werden und die wie alle Züge auf ihrer gesamten Länge einen einzigen Niederflurboden haben werden, auf gleicher Bahnsteigebene und ohne Stufen.

Los 2 ist die umfassende Instandhaltung der 13 Kompositionen umgebauter Wagen, mit der Option auf 6 weitere Wagenkompositionen. Renfe behält sich für die gesamte Dauer des Wartungsvertrags die Durchführung der Tätigkeit im Zusammenhang mit den sogenannten "Second-Level-Eingriffen" vor, sowohl für die Triebköpfe als auch für die Wagen.

Die Triebköpfe werden mit modernster, in Spanien entwickelter Technologie ausgestattet sein, die bereits in den Talgo Avril-Zügen vorhanden ist. Wie diese werden sie in der Lage sein, sich automatisch an die beiden in Spanien existierenden Spurweiten anzupassen, was die Ausweitung des Hochgeschwindigkeitsverkehrs auf das konventionelle, elektrifizierte Schienennetz ermöglichen wird. Die Infrastrukturkapazitäten auf den Hochleistungsstrecken werden so maximal ausgenutzt, und die Fahrzeiten werden in den Zielgebieten, in denen keine Hochgeschwindigkeitsstrecken existieren, deutlich verkürzt.

Erweiterung eines Vertrags aus dem Jahr 2018

Der ursprüngliche Auftrag im Wert von 107 Mio. EUR umfasste die Umwandlung von 156 Nachtzugwagen der Serie 7, die zuvor von Renfe unter der Handelsmarke "Trenhotel" betrieben wurden, in 13 Hochgeschwindigkeitszüge. Er beinhaltete jedoch nicht die Herstellung der Triebköpfe, die für den Betrieb dieser Züge benötigt werden.

Darüber hinaus wurde im Jahr 2018 bereits eine Option für die Umwandlung von 72 weiteren Wagen (6 Kompositionen, damals noch ohne Lokomotiven) in Betracht gezogen, die nach den Anforderungen von Renfe ausgeführt werden sollte. Damit würde sich der Wert des ersten Auftrags auf 151 Mio. EUR erhöhen.

Umbau von Intercity- in Hochgeschwindigkeitszüge

Mit dieser Aktion wird Talgo zum ersten Hersteller weltweit, der in der Lage ist, Intercity-Zügen (Höchstgeschwindigkeit ca. 200 km/h) ein zweites Leben zu geben und sie in Hochgeschwindigkeitszüge umzubauen. Dies ist nur dank der einzigartigen, von Talgo in Spanien entwickelten Fahrwerkstechnologie möglich, die seit ihrer Konzeption vor fast acht Jahrzehnten alle Talgo-Züge besonders gut für den Hochgeschwindigkeitsbetrieb vorbereitet, unabhängig von dem Segment, für das sie bestimmt sind.

Renfe-Hochgeschwindigkeitsprogramm über mehr als 3,5 Mrd. EUR

Diese neue Bestellung ist Teil des Flottenerneuerungsplans, den Renfe für 2019 ins Leben gerufen hat. Der Betreiber unternimmt die größte Investitionsanstrengung der letzten Jahrzehnte in den Kauf von rollendem Material, um zur Dynamik der wirtschaftlichen Erholung beizutragen, mit Ausschreibungen, die zusammen 3,5 Mrd. EUR übersteigen und etwa 52.000 neue Arbeitsplätze schaffen werden.

Die erste dieser Ausschreibungen wurde an die Firma Construcciones y Auxiliar de Ferrocarriles (CAF) für die Lieferung von 31 Meterspurzügen und 6 Zügen für die Bergbahn Cercedilla - Cotos sowie die teilweise Wartung der Zugflotte für einen Zeitraum von 15 Jahren für insgesamt 258 Mio. EUR vergeben.

In der Folge beauftragte Renfe Alstom und Stadler mit dem Kauf von 211 Großraumzügen für Cercanías mit einem Gesamtwert von 2,445 Mrd. EUR. Beide Lose beinhalten die Flottenteile, den Erstbestand an Ersatzteilen und deren Werkzeuge sowie die Wartung für 15 Jahre.

Außerdem steht bei Renfe der Kauf von 72 Hybridzügen für Media Distancia und Cercanías an, für einen Gesamtbetrag von 1,3 Mrd. EUR. Im April letzten Jahres beschloss der Vorstand des Unternehmens, diesen Auftrag erneut auszuschreiben, um sicherzustellen, dass die neuen Züge über Technologien wie Wasserstoff verfügen, um auf nicht-elektrifizierten Strecken zu fahren und so eine höhere Energieeffizienz zu erreichen.

Renfe wird außerdem in den nächsten Jahren 43 neue, von Talgo hergestellte Hochgeschwindigkeitszüge erhalten, die 13, deren Bestellung jetzt abgeschlossen ist, und weitere 30 der Baureihe Avril.

WKZ, Quelle Talgo, Renfe

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Letzte Änderung am Freitag, 28 Mai 2021 06:59

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