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Mittwoch, 02 Juni 2021 12:29

Schweiz: IBSB begrüßt S7 als wichtige Vorstufe einer Bodensee-S-Bahn

Gemäss dem vor kurzem in der Schweiz veröffentlichten Fahrplanentwurf wird es ab Dezember dieses Jahres an den Wochenenden alle zwei Stunden eine umsteigefreie Zugverbindung zwischen Rorschach und Lindau-Insel geben mit einer attraktiven Fahrzeit von nur 30 Minuten. Die neue S7 wird nur in St. Margrethen, Bregenz und Lindau-Reutin halten und dafür sorgen, dass es zumindest an Samstagen und Sonntagen zusammen mit den Eurocity Zügen Zürich-München zwischen St. Margrethen und Lindau-Reutin einen exakten Stundentakt geben wird.

Die Initiative Bodensee-S-Bahn begrüsst diesen ersten Schritt in Richtung einer durch alle drei Bodenseeanrai- nerstaaten verkehrenden S-Bahn ausdrücklich. Die Initiative geht davon aus, dass die bestehende S7 von Weinfelden nach Rorschach alle zwei Stunden bis Lindau-Insel durchgebunden wird.

Allerdings müssen diesem ersten Schritt weitere Schritte folgen. Die folgenden drei Verbesserun- gen sind recht kurzfristig umzusetzen:

1. Der eigentlich alle zwei Stunden verkehrende Eurocity Zürich-München weist zwei Taktlücken auf: um 16:51 verkehrt kein EC von St. Margrethen Richtung München und um 12:52 verkehrt kein EC von Lindau-Reutin Richtung Zürich. Diese Taktlücken sollten möglichst durch ein zusätzliches EC-Paar München - Zürich - München geschlossen werden oder zumindest durch zusätzliche Züge der neuen S7.

2. Das Zugangebot der neuen S7 soll auch Montag bis Freitag angeboten werden und nicht nur an den Wochenenden.

3. Es handelt sich bei der neuen S7 eigentlich um keine S-Bahn, sondern eher um einen Interregio-Zug, da die Halte Rheineck, Staad, Lustenau, Hard-Fussach, Bregenz Riedenburg, Bregenz-Hafen und Lochau-Hörbranz ausgelassen werden. Diese Halte sollten auch angefahren werden.

Mittelfristig ist selbstverständlich ein Halbstundentakt anzustreben. Nachdem nun sogar die Landesregierung Baden-Württemberg den Halbstundentakt als Ziel im SPNV ausgegeben hat und vielerorts bereits die Planung zum Viertelstundentakt in Gange ist, sollten die entsprechenden Vorarbeiten im Bereich der Infrastruktur zwischen Lindau und St. Margrethen bereits jetzt angedacht werden. So könnte die S7 als Vorbild für weitere grenzüberschreitende Linien wie Engen – Singen – Konstanz – Romanshorn mit den «Seehas»-Zügen dienen. Dazu ist der Ausbau der seit dem Bahnbau in den 1880er Jahren immer noch bestehenden eingleisigen Abschnitte auf durchgehende Doppelspur notwendig, so z.B. zwischen Romanshorn und St. Margrethen auf der Schweizer Seite, zwischen St. Margrethen und Bregenz sowie zwischen Bregenz-Hafen und Lochau-Hörbranz auf dem österreichischen Strecken-Abschnitt. Die neuen, winzigen Doppelspur- Abschnitte in Lustenau – Lauterach genügen definitiv nicht. Die Finanzmittel sind vorhanden, nur: es fehlen seit Jahren die Projekte. Letztere müssen nun raschestens – im wortwörtlichen Sinne – «aufgegleist» werden.

Pressemeldung Initiative Bodensee-S-Bahn

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