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Montag, 07 Juni 2021 12:00

Frankreich: Limoges - Nach 7 Monaten endlich mal wieder auf Reisen

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Für den 29. und 30. Mai 2021 waren Versuchs- bzw. Schulungsfahrten mit zwei Lokomotiven in der Nähe von Limoges angekündigt. Am Samstag fanden zwei Fahrten nach Aixe-sur-Vienne statt, der erste Zug wurde von der 140-C-38 und der zweite von der 141-TD-740 befördert, beide unterstützt von einer Diesellok. Das absolute Highlight war jedoch die Doppeltraktion am Sonntag ohne Diesel nach Eymoutiers mit sechs schönen passenden grünen Wagen.

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Die 141.740 gehörte zu einer Serie von 42 Lokomotiven, die 1930 - 1933 von der Société Française de Construction Mécanique (besser bekannt als CAIL, Denain) für die Compagnie des Chemins de Fer de l'Est gebaut wurden. Mit der Gründung der SNCF im Jahr 1938 wurde daraus die Reihe 1-141-TC mit den Nummern 701 - 742. Diese schönen 3-Zylinder 1’D1’-Tenderlokomotiven waren ursprünglich für den Vorortverkehr von Paris-Est nach Meaux, Château-Thierry, Gargan und Longueville vorgesehen.

Nach der Elektrifizierung im Jahr 1955 kamen sieben dieser Lokomotiven, darunter die 740, zur Région Ouest. Die anderen Lokomotiven blieben bis zu ihrer Ausmusterung im Jahr 1960 vor Ort. Nach dem Ortswechsel landete die 3-141-TD-740 im Depot von Batignolles. Zusammen mit einem Kontingent von 40 weiteren Tenderlokomotiven diente sie hauptsächlich im Vorortverkehr von Paris-St. Lazare nach Mantes über Poissy oder Conflans-Sainte-Honorine. Die Lok wurde für den Wendezugbetrieb umgerüstet. Ab dem 28. Februar 1967 wurde elektrisch nach Conflans gefahren, was das Ende der dortigen Dampftraktion bedeutete.

Die 3-141- D-740 absolvierte ihre letzte Fahrt am 3. April 1967 und wurde am 19. August 1968 aus dem Bestand der SNCF entfernt. Daraufhin wurde sie im Dépot Mantes abgestellt. Während alle anderen Lokomotiven dieser Baureihe verschrottet wurden, wurde die 740 ins Eisenbahnmuseum nach Mulhouse gebracht, wo jedoch kein überdachter Platz gefunden werden konnte.

Im Jahr 1981 befand sie sich in einem so schlechten Zustand, dass die SNCF beschloss, die Lokomotive zu verkaufen. Am 11. Februar 1982 wurde die Lokomotive von der Chemin de Fer Touristique Limousin - Périgord (CFTLP) gekauft, die sie komplett restaurierte. Am 29. September 1991 konnte sie zum ersten Mal wieder aus eigener Kraft fahren. Nach zwei weiteren Untersuchungen erhielt die Lok 1999 einen neuen Kessel. Nach ihrer Unterbringung in Le Buisson ist die 141-TD-740 nun im SNCF-Lokdepot in Limoges Puy-Imbert zu Hause. Seit dem 30. Oktober 1987 gehört diese Maschine zum Industriekulturerbe und ist nun ein offizielles historisches Denkmal.

Zu Beginn des letzten Jahrhunderts benötigte die Chemin de Fer de l'ETAT leistungsfähigere Lokomotiven für ihren Güterverkehr. Dabei orientierten sie sich an einem Entwurf von Henschel für eine Lokomotive mit 1'D-Achsfolge für die italienischen Staatsbahnen (FS). Zwischen 1913 und 1920 wurden 340 Lokomotiven bestellt und ausgeliefert. Die erste Serie von 70 Lokomotiven ab 1913 wurde von S.A.C.M. - Belfort (20), Schneider et Cie - Le Creusot (25) und Fives-Lille (25) gebaut. Diese erhielten die Nummern 140-101 bis 170. Wegen des Ersten Weltkriegs wurden die späteren Lokomotiven von Nasmyth, Wilson and Company in Manchester (20), North British Locomotive Co. in Glasgow (215) und Vulcan Foundry in Newton-le-Willows (35) hergestellt. Zweihundert von ihnen, mit den Nummern 140-171 bis 370, wurden 1916 und 1917 ausgeliefert, obwohl 6 davon (140-337, 338, 339 340, 368 und 369) am 30. April 1918 im Meer verschwanden, als das Dampfschiff Saint Chamond vor der Küste Cornwalls torpediert wurde.

Die Produktion der letzten 70 Lokomotiven wurde zwischen North British (NBL) und Vulcan Foundry (VF) aufgeteilt. Die bei NBL gebauten Lokomotiven wurden an die Chemin de Fer de l'Est (EST 40.001 t/m 035) verkauft, die bei VF gebauten Lokomotiven gingen als 140 K 1 bis 35 an die Chemin de Fer de Paris à Lyon et à la Méditerranée (PLM).

Als 1938 die SNCF gegründet wurde, erhielten die Est-Lokomotiven die Nummern 1-140- C-1 bis 35, die ETAT-Lokomotiven wurden zu 3-140-C-101 bis 370 und die PLM-Lokomotiven zu 5-140-K-1 bis 35. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Lokomotiven in den östlichen Regionen vereinigt. Während die Ex-Est-Lokomotiven ihre Nummern 1-140 C 1 bis 35 behielten, wurden die Ex-ETAT-Lokomotiven zu 1-140-C-101 bis 370 und die Ex-PLM-Lokomotiven zu 1-140-C-36 bis 1-140-C-70.

Sie waren sehr leistungsfähige Lokomotiven, die Güterzüge bis zu 1800 Tonnen ziehen konnten. Viele von ihnen überlebten den Zweiten Weltkrieg und blieben bis Mitte der 1970er Jahre im Einsatz. Aufgrund ihrer Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h wurden sie auch vor Personenzügen von Paris nach Le Havre, Cherbourg und Granville sowie auf dem Pariser Ring eingesetzt.

Die 140-C-38 wurde 1919 von der Vulcan Foundry mit der Fabriknummer 3237 gebaut. Sie gehörte zunächst der Chemin de Fer de l'ETAT, wurde aber 1924 an die PLM verkauft, wo sie als 5-140-K-3 diente. Ihr erstes PLM-Depot war Montargis. 1941 kam sie als sogenannte "Leihlok" nach Deutschland und wurde erst im Juli 1950 in einem Schuppen in Bonn aufgefunden. Im gleichen Jahr wurde die Lokomotive unter ihrer heutigen Nummer 1-140-C-38 in Châlons-sur-Marne stationiert. Nach einer Hauptuntersuchung in Epernay im Jahr 1951 wurde sie nach Vaires bei Paris überführt. 1962 kam die Lokomotive nach Hausbergen, 1963 nach Noisy-le-Sec und 1968 nach Chalindrey. Am 20. November desselben Jahres zog sie ihren letzten Zug von Gray nach Chalindrey, was gleichzeitig der letzte kommerzielle Zug der SNCF war. Im Dezember 1978 wurde sie an einen Modellbahnclub in Caen verkauft, bis sie am 2. Mai 1996 an das CFTLP in Limoges verkauft wurde. Am 27. Juni 1996 wurde die Lok auf der Straße nach Limoges-Montjovis transportiert und in Limoges Puy-Imbert wieder betriebsfähig aufgearbeitet. Am 26. Juli 2013 konnte die 140-C-38 wieder angeheizt werden.

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