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Dienstag, 08 Juni 2021 08:00

Großbritannien: Fahrgastzahlen der Bahnen auf dem niedrigsten Stand seit 150 Jahren

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Foto ORR.

Die britische Verkehrsregulierungsbehörde Office of Rail and Road (ORR) gab jetzt bekannt, dass die Fahrgastzahlen der Bahngesellschaften während der Pandemie (von April 2020 bis März 2021) auf den niedrigsten Wert der letzten 150 Jahre gesunken sind. Im genanntene Zeitraum der Pandemie wurden in Grossbritannien nur 22 % Bahnreisen unternommen wie im Jahr zuvor.

Anfang 2020 kam es zu der noch heute nicht völlig überwundenen Coronavirus-Pandemie und einem landesweiten Lockdown, was zu einem Einbruch der Nachfrage nach Zugreisen führte. Von April bis Juni 2020 wurden nur 35 Mio. Bahnreisen unternommen, im gesamten Jahr zuvor jedoch über 1,7 Mrd. Fahrten im Nah- und Fernverkehr der Bahnen.

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Die im Londoner Vorortverkehr tätigen Bahngesellschaften TfL Rail, London Overground und c2c erreichten 2020/2021 jeweils etwa 30 % der Fahrgastzahlen des Vorjahres, gefolgt von Merseyrail in Liverpool und Caledonian Sleeper. Von den übrigen regionalen Bahnen erreichte Northern ca. 20 % sowie ScotRail und TfW Rail jeweils nur etwa 15 % der Vorjahreswerte. Das Schlusslicht bildete Heathrow Express mit 4,7 % aufgrund des gleichzeitig drastisch reduzierten Flugverkehrs.

Bei den verkauften Fahrscheinen lagen im Zeitraum 2020/2021 regionale Netzkarten und Gruppentickets mit 35,8 % gegenüber dem Vorjahr an der Spitze, während die Zeitkarten nur ca. 16 % der Vorjahreszahl erreichten.

Graham Richards, Direktor für Planung and Kontrolle beim Office of Rail and Road, erklärte: "Dieser beispiellose Rückgang der Fahrgastzahlen hat sich eindeutig auf die Nutzung der Bahn und die Einnahmen aus dem Fahrkartenverkauf ausgewirkt. Dennoch zeigen jüngste Schätzungen des Verkehrsministeriums, dass sich die Bahnnutzung bis Ende Mai 2021 auf etwa 45 % des Niveaus vor der Pandemie erholt hat."

Das Verkehrsministerium hatte mit den Bahnen während der Pandemie Unterstützungsverträge vereinbart, um den Kollaps des Bahnreiseverkehrs abzuwenden. Diese Vertäge werden in wenigen Monaten auslaufen, zumal inzwischen wieder verstärkt individuelle und touristische Bahnreisen unternommen werden.

Verkehrsminister Grant Shapps sagte in diesem Zusammenhang: "Während der Pandemie sind wir ausnahmslos zur Rettung jedes einzelnen Arbeitsplatzes bei den Bahnen eingesprungen."

Die Steuerzahler zahlen derzeit noch immer 1 Mio. GBP pro Stunde, um die Züge zu betreiben, die im Vergleich zu vor der Pandemie weniger als halb voll sind. Deshalb hat die Regierung ein 12 Mrd. GBP (ca. 14 Mrd. EUR) schweres Paket geschnürt, um die Bahn zu unterstützen, nachdem die Fahrpreiseinnahmen eingebrochen waren.

Robert Nisbet, Sprecher der Rail Delivery Group, dem Dachverband der britischen Bahngesellschaften, ergänzte: "Trotz des Einbruchs der Fahrgastzahlen im letzten Jahr haben Großbritanniens Bahnen dazu beigetragen, wichtige Arbeitskräfte und Menschen, die nicht von zu Hause aus arbeiten können, während der Pandemie zur Arbeit und zurück zu bringen. Mit der Aufhebung der Beschränkungen wird die Bahnindustrie jetzt durch unser "Safer-Travel"-Versprechen mehr Menschen wieder zum Bahnfahren animieren und die wirtschaftliche Erholung des Landes unterstützen."

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, WKZ; Quellen: Independent, ORR, Sky News

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Letzte Änderung am Dienstag, 08 Juni 2021 08:15

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