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Dienstag, 08 Juni 2021 09:00

Frankreich: Test der Monoblockschwellen für den Grand Paris Express

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Fotos Société du Grand Paris / Leticia Pontual.

Im Eisenbahnversuchszentrum von Valenciennes (Centre d'essais ferroviaires (CEF) wurden kürzlich die Monoblockschwellen für die Linien 15, 16 und 17 vom zukünftigen Grand Paris Express einem Großversuch unterzogen. Ziel war es, ihre zuvor im Werk ermittelte Leistung unter realen Betriebsbedingungen zu validieren.

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Die Société du Grand Paris hat sich dafür entschieden, diese dynamischen Tests unter Bahnverkehr durchzuführen, um die Fähigkeit der Schwellen zu messen, die von vorbeifahrenden Zügen verursachten Schwingungen zu dämpfen und so die im Labor erzielten Leistungen zu validieren.

Die Aufgabe der Schwellen ist es, die Schienen zu stützen, ihre Spurweite zu erhalten und die Lasten der verkehrenden Züge auf die gesamte Infrastruktur zu übertragen. Für den Grand Paris Express entschied sich die Société du Grand Paris für Monoblock-Betonschwellen. Umgeben von einer starren Hülle wird jede Schwelle in die Betonplatte eingesetzt, die den traditionellen Schotter ersetzt, das Bett aus Steinen, auf dem ein Eisenbahngleis ruht. Diese Schwellen erfüllen die Betriebsanforderungen der zukünftigen Linien der neuen Metro, insbesondere in Bezug auf die Geschwindigkeit und die projektierte Tonnage.

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Die Gleise des Grand Paris Express werden aus drei Schwellentypen bestehen: N1, N2 und N3. Obwohl sie identisch sind, haben die Monoblockschwellen N1 und N2 nicht das gleiche Maß an Schwingungsdämpfung. Die Steifigkeit der Antivibrationsmatte, auf der sie aufliegen werden, wird je nach Standort unterschiedlich sein. Die N1-Schwellen in Verbindung mit einer steifen Antivibrationsmatte entsprechen einer Grundstufe der Schwingungsdämpfung. Sie werden nur für bestimmte Wartungsstellen reserviert, bei denen die Vibrationsbelastung geringer ist. Dicker und aus Magnetit (FeO/Fe2O3) hergestellt, was ihnen eine größere Masse verleiht, werden die N3-Schwellen auf einer weicheren, elastischen Matte verlegt und sorgen so für eine optimale Schwingungsdämpfung. Sie sind sensiblen Standorten vorbehalten, d.h. Strecken in der Nähe von Krankenhäusern, Laboratorien oder den am stärksten exponierten Wohngebieten.

Auf allen Linien des Grand Paris Express werden sowohl Schwellen des Typs N2 als auch des Typs N3 eingesetzt, wobei die Schwellen des Typs N2 überwiegen, da sie die meisten Schwingungsanforderungen erfüllen.

Ein 150 m langer Gleisabschnitt aus diesen drei Schwellentypen wurde deshalb auf einem Testring im CEF mit einer Gesamtlänge von 1.828 m verlegt. Ein von der CEF betriebener Zug mit Eigenschaften, die denen des zukünftigen Rollmaterials des Grand Paris Express nahe kommen, führte über mehrere Wochen 90 Fahrten in drei Geschwindigkeitsstufen (30km/h, 50km/h und 70km/h, mit 30 Fahrten pro Stufe) durch.

Angeschlossen an die Schwellen N1, N2 und N3, aber auch an die Referenzschwellen N0, ohne Antivibrationsmatten, maßen Sensoren die Beschleunigungen und ermöglichten so die Beobachtung der Abschwächung der Schwingungsgeschwindigkeit je nach Art der angetroffenen Schwellen. Zuvor wurden am gleichen Standort statische Tests durchgeführt. Der Zweck dieser Tests war auch die Überprüfung der Schwingungsdämpfung ohne Bahnlasten.

Nach der Erfassungsphase der mit diesen dynamischen Tests gewonnenen Messwerte wird diese Teststrecke bald von den Fahrzeugen des Grand Paris Express für ihre ersten Fahrten genutzt. Die Züge, die auf den Linien 15, 16 und 17 zum Einsatz kommen werden, werden derzeit in den nur wenige Meter entfernten Fabriken von Alstom hergestellt.

WKZ, Quelle Société du Grand Paris

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