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Dienstag, 22 Juni 2021 08:00

Großbritannien: Baukosten für HS2 steigen weiter deutlich an

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Fotos High Speed Two Ltd., HS2 Ltd.

Wie die Times und andere britische Medien berichten, sind die Kosten für die Hochgeschwindigkeitsstrecke HS2 im vergangenen Jahr um weitere 1,7 Mrd. GBP (ca. 2 Mrd. EUR) gestiegen, da die Pandemie und Schutzmaßnahmen zu Verzögerungen und einer geringeren Produktivität bei Großbritanniens größtem Infrastrukturprojekt geführt haben. Dies stellt eine weitere signifikante Erhöhung des HS2-Projektbudgets von 106 Mrd. GBP dar.

Die Kosten für die erste Phase der Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen London und Birmingham sind um bis zu 800 Mio. GBP gestiegen, wie gut informierte Quellen bestätigten, die dem
Projekt nahe stehen. Die Kosten für den Knotenpunkt Birmingham Interchange mussten zudem um weitere 100 Mio. GBP erhöht werden, noch bevor die Auftragnehmer dafür ernannt worden sind. Ein mit dem Projekt verbundener Bauunternehmer sagte, dass HS2 Ltd, die staatlich finanzierte Einrichtung, die für die Realisierung der Bahnlinie verantwortlich ist, "immer noch nicht wirklich weiß, welche Kosten durch Covid hinzu gekommen sind".

Die Erhöhung kommt während einer wachsenden Ablehnung von HS2 in der Bevölkerung, die als einer der Gründe für den vernichtenden Verlust der Konservativen gegenüber den Liberaldemokraten bei den Nachwahlen in Chesham & Amersham gesehen wurde. Durch diesen Wahlkreis in Buckinghamshire soll in 10 Jahren die neue Strecke verlaufen. Doch Abgeordnete und Minister, die die Bahnlinie unterstützen, befürworten, dass HS2 London mit Birmingham, Manchester und Leeds verbinden soll, um die britische Wirtschaft wieder ins Gleichgewicht bringen wird. Kritiker bezeichnen das Projekt hingegen als "zu teuer, verschwenderisch und zerstörerisch". Umweltschützer behaupten, dass die Trasse 108 alte Wälder und 693 Naturschutzgebiete zerstören oder irreparabel beschädigen wird.

Die Ausgaben liegen allerdings noch innerhalb des für Phase 1 festgelegten Rahmens von 40,3 Mrd. GBP. Doch nur ein Jahr, nachdem Boris Johnson grünes Licht für den Bau der Strecke gegeben hat, ist das Projekt bereits auf ein Zusatzbudget von 4,3 Mrd. GBP angewiesen. Somit wird erwartet, dass die Kosten weiter steigen werden, da die Budgets für wichtige Teile des gesamten Projekts noch nicht endgültig vereinbart sind. Ein Bericht des britischen Rechnungshofes National Audit Office warnte letztes Jahr bereits, dass sich die Planung der Bahnlinie in einem so frühen Stadium befindet, dass es fast unmöglich ist, die endgültigen Kosten vorherzusagen. Während das offizielle Budget für die gesamte Strecke 98 Mrd. GBP auf dem Kostenniveau von 2019 beträgt, bezifferte eine Untersuchung des Sachverständigen Doug Oakervee bereits im letzten Jahr die Kosten auf 106 Mrd. GBP.

Das Verkehrsministerium erklärte dazu: "Unser Fokus liegt weiterhin auf der Kostenkontrolle, um sicherzustellen, dass diese ehrgeizige neue Bahnlinie ihre Fülle an Vorteilen zu einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis für den Steuerzahler liefert. Die Reaktion auf Covid-19 ist noch nicht abgeschlossen, und es gibt noch keine endgültige Bewertung der Auswirkungen."

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, WKZ, Quellen The Times, Business Matters, Daily Mail

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