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Dienstag, 29 Juni 2021 08:00

Dänemark: Breite Einigung über Infrastruktur im Wert von mehr als 160 Mrd. DKK

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Fotos Verkehrsministerium.

Die Regierung hat am 28.06.2021 zusammen mit Venstre, Dansk Folkeparti, Socialistisk Folkeparti, Radikale Venstre, Enhedslisten, Det Konservative Folkeparti, Nye Borgerlige, Liberal Alliance, Alternativet und Kristendemokraterne eine historische Einigung über den Infrastrukturplan 2035 erzielt. Mit Investitionen von insgesamt mehr als 160 Mrd. DKK (21,45 Mrd. EUR) ist dies der größte dänische Infrastrukturplan aller Zeiten.

Der Plan beinhaltet Investitionen von mehr als 86 Mrd. DKK (12 Mrd. EUR) in den öffentlichen Verkehr und rund 64 Mrd. DKK (8,6 Mrd. EUR) für den Bau und Ausbau zukünftiger Straßen. Die Vereinbarung umfasst neue Projekte im Wert von 106 Mrd. DKK (14 Mrd. EUR).

Finanzminister Nicolai Wammen sagte: "Wir haben einen umfassenden und ehrgeizigen Plan in Höhe von 160 Mrd. DKK für Dänemarks Infrastruktur verabschiedet, damit die Dänen in Zukunft weniger Staus und Wartezeiten erleben. Mit dieser Vereinbarung vereinen wir Dänemark und binden das Land noch stärker aneinander. Es ist eine sinnvolle Investition u.a. in öffentliche Verkehrsmittel, Straßen und Radwege, die vielen Menschen den Alltag erleichtert und dänischen Unternehmen eine noch bessere Chance gibt, ihre Waren zu verkaufen und Arbeitsplätze zu schaffen - ohne Kompromisse bei der grünen Transformation. Ich freue mich, dass wir dafür eine sehr breite Unterstützung gefunden haben."

Mit der Einigung auf den Infrastrukturplan 2035 haben sich die Parteien darauf geeinigt, Gelder für eine breite Palette von Infrastrukturprojekten und verkehrspolitischen Maßnahmen bereitzustellen, darunter:

• Mehr als 86 Mrd. DKK (12 Mrd. EUR) für den öffentlichen Nahverkehr, darunter ca. 45 Mrd. DKK (6 Mrd. DKK) an neuen Investitionen, um schnellere Reisen im ganzen Land zu gewährleisten, für neue BRT- und Stadtbahnlösungen und metroähnliche Pendlerzüge (S-tog) in Kopenhagen.
• Rund 64 Mrd. DKK (8,6 Mrd. EUR) für den Bau der Straßen der Zukunft, die dazu beitragen, die wichtigsten Probleme der Verkehrsüberlastung zu lösen und Dänemark besser zu verbinden.
• Rund 11 Mrd. DKK (1,5 Mrd. EUR) für drei wichtige regionale Entwicklungsprojekte, die zur lokalen Entwicklung und zur Verkehrsentwicklung in der gesamten Region beitragen sollen.
• 3 Mrd. DKK (400 Mio. EUR) für neue Fahrradinitiativen, um mehr Menschen zum Radfahren zu bewegen, z. B. durch den Bau neuer Radwege in Gemeinden und entlang von Staatsstraßen.
• Grüne Initiativen, die sicherstellen, dass neue Infrastrukturen die Klimaziele nicht gefährden, wie z.B. die Einführung von klimafreundlichem Asphalt, Batteriezüge auf der nationalen Schiene und die Installation von Ladestationen entlang der nationalen Straßen.

Es werden mehrere Eisenbahn-Ausbauvorhaben früher realisiert. So wird die Neubaustrecke zwischen Odense und Kauslunde (bei Middelfart) im westlichen Teil der Insel Fünen bereits ab 2022 statt 2023 gebaut. Wann die 35 Kilometer lange Hochgeschwindigkeitsstrecke in Betrieb geht, wird nicht mitgeteilt.

Auch die Zulaufstrecke für den Fehmarnbelttunnel zwischen Nykøbing/Falster und Holeby auf Lolland wird bereits 2022 statt erst 2023 in Angriff genommen. Die Streckenkapazität auf Seeland im Raum Ringsted wird erhöht, dort endet die schon in Betrieb genommene Neubaustrecke von Kopenhagen.

In Raum Kopenhagen werden auch Überholgleise bei Kalvebod zur Verbesserung des Güterzugverkehrs gebaut. Der Abschnitt zwischen Tinglev (Tingleff) und Padborg (Pattburg) nörlich der deutsch-dänischen Grenze bei Flensburg wird durch ein zweites Gleis erweitert, allerdings erst ab 2029. Frühere Baumaßnahmen wären mit Streckensperrungen verbunden, was angesichts der starken Nutzung der Strecke für den Transitverkehr von und nach Schweden erst nach Inbetriebnahme der Fehmarntunnelverbindung verkraftet werden könnte.

Zwischen Aarhus und Silkeborg soll eine ganz neue Bahnstrecke gebaut werden. Nicht erwähnt wird das Vorhaben, einen Tunnel unter dem Vejlefjord zu bauen, um die Fahrzeit zwischen Aarhus und Fredericia verkürzen zu können. Die beiden Städte sind bisher nur über eine kurvenreiche Strecke mit einem Umweg verbunden.

Verkehrsminister Benny Engelbrecht sagte: "Wir sind uns einig, massiv in einen besseren öffentlichen Nahverkehr, mehr Straßen und eine bessere Fahrradinfrastruktur zu investieren. Dies ist eine Vereinbarung mit den Dänen im Zentrum. In allen Teilen des Landes. Wir wollen einen viel stärkeren Fokus auf die Reduzierung von Staus und die Schaffung von Platz für umweltfreundliche Autos, den Kampf gegen den Straßenlärm und die dringend benötigte Stärkung unserer Eisenbahnen. Insgesamt handelt es sich um eine sehr gute und sehr breite politische Vereinbarung mit der richtigen Balance zwischen Investitionen in Straßen- und öffentliche Verkehrsprojekte. Das haben wir vor den Wahlen versprochen und das liefern wir jetzt."

Der Minister für Inneres und Wohnungsbau Kaare Dybvad Bek: "Mit der Vereinbarung sagen die Parteien im Parlament ganz klar, dass man, egal ob man in der Stadt oder auf dem Land wohnt, ordentliche Anschlüsse haben muss. Es geht um ein zusammenhängendes Dänemark, bei dem wir nicht nur die Wirtschaft, sondern auch den Wert für die Gesellschaft betrachten. Zusätzlich zu den vielen Projekten, die darin enthalten sind, freue ich mich, dass ein Pool von mehr als drei Milliarden für bessere Verbindungen zwischen Land und Stadt vorgesehen ist."

Das Abkommen ist von 2022-2035 gültig und beinhaltet eine Einladung zu verkehrspolitischen Verhandlungen über die Teile des Abkommens, an denen die betroffenen Parteien teilnehmen. Die Vereinbarung ändert nichts an bestehenden Teilvereinbarungen im Bereich Transport oder Vereinbarungen über konkrete, laufende Bauprojekte.

Text der Vereinbarung und Anhänge

Vereinbarung über die Implementierung von Investitionsfonds in besseren und billigeren öffentlichen Verkehr für den Zeitraum 2022-2035

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, mit freundlicher Genehmigung des Nordschleswigers, WKZ, Quelle Transportministeriet

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