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Mittwoch, 30 Juni 2021 11:00

Dänemark: Züge aus Schleswig-Holstein bis Tingleff in Sicht

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Fotos Alstom, Stadler.

Der Nahverkehrsverbund Nah.sh verhandelt mit DSB und dänischem Transportministerium über grenzüberschreitende Fahrten mit Batteriezügen: Die neuen elektrischen DSB-Regionalzüge fahren nur bis zur Stromgrenze Pattburg. Von Hamburg könnten schleswig-holsteinischer Regionalzüge bis Fredericia rollen.

Im „Kleingedruckten“ der neuen überparteilichen Vereinbarung über einen dänischen Infrastrukturplan bis 2035 mit Investitionen in Höhe von 86 Milliarden Kronen allein im Bereich Eisenbahnen werden „Untersuchungen der Möglichkeit“, „deutsche Züge auf der Strecke Flensburg-Pattburg-Tingleff (Flensborg-Padborg-Tinglev)“ mit direkter Zugverbindung nach Kiel einzusetzen, genannt. Beim Nahverkehrsverbund Nah.sh, der im Auftrag der schleswig-holsteinischen Landesregierung den regionalen Schienenverkehr organisiert, besteht die Bereitschaft, Züge von Kiel und Hamburg über Flensburg hinaus nach Dänemark rollen zu lassen.

Bahnstromgrenze behindert grenzüberschreitenden Verkehr

Hinter der Anmerkung im Infrastrukturabkommen (Seite 12) versteckt sich ein Problem für den grenzüberschreitenden Regionalverkehr, wenn in den kommenden Jahren die Dänischen Staatsbahnen (DSB) ihre über 100 neuen elektrischen Triebwagen des Typs Coradia Stream des Herstellers Alstom in Betrieb nehmen.

Im Gegensatz zu den heute von Aarhus und Kopenhagen bis Flensburg eingesetzten Intercitytriebwagen IC3 können die neuen supermodernen DSB-Züge, die ab 2024 im dänischen Inlandsverkehr eingesetzt werden, die deutsch-dänische Grenze nicht überqueren. Sie sind nur für dänischen Bahnstrom mit 25 Kilovolt/50 Hertz und nicht für 15 Kilovolt/16,7 Hertz wie in den Fahrleitungen in Deutschland und Schweden eingerichtet.

Nur die neuen DSB-Elektroloks der Baureihe EB für den Personenfernverkehr Kopenhagen-Hamburg und die meisten Güterzugloks im Transitverkehr besitzen Zweisystemtechnik für die Überquerung der Stromgrenze im Bereich des Pattburger Bahnhofs. „Wir überlegen gemeinsam mit den DSB und dem dänischen Transportministerium, die für Einsatz zwischen Kiel und Flensburg vorgesehenen elektrischen Triebwagen mit Akkumulatoren bis Pattburg, Tingleff oder auch Sonderburg fahren zu lassen“, berichtet der für die Bereiche Fahrplan und Fahrzeuge zuständige Mitarbeiter bei Nahh.sh, Jochen Kiphard, dem „Nordschleswiger“.

Die „Batterietriebwagen“ des Herstellers Stadler, werden ab Ende 2022 in Schleswig-Holstein zum Einsatz kommen. Die Akkus der Triebwagen werden während des Aufenthaltes unter elektrischen Oberleitungen im Bereich Kiel und Flensburg aufgeladen. Auf den nicht elektrifizierten Strecken können die Züge umweltfreundlich mit Batteriestrom fahren.

Wie dies geschehen kann, erfahren Sie im Beitrag des Nordschleswigers ...

Volker Heesch

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Letzte Änderung am Dienstag, 29 Juni 2021 20:23

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