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Montag, 18 Dezember 2017 15:50

Frankreich: Technische Analysen sollen Klarheit zum Bü-Unfall Millas bringen

Angesichts widersprüchlicher Zeugenaussagen zum Bü-Unfall in Millas, bei dem fünf Schulkinder getötet wurden, konzentriert sich jetzt alles auf die Frage, ob die Schranken zum Zeitpunkt des Unfalls am Donnerstag hochgestellt oder gesenkt waren. Hat die Technik der Alarmsysteme versagt oder die Busfahrerin die Durchfahrt erzwungen? Vier Tage nach der Tragödie bleiben die Antworten auf diese Fragen unklar.

"Es folgten drei Busse hintereinander, einer fuhr ohne Probleme, der zweite wurde vom Zug erfasst und der dritte wurde Zeuge der Katastrophe", erinnert sich der Bürgermeister von Saint-Féliu-d' Avail gegenüber BFMTV. Laut L' Indépendant gaben die Fahrer der beiden nicht verunglückten Fahrzeuge an, dass sie nicht gesehen hätten, wie die Schranken abgesenkt wurden. Sie gehören nicht zum selben Transportunternehmen wie der Bus, der an der Kollision beteiligt war. "Wir haben den Zug kommen sehen, aber die Schranken sind nicht heruntergekommen, es gab keine Blinklichter", sagte ein Schulmädchen auf France 3. Andererseits hätte ein junger Fahrgast im Unfallbus seiner Familie und seinen Freunden versichert, dass der Bus tatsächlich eine "geschlossene" Schranke überquert hat.

Die regionale Presse erhielt ebenfalls Zeugenaussagen, die darauf hindeuten, dass mehrere Bahnübergänge in der Region gestört waren. Die Auslösung des Schließsignals durch den Zug kann bei manchen Zügen wie dem X 73500 (Baleines bleues) durch Oxidation Probleme bereiten ("déshuntage"), solche Probleme sind aber beim Unfallzug Z 7200 nicht bekannt.

Die Ermittler haben die Szene in 3D modelliert und versuchen nun, die Fakten sekundengenau zu ermitteln. Sie kennen die Bus- und Zuggeschwindigkeiten, die 12 bzw. 75 km/h betrugen. Zur technische Untersuchung wird auch eine Drohne benutzt, um "das Sichtfeld der Busfahrerin in ihrer Höhe festzustellen".

WKZ, Quelle Europa 1, Liberation

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