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Donnerstag, 08 Juli 2021 08:00

Russland: RŽD rüstet weitere Abschnitte mit virtueller Kupplung aus

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Fotos RŽD.

Die Anwendung neuer Technologien der Intervallsteuerung des Zugverkehrs auf dem Netz der Russischen Eisenbahnen, nämlich mobile Blockabschnitte und "virtuelles Kuppeln", wird es ermöglichen, die Tragfähigkeit der in Betrieb befindlichen Eisenbahnstrecken durch die Reduzierung der Intervalle der durchfahrenden Züge wesentlich zu erhöhen.

Das teilte der Generaldirektor und Vorstandsvorsitzende des Unternehmens, Oleg Belozërov, auf der Sitzung im Hauptkontrollzentrum der Russischen Eisenbahnen RŽD am 07.07.2021 mit.

Der stellvertretende Generaldirektor und Chefingenieur der RŽD, Sergej Kobzev präsentierte die Möglichkeiten der Technologie der "virtuellen Kupplung" bei der Intervallsteuerung von Zügen mit Anwendung des innovativen einheimischen Systems der automatischen Zugblockverriegelung mit einem rollenden Block (ABTC-MŠ). Es wurde bereits auf den Abschnitten Sljudjanka-1 - Bolʹšoj Lug und Jablonovaja - Lesnaja des östlichen Polygons implementiert. Signale sind bei dem neuen System nicht erforderlich, der Lokführer wird anhand des Abstands zum vorausfahrenden Zug geführt.

Eine virtuelles Signal wird auf dem letzten Wagen des Zuges platziert und ermöglicht dem dahinter fahrenden Zug, den Sicherheitsabstand einzuhalten. Die Technologie ermöglicht es, den zeitlichen Abstand der aufeinander folgenden Züge um den Faktor bis zu 2x zu reduzieren - von 10 Minuten auf 5 Minuten, so dass mehr Züge hintereinander fahren können.

"Virtuelles Kuppeln" sorgt für eine synchrone Bewegung zweier hintereinander fahrender Güterzüge mit minimalem zulässigem Abstand zueinander. In diesem Fall erfolgt die Koordination der Lokomotivfahrweisen über einen geschützten digitalen Funkkanal.

Laut Sergej Kobzev hat sich die Durchsatzkapazität des Abschnitts Sljudjanka - Bolʹšoj Lug nach Einführung der neuen Systeme um 20 Zugpaare pro Tag erhöht. Für die Zukunft ist eine Funkblockzentrale geplant, die es ermöglicht, Dutzende von Zügen von einem Standort aus zu steuern. Dank der Synchronität ihrer Bewegung wird es möglich sein, den maximalen Effekt zu erzielen.

Der Zugfahrplan und die Geschwindigkeitsbegrenzungen werden über einen digitalen Funkkanal an die Lokomotive übertragen. Repeater mit einem eigenen Frequenzbereich werden entlang der Bahnstrecke eingesetzt. In diesem Fall ist es möglich, den Abstand zwischen den Zügen auf ein Minimum zu reduzieren.

Igor Levitin nannte die vorgestellten Technologien einen echten Durchbruch. Ihm zufolge ist der Staat daran interessiert, solche Projekte zu unterstützen und sie sollten entwickelt werden.

"Wir werden einen Effekt dadurch erzielen, dass wir mit der vorhandenen Infrastruktur mehr Züge passieren können. Dementsprechend werden unsere Instandhaltungs- und Investitionsbaukosten sinken. Aber zu diesem Zweck ist es auch notwendig, eine hohe Qualität der verwendeten Infrastrukturelemente zu gewährleisten, um die Zuverlässigkeit der Lokomotiven zu erhöhen", hat Oleg Belozërov angemerkt.

Ausgehend von den Prioritäten der Kapazitätserweiterung werden weitere Stufen des Einsatzes des Intervallsteuerungssystems mit beweglichen Blockabschnitten definiert. So ist es geplant, in den Jahren 2022-2023 die Abschnitte Nahodka-Vostočnaja - Habarovsk-II - Belogorsk, Sljudjanka-I - Ulan-Ude und Irkutsk – Bolʹšoj Lug, in den Jahren 2023-2024 Ulan-Ude - Karymskaja - Černyševsk-Zabajkalʹskij und Mogoča - Belogorsk, in den Jahren 2024-2025 Bolʹšoj Lug - Irkutsk - Tajšet - Mariinsk und Černyševsk-Zabajkalʹskij - Mogoča auszurüsten.

WKZ, Quelle RŽD

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Letzte Änderung am Mittwoch, 07 Juli 2021 21:00

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