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Freitag, 09 Juli 2021 08:00

Belgien: Modernisierung des Eisenbahnknotens Leuven/Louvain

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Fotos InfraBel.

Infrabel modernisiert derzeit die Eisenbahnstrecke in Leuven (Louvain), einen strategischen Knotenpunkt, an dem täglich 500 Züge vorbeifahren. Neue, längere Gleise - bis zu 750 m lang - werden verlegt, um den Transport von Güterzügen zu erleichtern.

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Diese Arbeit ist Teil des "Boost-Plans" der Bundesregierung. Der europäische Konjunkturfonds ebnet den Weg für weitere Investitionen in den Güterverkehr, insbesondere in Wallonien und Brüssel. Ziel ist es, den Anteil der auf der Schiene transportierten Güter bis 2030 zu verdoppeln.

Infrabel investiert 7 Mio. EUR in die Renovierung und Erneuerung des Gleisfeldes "M" in Leuven, einem strategischen Eisenbahnknotenpunkt, an dem werktags täglich 500 Züge abgefertigt werden (460 Personenzüge und 40 Güterzüge). Die Arbeiten sind Teil des "Boost-Plans" der Bundesregierung. Ziel ist es, die Verkehrsverlagerung von der Straße auf die Schiene zu fördern und den Gütertransport auf der Schiene von derzeit 7 % auf 15 % bis 2030 zu verdoppeln.

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Das neue Gleisfeld in Leuven wird aus 4 langen Gleisen (2 Gleise von 600 m, 1 Gleis von 700 m und 1 Gleis von 75 0m) und 7 weiteren Gleisen (+/- 300 bis 400m) zur Umleitung und Positionierung von Personenzügen und Güterwagen bestehen.

Leuven liegt strategisch günstig am europäischen Nordsee-Mittelmeer-Frachtkorridor (einer der 3 internationalen Frachtkorridore, die Belgien einschließen). Die Strecke ist wichtig für den Transport von Gütern von Zeebrügge/Gent und Mechelen/Antwerpen nach Athus Meuse. Sie ist auch an die L36 Brüssel-Lüttich angeschlossen.

Die Arbeiten werden in Phasen durchgeführt. Ende April demontierte Infrabel die vorhandenen Gleise, die Signalisierung und die Oberleitung. Seit Mitte Mai ist der Umbau der Gleisanlage in vollem Gange: Verlegung neuer Gleise sowie Arbeiten an der Oberleitung und Signalisierung. Die abschließenden Arbeiten werden im Herbst durchgeführt - Entfernung von Materialien, Bau eines Betonlagers und weitere Renovierung der Signalanlage. Im Frühjahr 2022 werden sechs Weichen ausgetauscht.

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EU-Fonds ebnen den Weg für Investitionen in den Güterverkehr in Brüssel und Wallonien

Die längeren Gleise sind Teil der Strategie von Infrabel, eine qualitativ hochwertige Strecke für Schienengüterverkehrsunternehmen bereitzustellen. Der "Boost-Plan" des Bundesministers für Mobilität, Georges Gilkinet, ermöglicht es Infrabel, zwischen 2020 und 2026 275 Mio. EUR aus dem europäischen Konjunkturprogramm in die Renovierung und Modernisierung des Schienennetzes zu investieren. Die Entwicklung des Güterverkehrs ist einer der vorrangigen Aktionsbereiche von Infrabel. Im Mai 2021 renovierte Infrabel die L28 zwischen Brüssel-Midi und Schaerbeek. Es handelt sich um eine wichtige Güterverkehrsstrecke auf dem Westring von Brüssel, die zur Entlastung des stark befahrenen Knotenpunkts Brüssel-Midi beiträgt. In den kommenden Jahren will Infrabel dank des Aufbau- und Resilienzplan (Recovery and Resilience Facility, RRF) weitere Arbeiten zugunsten des Güterverkehrs durchführen, zum Beispiel auf der L161/1 in Brüssel und in Kinkempois in der Provinz Lüttich.

Neben der Entwicklung des Güterverkehrs auf der Schiene kann sich Infrabel durch den Erhalt der europäischen RRF-Subventionen auch auf Investitionen in die Leistungsfähigkeit des Netzes, Arbeiten an der Strecke Brüssel - Luxemburg, Infrastrukturarbeiten zur Verbesserung des Brüsseler Angebots und Digitalisierungsprojekte konzentrieren.

Kommentare

Georges Gilkinet, Bundesminister für Mobilität: "Im Rahmen des Boost-Plans ermöglichen diese europäischen Investitionen längere Güterzüge auf dieser für den Antwerpener Hafen und für ganz Europa strategisch wichtigen Bahnstrecke. Diese 750 m langen Züge sind unerlässlich, um das Ziel der Bundesregierung zu erreichen, den Gütertransport auf der Schiene bis 2030 zu verdoppeln. Infrabel wird nun in der Lage sein, den strategischen Eisenbahnknotenpunkt in Leuven besser zu nutzen. Jeder zusätzliche Güterzug auf der Schiene bedeutet mindestens 50 Lkw weniger auf der Straße. Das ist gut für Arbeitsplätze, für die Wirtschaft und für das Klima."

Benoît Gilson, CEO von Infrabel: "Die Renovierung und Erneuerung des Gleisbündels Leuven M bietet unseren Kunden, den Eisenbahngesellschaften, längere Gleise für ihre Güterzüge. Diese Arbeit ist Teil der Verlagerungsstrategie zur Förderung des Schienengüterverkehrs, der für die Wirtschaft und unsere Gesellschaft von Vorteil ist. Leuven M wird auch eine logistische Plattform werden und für einen reibungsloseren Ablauf des Bahnverkehrs in und um den strategischen Bahnknotenpunkt Leuven sorgen können. Dank des "Boost-Plans" der Bundesregierung können wir dieses wichtige Projekt durchführen."

Geert Pauwels, CEO Lineas: "Heute machen wir gemeinsam - Infrabel, die Regierung und die Eisenbahnunternehmen - einen weiteren wichtigen Schritt beim Aufbau eines Eisenbahnrückgrats für unser multimodales Land. Wir haben ein gemeinsames Ziel: die Verdoppelung der auf der Schiene transportierten Mengen bis 2030, um einen positiven Einfluss auf das Klima und die Mobilität zu haben. In Belgien wie im übrigen Europa gibt es eine starke Dynamik, und wir müssen sie mit aller Energie aufrechterhalten."

Mohamed Ridouani, Bürgermeister von Leuven: "Der Eisenbahnknotenpunkt Leuven ist einer der wichtigsten Knotenpunkte im belgischen Eisenbahnnetz, sowohl für Güter- als auch für Personenzüge. Die Erneuerung des Gleisclusters M bedeutet, dass mehr Güter auf der Schiene statt auf der Straße transportiert werden können. Auf diese Weise arbeiten wir gemeinsam für die multimodale und nachhaltige Mobilität von morgen. Die Bahnen spielen dabei eine unverzichtbare Rolle."

WKZ, Quelle InfraBel

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