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Samstag, 17 Juli 2021 10:25

Belgien: Plan zur Wiederherstellung des Bahnverkehrs in Wallonien

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Fotos InfraBel.

Nach den Unwettern in den Provinzen Lüttich, Namur, Luxemburg, Wallonisch-Brabant und Hennegau war der Bahnverkehr in der Wallonie auch an diesem Freitag stark beeinträchtigt. Auf rund zwanzig Linien stehen die Züge noch immer still. Infrabel und SNCB erstellen einen Plan zur Wiederherstellung des Verkehrs, Linie für Linie.

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In erster Linie möchten Infrabel und SNCB den Opfern der Unwetter, die diese Woche in unserem Land aufgetreten sind, ihre tiefste Unterstützung anbieten.

Was den Bahnverkehr betrifft, so fallen seit Donnerstagmorgen, 15. Juli, auf mehreren Strecken Züge aus. Diese außergewöhnliche Maßnahme wurde ergriffen, um die Sicherheit der Fahrgäste und der Bahnmitarbeiter zu gewährleisten. Nach einer kompletten Inspektion des Netzes in den letzten zwei Tagen und Nächten - teilweise mit Hilfe von Drohnen - um die Schäden zu beurteilen, erstellen Infrabel und SNCB nun einen Plan für die schrittweise Wiederaufnahme des Bahnverkehrs. Darüber hinaus werden auf jeder Strecke nach Durchführung der Arbeiten Erkundungszüge ohne Fahrgäste an Bord verkehren, bevor der Betrieb wieder aufgenommen wird, um die Sicherheit der Infrastruktur zu gewährleisten.

Infrabel und SNCB möchten sich bei ihren Teams bedanken, die unermüdlich daran arbeiten, dass der Bahnverkehr so schnell wie möglich wieder aufgenommen werden kann.

Der Plan für die Wiederaufnahme des Verkehrs sieht eine schrittweise Wiederaufnahme des Betriebs auf den Linien zwischen dem 19. Juli und dem 30. August vor. Die Züge werden an einigen Stellen mit eingeschränkter Geschwindigkeit fahren. Der Bahnhof Liège-Guillemins, der am Donnerstag, den 15. Juli, geschlossen werden musste, konnte am Nachmittag des Freitags, den 16. Juli, wieder geöffnet werden.

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Wiederaufnahme des Verkehr.

In der Provinz Lüttich

Liège-Guillemins-Namur (L125): 19. Juli
Trois Ponts - Gouvy (L42): 19. Juli
Dolhain Gileppe- Welkenraedt (L37) : 19. Juli
Liège-Guillemins - Bomal (L43) : 2. August
Rivage - Trois Ponts (42) : 2. August
Verviers- Dolhain Gileppe (L37): 2. August
Visé-Maastricht : 2. August
Liège-Guillemins - Verviers (L37) : 30. August
Pepinster - Spa (L44): 30. August

In den Provinzen Namur, Luxemburg und Wallonisch Brabant

Gembloux - Namur (161): 19. Juli
Namur - Dinant (L.154): 19. Juli
Dinant - Bertrix (L.166): 19. Juli
Poix Saint Hubert-Libramont (162): 19. Juli
Gembloux - Jemeppe-sur-Sambre (L144): 2. August
Ottignies - Sint-Joris-Weert (L139) : 2. August
Ottignies - Gembloux (161) : 9. August
Rochefort-Jemelle - POix St Hubert (L162) : 9. August
Dinant-Houyet (166) : 9 August

Im Hennegau

Charleroi-Sud - Namur (L130) : 19. Juli
Charleroi-Sud - Ottignies (L.140): 19. Juli
Fleurus-Auvelais (147) : 19 Juli
Charleroi-Sud - Couvin (L.132/L.134): 26. Juli

Güterverkehr

Der Schienengüterverkehr ist noch an mehreren Stellen gestört. Die gute Nachricht ist, dass die Montzenstrecke (L24) wieder in Betrieb ist. Dies ist eine wichtige Frachtroute zwischen dem Hafen von Antwerpen und Deutschland.

Der wichtige Frachtkorridor zwischen Nordsee und Mittelmeer ist durch den Sturm weiterhin stark beeinträchtigt. Die Züge können immer noch nicht fahren, weder auf der Hauptstrecke noch auf den alternativen Umleitungsstrecken. Dies betrifft die folgenden Bahnstrecken (siehe Karte oben):

L139 (Sint-Joris-Weert - Ottignies)
L140 (Ottignies - Auvelais)
L161 (Ottignies - Gembloux)
L144 (Gembloux - Jemeppe-sur-Sambre)
L154 (Namur - Dinant)
L166 (Dinant - Bertrix)

Die Aussichten für die wallonische Achse zwischen Charleroi und Lüttich sind ermutigend. Wenn alles nach Plan läuft, sollten die Linien 125 und 130 am kommenden Montag, den 19. Juli, den Betrieb wieder aufnehmen können.

Die Bahnstrecke zwischen Lüttich und der niederländischen Grenze bei Maastricht ist an der Grenze gesperrt. Auch dort ist der Wasserschaden beträchtlich, und die Aussichten auf eine Rückkehr zur Normalität werden nicht vor dem 2. August erwartet.

Infrabel steht in enger Abstimmung mit seinen Kunden und ausländischen Infrastrukturbetreibern, um Lösungen zu finden und vorzuschlagen.

In Flandern können Güterzüge zwischen den Häfen von Antwerpen, Zeebrugge und Gent verkehren. Güterverkehr ist auch zwischen den Häfen und den Niederlanden und Frankreich möglich. Das Ortszentrum von Genk-Goederen ist auch von Flandern und Deutschland aus erreichbar.

Hochgeschwindigkeitsverkehr

Die einzige Hochgeschwindigkeitsstrecke, die außer Betrieb war, zwischen Lüttich und der deutschen Grenze, wurde am frühen Nachmittag wieder in Betrieb genommen.

Arbeiten sind im Gange

Beeindruckend ist das Ausmaß des Schadens. Viele Strecken sind blockiert, eine Brücke ist eingestürzt, Schlammlawinen haben an vielen Stellen den Schotter weggespült und mehrere Abschnitte sind durch den Einsturz der Böschung, auf der die Gleise liegen, nicht mehr befahrbar. Außerdem wurden mehrere technische Strukturen geschwächt und elektrische Installationen beschädigt.

Die Arbeiten zur Säuberung und Reparatur der Infrastruktur gehen weiter. Mehrere hundert Bahnarbeiter sind rund um die Uhr im Einsatz, um die von den Überschwemmungen beschädigten Gleise wiederherzustellen. Im ganzen Land wurden Teams mobilisiert, um den Kollegen in den am schlimmsten betroffenen Gebieten zu helfen, und viele Bahnmitarbeiter verzichten auch auf ihren Urlaub, um die Situation zu bewältigen. Infrabel wendet sich auch an private Bauunternehmen.

Alternativer Fahrplan während der schrittweisen Inbetriebnahme von Strecken

Der alternative Transportplan, der in den nächsten Wochen vorgeschlagen wird, wird die Verfügbarkeit der Eisenbahninfrastruktur berücksichtigen. Wo der Bahnverkehr noch nicht wieder aufgenommen werden kann, werden nach Möglichkeit Ersatzbusse eingesetzt. Einzelheiten zum alternativen Transportplan finden Reisende auf der Website der SNCB unter www.sncb.be, die regelmäßig aktualisiert wird.

Georges Gilkinet, Bundesminister für Mobilität: "Ich möchte all jenen meine volle Unterstützung anbieten, die von diesen beispiellosen Überschwemmungen betroffen sind, die einen geliebten Menschen verloren haben oder die Schäden erlitten haben. Ich möchte auch all jenen danken, die heute ihre Solidarität mit den Bewohnern der betroffenen Gebiete zeigen. Abschließend möchte ich mich insbesondere bei den Teams von Infrabel und SNCB für die erheblichen Anstrengungen bedanken, die sie bei diesen extremen Wetterbedingungen unternommen haben. Gemeinsam mit SNCB und Infrabel führen wir eine erste Bewertung durch und sorgen dafür, dass alle so gut wie möglich informiert werden. Die Sicherheit der Fahrgäste und des Personals steht an erster Stelle und es werden keine Risiken eingegangen. In den kommenden Tagen wird sich das genaue Ausmaß des Schadens zeigen. Erst wenn die betroffenen Bahnstrecken wieder zugänglich sind, können wir eine vollständige Diagnose stellen. Es ist aber schon jetzt klar, dass die Wiederherstellung des Netzwerks viele Ressourcen und Zeit in Anspruch nehmen wird.

Benoît Gilson, CEO von Infrabel: "In einer Zeit, in der viele Belgier leiden, möchte Infrabel den Opfern des Unwetters, das sich diese Woche in Wallonien ereignet hat, seine tiefste Unterstützung aussprechen. Die Eisenbahner werden alles tun, um den Bedürftigen zu helfen, insbesondere durch die Wiederherstellung des Bahnverkehrs. Das schlechte Wetter hat uns endlich eine Atempause verschafft und erlaubt uns einen objektiven Blick auf die Schäden an der Eisenbahninfrastruktur. Wir haben einen Zeitplan für die schrittweise Wiederherstellung der von den Überschwemmungen betroffenen Personen- und Güterverkehrsstrecken aufgestellt. Unsere Teams überprüfen jede Leitung, bevor sie wieder in Betrieb genommen wird, um ihre Sicherheit zu gewährleisten.

Sophie Dutordoir, CEO der SNCB: "Das Unwetter, das einen großen Teil unseres Landes getroffen hat, hatte katastrophale Folgen. Zuallererst denke ich an alle Bürger, die von diesen schweren Überschwemmungen betroffen sind. In enger Zusammenarbeit mit Infrabel setzen die Mitarbeiter der SNCB alles daran, den Zugverkehr schrittweise in Bereiche zu verlagern, in denen das Reisen aufgrund der Sicherheit des Schienennetzes möglich ist. Dieser Plan sieht Ersatzbusse auf Strecken vor, auf denen die Inbetriebnahme von Zügen noch nicht möglich ist. Oberste Priorität bleibt die Sicherheit unserer Fahrgäste und aller Bahnmitarbeiter.

WKZ, Quelle InfraBel, SNCB, Verkehrsministerium

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